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Jenische sehen Chancen auf Anerkennung als nationale Minderheit

Jenische Berlin
Im Bild beauftragter Fabritius mit Vertretern der Jenischen (v.l.n.r.): Klaus Vater, Venanz Nobel, Alexander Flügler, Peter Hammerschmidt Quelle: BMI

Prof. Dr. Bernd Fabritius empfängt Delegation aus dem Hegau in Berlin / Zentralrat gegründet

Berlin/Singen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius, hat im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat Vertreter der Jenischen zu einem Gespräch empfangen.

In einem konstruktiven und in freundlicher Atmosphäre geführten Gespräch informierten die Vertreter des im Oktober 2019 gegründeten Zentralrat der Jenischen über dessen Gründung und machten Ausführungen zu Geschichte, Kultur und Herkunft ihrer Gemeinschaft. Ziel der Gründung sei die Anerkennung der Jenischen als nationale Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland.

Beauftragter Fabritius erläuterte Inhalt, Voraussetzungen und Systematik einer solchen Anerkennung unter Bezugnahme auf die Charta zum Schutz von Regional- und Minderheitensprache sowie das Rahmenübereinkommen des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten, die selbst keine Definition des Begriffes „nationale Minderheit“ enthalten würden. Er wies darauf hin, dass diese Entscheidung der nationalen Kompetenz der Mitgliedsstaaten überlassen worden sei. Die Bundesrepublik Deutschland hat eine Konkretisierung durch Erklärung gegenüber dem Europarat vorgenommen (BT-Drs. 13/6912, S. 18 vom 11.Februar 1997), die vom Deutschen Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates in Art. 1 des Gesetzes vom 22. Juli 1997 zum Rahmenübereinkommen des Europarates (BGBL. 1997, Teil II, S. 1406 ff) angenommen worden ist.

In Deutschland gelten seither fünf Kriterien für die Anerkennung als nationale Minderheit, die nach bisherigen Erkenntnissen von der Gruppe der Jenischen nicht erfüllt würden. Fabritius sagte zu, bei Vorlage neuer Erkenntnisse gerne eine neue Bewertung vorzunehmen. Vereinbart wurde eine Fortsetzung des konstruktiven Dialogs, so eine Medienmitteilung des Ministeriums.

Die Jenischen sind nach eigenen Angaben Angehörige eines in sich heterogenen Teils der Bevölkerung in Mittel- und Osteuropa, die sich durch verwandtschaftliche Beziehungen, die jenische Sprache, besondere Bräuche, Sitten und Traditionen verbunden fühlen.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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