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Klinik-Müdigkeiten und Impf-Weckrufe

Symbolbild Quarantäne
Symbolbild Qurantäne

Erste Verlegungen aus anderen Landkreisen zum Gesundheitsverbund mit Intensivpatienten

Kreis Konstanz. Zwar ist die Corona-Lage im Landkreis Konstanz noch nicht ganz so dramatisch, aber trotzdem ganz schön angespannt. Zwar kann der Landkreis laut der Meldung des Landesgesundheitsamts sich seit Sonntag über eine rückläufige Quote freuen, die am Dienstagabend bei einen Inzidenzwert von 372 angekommen ist, doch das kann sich schnell ändern. „Wir haben mit rund 2.100 aktuell Infizierten und mit täglich im Schnitt 180 neu Infizierten Zahlen, die um ein vielfaches höher sind, als zum Beispiel vor einem Jahr und nie so hoch waren, so Philipp Gärtner als erster Landesbeamten der Medienkonferenz aus dem Krisenstab im Landratsamt.

Die Politik indes, die aus Stuttgart wie aus Berlin für heute verschärfte Maßnahmen angekündigt hatte, vertagte die von vielen auch mit Bangen erwartete Verordnung auf Freitag, weil es am Donnerstag die zweite Konferenz der Ministerpräsidenten in dieser Woche geben soll. Durchgesickert ist freilich schon vorab,.das Ministerpräsident Winfried Kretschmann die letzten Weihnachtmärkte trotz 2G-Plus nun auch dicht machen möchte, wie auch Clubs und Diskos, wo bereits schärfste Hygienekonzepte gefahren werden.

Furcht herrscht auch im Kulturbetrieb, wie damit nun umgegangen wird: Die Singener Färbe lädt auf Freitag zum Beispiel zu ihrem »Cyrano de Bergerac« ein, der schon vor einem Jahr vom Lockdown erwischt wurde. „Wir hoffen, dass wir da nicht nochmal mit einem fertig geprobtem Stück getroffen werden“, sagte sie am Montagabend auf der Hauptversammlung des Fördervereins.

Die Kliniken im Landkreis sind weiter in Habachtstellung. Eigentlich habe man die letzte Wochen noch Glück gehabt, denn es gab immer noch Reserven, bei den Intensiv- wie den Regulären betten. Doch am Sonntag habe man plötzlich volles Haus am Abend gehabt, weil Patienten unter anderem aus Rottweil oder Balingen verlegt wurden, weil die dortigen Kliniken voll gewesen seien, so der Singener ärztliche Leiter Prof. Frank Hinder. „Unsere größte Sorge ist die Müdigkeit des Personals nach fast zwei Jahren unter dieser Belastung“, so Prof ivo Quack als Leiter des Konstanzer Klinikums. Man bereite sich war auf die Verschiebung von OP`s vor, derzeit könne man aber noch das erforderliche Programm durchziehen, war aus den Kliniken zu hören.

Was den Anteil von nicht geimpften Patienten auf der Intensivstation betrifft, so ist die Aussage 90 Prozent Plus. In den Regelbetten weniger schwerer Verläufe sei es fifty-fifty, allerdings müsse man immer bedenken, dass der Anteil Geimpfter inzwischen höher und bei den älteren Mitbürgern die zweite Impfung oft schon über ein halbes Jahr her ist. »Geboosterte« Partienten sind bisher noch nicht aufgetaucht, so die beiden Klinikvertreter.

Was das Impfen betrifft, so haben die beiden Landtagsabgeodneten Dorothea Wehinger (Grüne) und Hans-Peter Storz (SPD) am Montag einen eindrücklichen Apell an die Ungeimpften gerichtet, denn nur impfen sei der Weg aus dieser Krise.

Der Landkreis hatte schon letzte Woche die Einrichtung von Impfstützpunkten angekündigt. Konstanz ist im Bürgersaal seit Montag im Betrieb und für die ersten Tage ausgebucht. In Engen wird im MVZ geimpft, ab 2. Dezember sollen dort wieder Termine frei sein. Die Stadt Singen bietet am Donnerstag einen ersten Impftag mit dem Landkreis-Impfteam in der Scheffelstraße an, auch dort nur mit Voranmeldung unter 07731/85770 (ab 10 Uhr am Mittwoch), Auch in Radolfzell im Milchwerk wie in Stockach an der Jahhalle seien diese Angebote mithilfe Mobiler Ärzte in Vorbereitung - es hänge aber adran, Pesonal für diese Angebote zu finden.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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