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"Kohle, Zaschter und Moneten"

Kohle Arlen
Beim "Närrischen Jahrmarkt" und seiner berühmten Glump-Tombola gab es diesmal unter anderem eine Perücke von Angela Merkel zu gewinnen, denn die sei nach 15 jahren eben auch abgelaufen. swb-Bild: of

Glanzstück der Katzdorfer Narren zum Ordensabend

Arlen. Die Katzdorfer Narren haben eben ihre eigene Klasse. Mit "Kohle, Zaschter und Moneten" lieferten sie am Donnerstag ein richtiges durchkomponiertes Glanzstück ab. Der Abend begann mit der Hauptversammlung eines Gemeinnützigkeitsverein dessen Kassier (Markus Mayer) sich böse verrechnet hatte. Ganze 54.000 Euro standen als Minus in seinen Büchern und der Vorsitzende gibt ihm nun drei Stunden Zeit, die Kohle wieder ranzuschaffen während er aus der Versammlung zum Fußballschauen enteilt. Und von der Geldbeschaffung auf den skurrilsten Wegen handelte der folgende Abend, in den natürlich manche politische Spitze mit eingebaut war Dorftratsch und die zuweilen bizarre Selbstironie der Katzdorfer Narren.

Zusammen mit seinem "Finanzberater" (Matthias Aster) geht es auf Ideensuche, wie schnell Geld in die Kasse kommen könnte. Werbung ist das erste Stichwort und so ist der ganze Abend von Werbeblocks durchzogen, die bekannte Produkte und berühmte Werbesprüche zitieren, die jeder kennt. Weniger erfolgreich ist eine Aktion mit der Heilsarmee (Susanne Graf) und einen Klingelbeutel, was zwar viele Hosenknöpfe einbringt, aber sonst nur 2,30 Euro an Moneten. Zwei »Plaudertaschen« wollen den Verein mit Kuchenbacken retten, doch Sanja Kaltenbrunner und Monika de Sombre scheitern an all den Ausnahmen, die zwischenzeitlich für die diversen Nahrungsmittelunverträglichkeiten gemacht werden müssen. Schrecklich, wie hier Ekel und Allergien sich auf der Bühne mischen, das Publikum kugelte sich vor Lachen. Ein "Katzomat" (Silke Graf) spuckt leider auch nur Gutscheine für die Narrenbaumverlosung aus, leider erfolglos ist dann auch der Überfall des "Bankhaus Rattlinger" (Vera Klett, Sanja und Uli Kaltenbrunner, Christine Dreide, Giusy Merenda) denn im armen Rielasingen ist halt nichts zu holen.

Nach der Pause schrubbten die »Crayzy Girls« aus Worblingen eifrig das Deck des Traumschiff und konnten »Florian Silbereisen« wohl so beeindrucken, dass er in der nächsten Nummer als Partner für "Lätz Däns" gewonnen wurde, wo die Arlener auf Sieg spekulierten, währenddessen der Kassier schon seine Körperoberfläche für Werbebanner für eine Werkstattkette vermietet hatte. Der Sieg im Tanzcontest (Alex und Jan Westhues, Harald und Regina Liehner, Diana und Gerd Kantak) bei dem »Helene Fischer« als Puppe mächtig beim Tango malträtiert wurde, brauchte aber auch nur einen Pokal und nichts Zählbares.

»Rie ne va plus« sprach Marianne Baumann in ihrer Büttenrede aus und wusste auch, wo anderes Geld hingekommen ist. Verkehrsminister Andreas Scheuer habe seinen Maut-Alleingang mit "unserem Geld« gemacht - hätte er doch lieber bei den Eidgenossen abgeschaut, die das alles mit Vignetten hinbekommen hätten. Zum Ausgleich solle er nun dafür sorgen, dass die Schweizer künftig Maut für die Einkaufswägen hier entrichten sollen.

Und auch der traditionelle närrische Jahrmarkt an der Gems sollte helfen das Finanzloch zu stopfen. So wurde aus der berüchtigen Tombola von Narrenpolizist Gerhard Prutscher (weiter spielten mit Monika de Sombre, Beate und Stefan Binnig, Steffi Wieland, Annette Bruch, Claudio Guigiani, Ursula Knapp und Barbare Ditschler) eine ganz skurrile Tombola von ausgedienten Dingen. Gewinnen konnte man Angela Merkels Perücke, nach 15 Jahren habe sie ausgedient. Gewonnen wurde ein Toaster ohne Kabel, als Beitrag gegen den Klimawandel, eine Uhr ohne Zeiger  zur Entschleunigung des Lebens, brandschutzkonforme Steichhölzer ohne Köpfchen, ein Wasserfarbkasten nur noch mit schwarz und weiß, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren oder Blumen ohne Blüten, die auch für Allergiker geeignet sein sollten und als Krönung gar ein "Bohlinger Fleischkäs« zum Song »Mit 66 Jahren....«   Das brachte das Publikum geich mehrfach zum Toben. Die Regie teilten sich Mariane Baumann, Monika de Sombre und Susanne Kalopek.

Das Programm kann man nochmals am Dorfabend im Kulturpunkt am Sonntag, 23. Februar,ab 19.30 Uhr erlebt werden. Karten dafür gibt es bei Manu Kuppel in Arlen (07731/25517).

Mehr Bilder gibt es in unserer Galerie.

 

 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler