- Anzeige -

Kampf gegen Karstadt-Schließung geht weiter

Karstadt Schwarzelühr
Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter beim ihrem Treffen mit Betriebsrat, Geschäftsleitung und Vertretern der Singener SPD-Fraktion vor dem Karstadt-Haus. swb-Bild: Büro Sutter

Brief an den Vorstand / Solidarität von der IG-Metall

Singen. Das Ringen um den Erhallt des Singener Karstadt-Hauses geht weiter: Nach dem sich Rita Schwarzelühr-Sutter bereitsvergangene Woche persönlich ein Bild von der Situation vor Ort bei Karstadt in Singen gemacht hatte, setzt sich die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin weiter für die Beschäftigten der von der Schließung bedrohten Karstadt-Filiale in Singen ein.

„Wie soll ein neues Sanierungskonzept allein durch Kosteneinsparungen greifen, wenn die Cashcows [Unternehmensbereiche, die hohe Gewinneerzielen] verhökert werden?“, fragt Rita Schwarzelühr-Sutterin einem Brief an den Geschäftsführer der GALERIA Karstadt Kaufhof GmbH, Miguel Müllenbach.

Trotz der Beschränkungen durch das Corona-Virus, wie das Ausbleiben der kaufkräftigen Schweizer Kundschaft, und obwohl in der Fußgängerzone eine Dauerbaustelle besteht, die den Zugang zum Gebäude erschwert, habe es die Karstadt-Filiale in Singen geschafft, schwarze Zahlen zu schreiben. Deshalb hat die SPD-Abgeordnete aus Waldshut kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet der profitable Karstadt-Standort Singen von den angekündigten Umstrukturierungen betroffen sein soll.

„Es ist den 124 motivierten und größtenteils langjährig Beschäftigen nicht vermittelbar, dass ihnen die Kündigung droht. Schließlich bieten gerade jetzt die Ankurbelung des Konsums durch die im Konjunkturpaket der Bundesregierung vereinbarte Senkung der Mehrwertsteuer und der schrittweise Wiederanstieg des Schweizer Einkauftourismus gute Voraussetzungen für ein weiterhin erfolgreiches Geschäftsjahr der Karstadt-Filiale in Singen“, so Rita Schwarzelühr-Sutter.

IG Metall - Delegierte erklären Solidarität bei ihrer Wahlversammlung

Im Rahmen der Delegiertenversammlung der Geschäftsstellen Singen und Friedrichshafen-Oberschwaben haben die Delegierten am Samstag einstimmig eine Solidaritätserklärung beschlossen:

„Die Metallerinnen und Metaller am See macht es fassungslos und wütend, wie man mit der Karstadt-Belegschaft umgeht. Jahrelang hat diese zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze auf tarifliche Bestandteile verzichtet und trotzdem jeden Tag gute Arbeit geleistet. Nun sollen die Beschäftigten einfach auf die Straße gesetzt werden.“, so Helene Sommer, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Singen.

Laut Ansicht der IG Metall-Kolleginnen und -Kollegen ist Singen eine prosperierende Einkaufsstadt, welche auch viele Kunden aus der Schweiz anzieht. „Es wäre daher sinnvoller, in diesen Standort zu investieren anstatt ihn zu eliminieren, dies zeigen auch die schwarzen Zahlen, die das Unternehmen Jahr für Jahr erwirtschaftete.“, so Raoul Ulbrich, Kassierer der IG Metall Singen, der auch bei der Kundgebung am Freitag zu Gast gewesen ist.

»Als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wissen wir aus eigener Erfahrung, dass es sich lohnt, den Kampf um Arbeitsplätze jederzeit aufzunehmen und für seine Ziele zu streiten.“, so abschließend Helene Sommer. „Wir stehen solidarisch an der Seite der Karstadt-Beschäftigten.“

Wochenblatt @: Oliver Fiedler