- Anzeige -

Klima-Aktivisten zufrieden mit "Solar-Beschluss" des Konstanzer Gemeinderats

Fridays Solar
Jedes Neubaudach in Konstanz soll für Photovoltaik genutzt werden. Damit ist der Gemeinderat auf eine Forderung von Fridays for Future eingegangen. swb-Bild: of/Archiv

Alle Dachflächen von Neubauten sollen auf Potenzial geprüft werden / Antrag zur Entsiegelung von Bundesstraße

Konstanz.  In der ersten Gemeinderatssitzung nach der Ausrufung des Klimanotstandes wurden in Konstanz gleich zwei Maßnahmen zu diesem Thema beschlossen. Darüber berichten die Aktivisten von »Friday for Future« selbst.

Um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern, wurde eine Solarpflicht für Neubauten verabschiedet. Bei jedem Neubau solle verpflichtend geprüft werden, ob eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wirtschaftlich sei.  Ist dies gegeben, so muss eine solche installiert werden. Dies betrifft vorerst lediglich Neubauten.

Ausnahmen soll es nur für bereits zur solaren Warmwasserbereitung genutzte Dächer geben. Auf Dächern mit Dachbegrünung muss geprüft werden, ob eine zusätzliche Photovoltaik-Anlage sinnvoll ist.

VertreterInnen aller Fraktionen, der Verwaltung, sowie der Oberbürgermeister sprachen sich dafür aus, mit Initiativen auch auf Bestandsgebäuden den Photovoltaik Ausbau zu fördern. Laut Fridays for Future Konstanz ist eine jährliche Ausbaurate von 10 Prozent auf allen nutzbarenDachflächen nötig um bis 2030 eine lokale, regenerative Energieversorgung aufzubauen.

Denn, nur so, meint Manuel Oestringer von Fridays for Future, könne die Stadt bis 2030 klimaneutral werden. Dies ist nötig, so Manuel, da “Konstanz als reiche und industriearme Stadt ideale Startbedingungen für den Klimaschutz hat und daher schon vor dem bundesweiten Ziel von 2035 klimaneutral sein muss.”

Als zweite Maßnahme wurde beschlossen, Verhandlungen mit dem Bund aufzunehmen, um bei der Neugestaltung des zentralen Sternenplatzes eine Fahrspur der Bundesstraße B 33 zu entsiegeln und zu begrünen. Damit folgt die Stadt teilweise der Forderung von Fridays for Future Flächen zu entsiegeln.

Die Gruppe fordert zudem, bis Ende des nächsten Jahres jeden fünften Parkplatz zu entsiegeln und mit einem Obstbaum oder bienenfreundlichen Stauden zu bepflanzen. “Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen wir den Autoverkehr überall in der Stadt stark reduzieren. Eine Wiederbegrünung der Fahrspuren und Parkplätze ist aber ein wichtiger erster Schritt” , so Ronja de la Torre von Fridays for Future Konstanz.

Der einstimmige Beschluss die Photovoltaik-Pflicht einzuführen, gibt der Schülerin Hoffnung, dass die Dringlichkeit der Krise bei den Stadträten angekommen ist. “Die heutige Gemeinderatssitzung zeigt deutlich, dass die Ausrufung des Klimanotstandes keine Symbolpolitik ist.Die beschlossenen Maßnahmen reichen aber natürlich noch lange nicht aus um die Erderwärmung auf 1.5 ° C zu begrenzen. Wir werden deshalb weiter streiken, bis unsere Zukunft gesichert ist.”

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler