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Innenstadt-Händler sehen sich nicht als Verhinderer

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Der Sprecher des City Ring Singen, Karl Wager, wird noch eine weitere Amtsperiode im Amt bleiben, wie der weitere Vorstand der Werbegemeinschaft auch. swb-Bild: of

Waizenegger: „Wir wollen aber auch nicht verrecken“

Singen (of). Zwei Welten gab es auf der Hauptversammlung des City Ring Singen in dem Räumen von Heikorn. Sprecher Karl Wager konnte sich mit den erschienenen rund 25 Mitliedern in Gegenwart einiger Gemeinderatskandidaten über einige Fortschritte in der Innenstadt freuen. Denn die Fußgängerzonen sind neu gerichtet, die Beleuchtung ist durchgehend neu und doch fünf neue Mitglieder begrüßt werden können. Gastgeber Thomas Kornmayer unterstrich, dass sich der Handel in der Innenstadt keineswegs als „Verhinderer“ von Neuerungen in der Stadt sieht, was die vielen Investitionen der letzten Jahre in die Umgestaltung von Geschäftsräumen deutlichst unterstrichen.

Bei Singener Geschenkscheck wurden im letzten Jahr 325.000 Euro umgesetzt, „ein senationeller Erfolg“ befand Anja Haid vom Werberat in ihrer Bilanz. Denn das waren sage und schreibe 9.000 Geschenkeschecks innerhalb eines Jahres, die oft durch die beschenkten noch einiges an weiteren Umsätzen ausgelöst wurden. Die Freude überwiegt, trotz der gealtigen finanzamtlichen Unbill, die mit dem durch die Schecks zwischengelagerten Vermögen durch das Finanzamt heraingebrochen ist, und die Bürokratie in ein aberwitziges Maß steigerte, wie Sprecher Karl Wager und  Kassierin Elke Redling gestanden.

Ein erfreulicher Teil der Versammlung waren auch die Wahlen, bei denen nach der Entlastung und Moderation der Wahl durch Dr. Gerd Springe von  Karl Wager als Sprecher für weitere zwei Jahre, Michael Burzinski, Elke Redling als Kassierin und  Klaus Oehlerich als Schriftführer  jeweils ohne Gegenstimmen. Vielversprechend auch der Ausblick von OB Bernd Häusler, der seine Aufgabe darin sieht den guten Rahmen für den Handel in der Stadt zu liefern. Nachdem die August-Ruf-Straße schon mit neuem Licht und neuer Weite ausgestaltet wurde, sei nun die Scheffelhalle mit ihrer Vollendung an der Reihe. Zudem werde es Anfang Mai eine Informationsveranstaltung in der Sparkasse zum Umbau der Hegau- wie der Hadwigstraße geben, wo 2015 der begonnen werden soll, die Straßen zusammen mit der Sparkasse in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Die andere Seite betrifft nach wie vor die Ablehnung eines geplanten großen Shopping-Center von ECE durch den City Ring. Sprecher Karl Wager bezeichnete die aktuellen Pläne als  große Gefahr für die ganze Innenstad.  „Die in den letzten Jahren gefestigte Zusammenarbeit mit der IG Süd wird stark in Frage gestellt“, drohte Wager, der sich mehr Solidarität für die kritische Haltung der Innenstadtvertreter erwartet hätte, weil aus dem Süden die Botschaft kam, dass am Bahnhof eben schon endlich mal was passieren sollte. Viele hätten eine Tendenz, diese Stadt kaputtreden zu wollen, meinte Wager weiter. OB Häusler musste noch eine ganze Reihe kritischer Fragen beantworten, die bezüglich der Pläne von ECE gestellt wurden. „Wir wollen nicht als Verhinderer auftreten, aber auch nicht verrecken“, brachte Manuel Waizenegger vom Modehaus Zinser seine Kritik auf den Punkt – und dass es keine Auswahl gebe. OB Häusler deutete aber an, dass doch noch andere angeklopft hätten. Thomas Przybylski von Karstadt fand es sehr bemerkenswert, dass auch schon die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ein kritisches Postulat zu den Verhältnissen in solchen Centern verfasst habe. Angezweifelt wurde Ankündigung in der Vorstellung von ECE vom Montag, dass man 600 Arbeitsplätze schaffe. Denn wenn man die Verkaufsflächen von Heikorn, Zinser und Sport-Müller zusammen zähle, komme man auch auf die immer wieder als Größe angenommenen 16.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, aber mit nicht mal 200 Mitarbeitern.

Jetzt wird der City Ring aber erst mal am Wochenende seine traditionelle Osterei-Aktion starten.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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