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Kindern aus Suchtfamilien eine Perspektive geben

Kinder Suchtfamilien
Lars Kiefer und Christian Denecke von der Fachstelle Sucht stellten das Programm für die Aktionswoche vor. swb-Bild: dh

Fachstelle Sucht beteiligt sich an Aktionswoche

Radolfzell. Insgesamt 2,6 Millionen Kinder in Deutschland sind im Familiären Umfeld von Suchterkrankungen betroffen. Das bedeutet, heruntergerechnet auf Radolfzell, dass in jeder Schulklasse mindestens vier Kinder betroffen sind, erklärt Lars Kiefer, der Leiter der Fachstelle Sucht in Singen. Meistens handle es sich um Alkoholkrankheit, so Kiefer.

Seit 17 Jahren gibt es deshalb in Radolfzell die Kindergruppe »Aufwind«, die sich wöchentlich trifft, und einen Raum der Geborgenheit schafft für die Kinder, die zuhause Zeuge von Alkohol und Drogenmissbrauch geworden sind. Gemeinsam Sprechen sie über ihre Erlebnisse, spielen und erleben Abenteuer.
»Leider gibt es bei weitem nicht genügend Angebote für alle betroffenen Kinder«, erklärt Kiefer. Deshalb haben er und sein Team mit Blick auf die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 10. bis 16. Februar eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie ist an den Bundestagsabgeordneten Andreas Jung gerichtet, und soll ihn aufordern, sich dafür stark zu machen, dass das Hilfsangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien erweitert wird. »Es wäre wichtig, dass die Gesellschaft nicht nur mit Worten, sondern auch mit Steuergeldern hinter diesen Projekten steht«, so Kiefer.

Schließlich besteht bei Kindern aus Suchtfamilien ein hohes Risiko selbst suchtkrank zu werden, erklärt Christian Denecke, von der Radolfzeller Außenstelle der Fachstelle Sucht. Denn Eltern seien immer Vorbilder »und auch ein schlechtes Vorbild ist ein Vorbild«, so Denecke. Neben der Unterschriftenaktion wird es im Rahmen der Aktionswoche einen Info-Abend zur Gruppe »Aufwind« geben. Dieser findet am Freitag, 15. Februar, um 19 Uhr im Seminarraum der Sybit Radolfzell statt. Ein langjähriges Mitglied der Gruppe wird an diesem Abend in einem Interview über seine Erfahrungen berichten. Die Zielgruppe sind vor allem menschen, die Beruflich mit Kindern zu tun haben, prinzipiell ist die Veranstaltung aber für alle offen, erklären Denecke und Kiefer.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn