- Anzeige -

Internationale Premieren von »Der Chronist«

Chronist Waibel
Die Premiere von »Der Chronist« fand letzten Oktober in der Singener Stadthalle. swb-Bild: Archiv/of

Regisseur Welsch am 19. September vor Ort

Singen. Nachdem im Oktober 2018 der Dokumentarfilm „Der Chronist“ über die Geschichts- und Versöhnungsarbeit des Ehrenbürgers Wilhelm Waibel eine grossartige Premiere in der vollen Singener Stadthalle erlebte, finden nun weitere bemerkenswerte Premieren statt. Bereits am 9. Mai 2019, zum Jahrestag des Kriegsendes in Europa, wurde der Film in Kooperation mit der dortigen Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew gezeigt. „Die anschliessende Diskussion hat gezeigt, dass die Besucher in Kiew sehr positiv auch auf neue Formen des Dialogs über die deutsch-ukrainische Geschichte reagiert haben“ berichtet Marcus Welsch, der Regisseur des Films.

Am 14. Oktober findet eine weitere wichtige Premiere in Berlin statt, für die als Organisation die Gedenkstätte an die NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide gewonnen werden konnte. Gastgeber ist die Landesvertretung von Baden-Württemberg in Berlin. Das breite, öffentliche und weit über Singen hinaus gehende Interesse spiegelt sich auch in den beiden für Oktober geplanten Aufführungen in Warschau und Lodz.

Die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und das Auswärtige Amt der Bundesrepublik fördern diese Präsentationen finanziell, da darin ein wichtiger Beitrag zum Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls auf Polen durch das Deutsche Reich am 1.9.1939 gesehen wird. Damit findet eine wichtige und unerlässliche Öffnung des scheinbar „kleinen“ und „nur“ lokalen Themas aus der Hegauer Industriestadt Singen in die Metropolen des heutigen Polens statt. Das ist wichtig und richtig, denn Krieg, Diktatur und Unrecht gab es auch jenseits der grossen Zentren – und Aufarbeitung kann überall ihren Anfang nehmen, ebenso wie ein würdevolles, friedliches und versöhnendes Gedenken.  

In Singen wird der Film am Donnerstag, 19. September, 24. September und 1. Oktober in der Gems gezeigt. Am 19. September ist der Regisseur, Marcus Welsch, persönlich in der Gems anwesend und die anschliessende Diskussion leitet Axel Huber, der selber intensiv die Aufarbeitung der Singener Vergangenheit verfolgt.  

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr