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Kliniken: Erst am Ende des Jahres Defizit klar

Corona-Virus
Symbolbild Klinik

Seit fast drei Monaten um Krisenmodus unterwegs

Kreis Konstanz. Seit fast drei Monaten fahren die Kliniken des Landkreises im Krisenmodus durch Corona-Pandemie. Was der Krisenmodus die Kliniken und letztlich das Land, die Krankenkassen und den Landkreis am Ende kosten wird, kann wahrscheinlich erst auf Endes Jahres ausgerechnet werden, sagt der neue Geschäftsführer Bernd Sieber, der erst Anfang des Jahres angefangen hat.

»Wir sind bisher strukturell gut durch diese Krise gekommen«, bilanziert er, nachdem die erste Welle für die Kliniken abgeebbt ist und die Notaufnahme nach einem starken Rückgang wieder bei rund 90 Prozent der Aufnahmen angekommen ist, wie am Dienstag zu erfahren war. Finanziell wird die Corona-Bereitschaft Spuren hinterlassen. Rund eine Million Euro sind es, die den Kliniken in der Woche fehlen, solange der Krisenmodus noch läuft, sagt Sieber.

Anfang März habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits signalisiert, dass die Betten, die nun freigehalten werden mussten für mögliche Patienten, mit einer Pauschale von 550 Euro pro Tag pro Bett ausgeglichen werden, das waren zeitweise die Hälfte der Betten des Klinikums. Diese Regelung läuft nach aktuellem Stand noch bis 30. September und alle hoffen natürlich, dass diese nicht durch eine »Zweite Welle« verlängert werden müsste. Hier werde auch schon Geld ausgezahlt.
Für jedes zur Verfügung gestellte Intensivbett für Beatmung gebe es zudem 50.000 Euro, was vom Land angekündigt wurde. Immerhin hatte das Singener Klinikum alleine in Erwartung vieler Patienten drei Intensivstationen mit Beatmung aufgebaut. Insgesamt hatte sich der Gesundheitsverbund mit 98 Beatmungsplätzen gerüstet, von denen freilich nur ein Bruchteil wirklich genutzt werden musste. »Da gibt es allerdings noch Diskussionen, was nun ein Intensivbett ist«, so Sieber.

Als weiteren Baustein bekommt das Krankenhaus noch Fallkostenpauschalen von 50 Euro pro Tag. »Das betrifft zum Beispiel die Schutzausstattung, die enorm teuer wurde. Gezogen habe auch die Umstellung, dass die Krankenkassen derzeit viel schneller für Behandlungen zahlen müssten, in fünf Tagen statt sonst erst nach einigen Wochen, und auch das würde eingehalten um die Kliniken liquide zu halten. »Wir schieben hier sozusagen durch die Veränderungen einen

Klar ist allen: »So etwas gab’s noch nie zu bewältigen für das ganze Klinikteam. Wir haben jetzt ein emotionales Zwischenhoch, nachdem wir die letzten Tage fast coronafrei gewesen sind«, so Sieber. Doch noch nie habe es aber auch einen so massiven Erlöseinbruch gegeben, bei dem am Ende offen sei, was aufzufangen bleibe für des Gesundheitsverbund.

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am Montag seine Liquditätshilfe von fünf Millionen Euro für den Gesundheitsverbund freigegeben, dir schon in den Haushaltsplan eingesetzt wurde, der Anfang des Jahres eingesetzt wurde um das Klinikum generell zu stützen. In die Zukunft der Gesundheitsversorgung will der Landkreis mit einem zweigeteilten Gutachten blicken. Ein Teil gibt der Kreistag, den anderen Teil zu den internen Strukturen und Abläufen der Aufsichtsrat, wurde am Montag per Abstimmung festgelegt. 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler