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Jugendtreff nach Brand ab Mitte Juni wieder offen

Jugendtreff
Stephan Mayenknecht, Jugendtreffleiter, beim Haupteingang. Er wird hier ein kleines Tor anbringen um verschiedene Bereiche zu markieren. swb-Bild: Ritter

Schnelle Reparatur aber Comeback durch Corona-Massnahmen sehr aufwändig

Diessenhofen. Am 17. April brannte der Jugendtreff im ehemaligen Güterschuppen beim Bahnhof Diessenhofen. Die Wiederaufbau-Arbeiten sind in vollem Gange. Sobald sie abgeschlossen sind, kann der Jugendtreff wieder öffnen.

"Ich hoffe sehr, dass das Mitte Juni der Fall sein wird, vielleicht sogar schon früher" sagt Stephan Mayenknecht. Er ist hauptamtlicher Jugendtreffleiter. Tina Lier unterstützt ihn mit einem 20 Prozent-Pensum. Der Brand entstand in einem Abfallbehälter und griff dann auf die Fassade über. Die Kantons-Polizei vermutet Brandstiftung und veröffentlichte einen Zeugenaufruf. Dieser blieb ohne Ergebnis. Mayenknecht geht eher von einer Unachtsamkeit aus.

Das Gebäude gehört der SBB. Deren Versicherung übernimmt den Schaden. Für den Jugendtreff bleibt das Ereignis ohne finanzielle Folgen, abgesehen vom Verlust einiger Tiefkühlprodukte. "Wir hatten unglaubliches Glück" sagt Mayenknecht. Er rühmt die schnelle Reaktion der SBB als Vermieterin, der Feuerwehr und der Handwerker. An einem Freitag brach das Feuer aus, und schon am Montag waren Handwerker auf dem Platz. Ganz besonders freute ihn die Reaktion der Gruppe Silber. Das sind Jugendliche, die sich freiwillig für Catering, Reinigung und Programmgestaltung einsetzen. Sie werden jeweils mit Ausflügen zu Lasten der Treffkasse belohnt. Kurz nach dem Brand teilten sie der Leitung mit, dass sie auf den Beitrag verzichten. Er soll für die Behebung von Schäden eingesetzt werden.

Virtueller Treff

Am 16. März musste der Jugendtreff im Zusammenhang im Zuge der Corona-Massnahmen des Bundesrates geschlossen werden. Mayenknecht baute eine Begegnungs-Plattform im Internet auf. Er richtete in seiner Wohnung in Kradolf ein modernes Studio ein. Dort produziert er Sendungen, die er über YouTube direkt ins Internet übertrug.  Bilder, Stimmen und Musik machte er mit seinem Analog-Digital-Wandler internetfähig. Die Jugendlichen können sich mit ihren Handys in der Sendung anmelden und selbst aktiv werden, zum Beispiel in einem Interview oder mit Musikwünschen. Für die Verbreitungsrechte der Musik schloss Mayenknecht mit der Urhebergenossenschaft Suisa einen Lizenz-Vertrag ab.

Neueröffnung mit Restriktionen

Sobald der Treff wieder offen ist, müssen bis auf unbestimmte Zeit strenge Hygiene-Massnahmen eingehalten werden. Die Jugendlichen dürfen nur in kleinen Gruppen eintreten. Die Aufenthaltszeit ist jeweils auf vier Stunden je Gruppe reduziert. Es dürfen maximal zwanzig 12- bis 15-jährige anwesend sein, bei den älteren Jugendlichen sind es maximal fünf. Absperrungen unterteilen das Aussengelände. Die Gitter stellt der Werkhof zur Verfügung. Beim Treppenaufgang wird Mayenknecht ein kleines Tor mit Scharnieren anbringen. Es signalisiert, dass der Zutritt nur für Berechtigte gestattet ist. Beim Haupteingang stehen Desinfektionsmittel, Papiertücher und Abfallbehälter zur Verfügung.

Nach jeder Gruppe, also alle vier Stunden, müssen die Jugendlichen alles gründlich reinigen und heikle Stellen wie WC-Anlagen desinfizieren. Es werden keine Speisen und Getränke abgegeben. "Trotz aller Auflagen freue ich mich sehr auf die Zeit, wo wir uns wieder persönlich begegnen dürfen" sagt Meyenknecht.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler