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Im Zeichen der Begegnung

Schreier Bürgerempfang
Bürgermeister Marian Schreier mit den Geehrten und den Laudatoren des diesjährigen Tengener Bürgerempfangs im Foyer der Randenhalle. swb-Bild: Johnen

Bürgerempfang in Tengen mit herausragenden Ehrungen

Tengen. Ganz im Zeichen von Begegnungen stand der diesjährige Bürgerempfang in Tengen. In seiner Begrüßungsrede stellte Bürgermeister Marian Schreier die Bedeutung der Bürgerehrung heraus: „Das ist eine der Möglichkeiten der Begegnung.“ Gerade in der Pandemiezeit würden die Möglichkeiten von Begegnungen mehr geschätzt denn je - weil sie ja von der Politik über lange Zeiten als gefährlich angesehen wurden. Traditionell stand im Mittelpunkt die Ehrung verdienter Bürgerinnen und Bürger wie Vereinen, die sich in herausragender Weise für das Gemeinwesen und Zusammenleben engagiert hatten. Dieses Jahr wurden die Ehrungen in drei Kategorien unterteilt.

In der Kategorie „Soziales und Kirchen“ wurde Sigrid Frischkemuth aus Tengen-Beuren geehrt. Laudatorin Veronique Maus war es sicherlich nicht leichtgefallen, in ihrer Rede die vielen Aktivitäten und Aktionen der Geehrten zusammenzufassen. In kurzen Worten erzählte die Laudatorin über das Leben von Sidrid Frischkemuth, die 1975 in den Beurener Gesangsverein eintrat. 26 Jahre lang sei sie als Vorsitzende aktiv gewesen und auch heute noch fehle sie bei keiner Probe. Nebenbei engagierte sie sich noch in anderen Vereinen, und die Beurener Fasnacht darf sich seit vielen Jahren über die von ihr selbst genähten Kostüme freuen. „Sigrid Frischkemuth ist unsere Beurener Perle“, lobte Laudatorin Maus.

Der Büslinger Bürgerverein „Linde“ wurde in der Kategorie „Soziales“ geehrt. Laudator Josef Ritzi ging auf die Gründungszeit, auf das besondere Engagement des damaligen Vorsitzenden Ulrich Ritzi, die Schwierigkeiten und den großen Erfolg des Vereins ein.

2008 begann die Idee, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt schaffen zu wollen. 2010 gründete sich der Verein mit 69 Mitgliedern. Mit null Euro und viel Mut wurde aus der über 100 Jahre alten, seit Jahren leerstehenden Gastwirtschaft eine Begegnungsstätte. Über 5.000 ehrenamtliche Stunden wurden in die ehemalige Gaststätte investiert.

Inzwischen habe der Verein über 200 Mitglieder und sei Treffpunkt für alle möglichen Büslinger Gruppen und Vereine. „Sogar Gespräche mit unseren Schweizer Nachbarn finden in der Linde statt“, betonte Josef Ritzi. In Empfang nahm die Ehrung der ehemalige Vorsitzende und Gründer wie ehamalige Gemeinderat, Ulrich Ritzi.

Über Menschen, die sofort helfen, die bei Unfällen und Katastrophen wissen, was zu tun ist: Darüber sprach Laudator Klaus Schultheiß, der in der Kategorie „Lebenswerke“ die Georg Wesle und Georg Schala ehrte. Als in den 60er Jahren am Randen der DRK Ortsverein gegründet wurde, konnten die ersten Helferinnen und Helfer ausgebildet und ein eigner Krankenwagen beschafft werden. Bei nächtlichen Einsätzen, Wochenenddiensten, Blutspendetagen und vielen anderen Aktionen waren Georg Wesle und Georg Schala stets dabei.

Auch bei baulichen Maßnahmen und Umbauten waren sie stets an vorderster Stelle. „Beide investierten enorm viele Stunden ihrer Freizeit“. Der DRK-erfahrene Georg Wesle wechselte bereits 1967 zum Ortsverein Tengen, engagierte sich als Vorstand und Kassierer. Georg Schaller sei schon seit der Ortsgruppengründung 1966 dabei gewesen, unter anderem als Bereitschaftsführer und Ausbilder. „Er war ein wahrer Meister im Schminken“, lobte Schultheiß, die für Übungen besonders geforderte Qualität.

Zuvor hatte Bürgermeister Marian Schreier in seinem Grußwort über Tengens Entwicklung gesprochen. Als positives Beispiel hob er das vor kurzem eröffnete Ärztehaus hervor, welches im süddeutschen Raum beispielslos sei, da es sonst kein genossenschaftlich betriebenes Ärztehaus gäbe und nun viele andere diese Idee aufgreifen wollen. „Als wir das das erste Mal die Idee 2018 vorstellten, da habe ich sofort gespürt, es liegt etwas in der Luft“. Die Bürgerinnen und Bürger seien bereit gewesen, diesen ungewöhnlichen Weg zu gehen, resümierte er und fügte hinzu. „Sie haben die Offenheit zu Perspektivwechsel. Sie haben Mut“, lobte er.

Die Randenhalle reiche als Begegnungsstätte längst nicht mehr aus, deswegen sei der Neubau des „Bürgersaals“ für die gesellschaftliche Begegnung das nächste große Projekt, das es nun durch die stadt mit ihren EinwohnerInnen umzusetzen gelte.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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