- Anzeige -

Kliniken Schmieder werden Hotspot der Corona-Krise

Kliniken Schmieder
In den Kliniken Schmieder hat ein Corona-Patient zahlreiche Mitarbeiter und Patienten in der Station für Frührehabilitation angesteckt. swb-Bild: Archiv

Frühreha-Station nach fast 50 Infektionen isoliert / Alle-Pfegeeinrichtungen sollen getestet werden

Konstanz/ Allensbach. Seit dem letzten Dienstag, als erste Infektionen mit dem Corona-Virus unter Mitarbeitern und Patienten aufgetaucht sind, hat sich die Schmieder-Klinik zum neuen Hotspot der Corona-Krise im Landkreis entwickelt. Mit Stand Freitagmittag seien inzwischen 21 Patienten und 26 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden, gaben im Rahmen der Krisensitzung im Landratsamt der Leiter der Einrichtung, Patrick Mickler und der ärztliche Leiter der Früh-Reha, Anastasios Chatzikonstantinou, bekannt. Man habe inzwischen einen Indexpatienten ausgemacht, der ohne Symptome eingeliefert worden sei und erst nach einigen Tagen Fieber entwickelte, was nicht untypisch für den Corna-Virus sei. Inzwischen sei man dabei, alle Patienten in der Klinik, das sind rund 250, wie auch alle Mitarbeiter zu testen. Man sei über die hohe Zahl an Infektionen sehr erschrocken. "Die meisten der positiv getesteten Personen zeigten überhaupt keine Symptome", so Anastasios Chatzikonstantinou. Die Station Frührehabilitation ist derzeit isoliert, die Klinik hat auch erst mal einen Aufnahmestopp für neue Patienten gesetzt, wurde weiter bekannt gegeben. Keiner der anderen Standorte der Kliniken Schmieder sei sonst betroffen. Alle neuen Patienten würden einem Aufnahmetest unterzogen.

Testreihe in allen Pflegeeinrichtungen ab kommender Woche

Landrat Zeno Danner kündigte in der Sitzung des Krisenstabs zudem an, dass es durch die Mithilfe der Biologischen Fakultät der UNI-Konstanz nun möglich sei, den Umfang von Tests deutlich zu erweitern. Deshalb sollten ab nächster Woche auch alle Mitarbeiter und Patienten von Pflegeeinrichtungen komplett durchgetestet werden, und zwar auch immer wieder. "Eine Testrunde ergäbe nur eine Momentaufnahme", so Danner. Insgesamt werde man bei den Test in Zukunft großzügiger Verfahren, vor allem bei Personen mit "systemrelevanten" Funktionen.

Zahl der bislang Infizierten auf 262 angestiegen

Am Freitag stieg die Zahl der bislang im Landkreis infizierten um 15 auf 262 an. 236 Personen (plus 14) wurden positiv getestet. Bei 26 Personen (plus 1) wird aufgrund der Nähe zu Infizierten von einer Infektion auch ohne Test ausgegangen. 28 Personen aus dem Landkreis werden derzeit stationär in den Kliniken Singen, Stockach und Konstanz behandelt. Die Zahl der Patienten ist aber höher, da ja auch fünf Patienten aus Frankreich und der Schweiz aufgenommen wurden als Akt der Solidarität, wie Landrat Danner deutlich machte. "Wir sind noch auf der niedersten Eskalationsstufe machte Dr. Marcus Schuchmann vom Konstanzer Klinikum deutlich. Wie Prof. Frank Hinder vom Singener Klinikum informierte, habe man inzwischen eine dritte Intensivstation in Betrieb genommen. Da durch die Aktuellen Mobilitätsbeschränkungen zum Beispiel in der Unfallchirurgie weniger los sein, wäre auch der übrige Krankenhausbetrieb gesichert, machte Hinder deutlich. In diversen über "soziale Netzwerke" verteilte Botschaften, wird immer wieder ein "Aufnahmestopp" unterstellt. Das sei nicht der Fall, wurde von beiden ärztlichen Leitern unterstrichen.

Die Zahl der genesenen Patienten stieg um 4 auf 86. Vier Patienten hätten auch die Klinik bereits wieder verlassen können. Damit liegt die Zahn der aktuell infizierten bei 180.

 

 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler