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Jahr der Drucker und Bildhauer

Museum Singen
Künstler Andreas Rosenthal, Museumsleiter Christoph Bauer, Kulturamtsleiterin Catharina Scheufele und die Museumpädagogen Thomas Mayr und Almut Heidelberger vor der großen Schaffhauser Tafel von Rosenthal im Museum. swb-Bild: of

Kunstmuseum Singen und die öffentliche Kunst

Singen. Ein Jahr der Drucker und Bildhauer soll es für das Kunstmuseum Singen in 2018 werden. Und ein Jahr mit noch mehr Mitmach-Museum für alle, die Kunst nicht nur anschauen wollen. Das kündigte am Mittwoch Museumsleiter Christoph Bauer in seiner Jahresvorschau an.

Und dazu hatte auch schon mal gleich Kulturamtsleiterin Catharina Scheufele gute Neuigkeiten mitgebracht: denn das Museum Singen wird auf neuen Wegen in die Öffentlichkeit gehen: gerade fertig geworden ist ein Video über die Rückkehr der »Golden Apples« von Ilja Kabakov in den Singener Stadtgarten, der in den nächsten Tagen online gehen soll, weitere Imagefilme sollen dann folgen. Auch beim Vermächtnis des Gartenschau-Projekts »Hier, da und dort« tut sich etwas, denn die »Brunnenstube« des Schweizer Konzeptkünstlers Roman Signer soll restauriert werden im Wasserhochbehälter beim Stadtpark und dann einer kontrollierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um erneuten Vandalismus zu vermeiden. Auch die Verkehrsschilder von Guido Nussbaum kommen bald zurück auf den Volksbank-Kreisel, kündigte sie an.

Im Museum selbst gibt es schon ab kommenden Sonntag eine ganz außergewöhnliche Ausstellung: Holzdrucker Andreas Rosenthal durfte sich aussuchen, wo er seine grandiose Werkschau aufbauen will und der entschied sich fürs Erdgeschoss, tat er im Rahmen der Medienkonferenz am Mittwoch kund. Rosenthal gilt als einer der großen Erneuerer des Holzdrucks, nicht nur was die Arbeitsgeräte betrifft, sondern auch die Dimensionen und den Mut zur Entgegenständlichung seiner zum Teil monumentalen Arbeiten. Die Singener Ausstellung wird ab März durch eine weitere im Freiburger Morat-Institut ergänzt, damit ist er dann mit der ganzen Schaffensphase von 1992 bis jetzt präsent, durch eine Kooperation mit dem Stadtmuseum Siegburg gibt es zudem einen schmucken Katalog der 25-Jahre-Werkschau. Ergänzt wird diese beeindruckende Bilderwelt im Obergeschoss durch durch Druckgraphik aus der Sammlung des Museums, die im letzten Jahr übrigens um einige bedeutende Leihgaben und Schenkungen erweitert werden konnte, wie Christoph Bauer bekannt gab.

Wie Bildhauerei der Gegenwart Räume besetzen und verändern können, das werden ab de, 14. April Jáchym Fleig mit seinen »Interventionen« und Stephan Hasslinger mit seiner »Paisley«-Kreamik vorführen bis zum 1. Juli. Jeder der beiden hat ein Stockwerk, Fleigs Stalagniten werden zum Teil sogar ein Jahr lang das Museum irritieren. Die Sommerausstellung ist in diesem Jahr ab 15. Juli Walter Becker (1893-1984) gewidmet, der sich an den französischen Expressionisten orientierte und in den abstrakten 1970er in Vergessenheit geriet. Bauer will hier ein beachtenswertes Werk zurück in die Wahrnehmung bringen. Dazu gibt im Erdgeschoss noch eine Hommage an Berthold Müller-Oerlinghausen, der in der Nachkriegszeit mit vielen der regionalen Kunstakteure vernetzt war. 

Das Jahresfinale ist nochmals der Bildhauerei gewidmet, dabei soll die Bodenseeregion hier ihren Auftritt bekommen.

Bei rund 7.500 Besuchern im Jahr ist das Kunstmuseum inzwischen angekommen, sagte Christoph Bauer. Damit liege man gleichauf mit vergleichbaren Städten. Der Zuwachs an Besuchern ist unter anderem auch der Museumpädagogik zu verdanken. Da es in Singen noch immer keine Jugendkunstschule gibt, ist Team von Thomas Mayr mit Almut Heidelberger Anlaufpunkt. Nach den Kindergruppen will Almut Heidelberger nun auch ein Jugend-Angebot lancieren, das am 14. Februar startet. Kunst anschauen, Kunst selbst machen und Künstler besuchen ist das Programm das schon im Vorfeld auf ein viel versprechendes Interesse stoße. Auch Erwachsene kommen nutzen immer Reger die angebotenen Kurse im Museum, freut sich Thomas Mayr.

Mit Familien-Sonntagen, Aktionen wie dem »Internationalen Museumstag« (13. Mai) oder der Museumsnacht (15. September) will das Museum neue Besucher werben. Deutlich sei, dass das Thema Führungen eine immer stärkere Rolle spielt, ob jemand ins Museum kommt.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler