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Kreisseniorenrat sorgt sich um Verschwörungstheorien

Dr. Bernd Eberwein
Dr. Bernd Eberwein, Vorsitzender des Kreisseniorenrats. swb-Bild: Archiv

Staat sei gefordert diesen Theorien entgegenzutreten wie er der Pandemie entgegentrat

Kreis Konstanz. Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Personen in Deutschland ist hoch, aber deutlich niedriger als in anderen vergleichbaren Ländern. Deutschland ist in der Corona-Krise bisher glimpflich davon gekommen, befindet der Kreisseniorenrat, der sich weniger zum Verlauf der Pandemie sorgt als vielmehr im die Theorien, die über die Corona im Umlauf sind.

Die Politik habe präventive Maßnahmen zum Gesundheitsschutz konsequent angewendet und die Bevölkerung wirkte bisher einsichtig mit. "Persönliche Einschränkungen, wirtschaftliche Schäden bis hin zur Vernichtung von beruflichen Existenzen sind der Preis für die relativ erfolgreiche Infektionsabwehr. Die Wut nachteilig Betroffener ist nachvollziehbar", Dr. Bernd Eberwein in seiner Stellungnahme. Jetzt werde Bilanz gezogen: Ab welcher Schadensgröße in Wirtschaft und Gesellschaft wird der Gesundheitsschutz zweitrangig? Gewinner seien die vor der Erkrankung geschützten Personen. Zu welcher Gruppe man sich zähle müsse jeder nach Maßgabe seiner Betroffenheit für sich entscheiden. 

Bei Demonstrationen werde nun mit Nachdruck gefordert, alle Einschränkungen aufzuheben. Der Zulauf zu solchen Demonstrationen wird nach Beobachtungen der Vertreter des Kreisseniorenrats stetig größer. Er habe inzwischen eine ernst zu nehmende Dimension erreicht. Sachliche Aufklärung zur Infektion und Hinweise auf erkennbare Erfolge bei der  Bekämpfung der Pandemie überzeugten viele Demonstranten nicht. Manche vermuteten hinter der Corona-Pandemie Verschwörungsabsichten von reichen und mächtigen Personen, die angeblich die Weltherrschaft anstreben. Zwangsimpfungen und Implantieren von Chips  und weiteres seien die Werkzeuge dazu. Den Wortführern solcher "fake news" werde geglaubt, obwohl sie für ihre Thesen keine Beweise vorlegen, meinen die Vertreter des Kreisseniorenrats.

Es gibt für den Seniorenrat genügend Beispiele dafür, dass paranoide Vorstellungen so ausgeprägt seien, dass sie die mentale Grundlage für Gewalttaten bilden. "Überzeugte Anhänger von Verschwörungstheorien suchen die Mitwirkung anderer. Adressaten und Opfer der Anstifter von verbaler oder körperlicher Gewalt sind leichtgläubige, unkritische und stets gewaltbereite Personen". so Dr. Bernd Eberwein. 

Politik und Gesellschaft sind verpflichtet, der Ausbreitung der Verschwörungstheorien entgegenzutreten. Wie bei der Corona-Pandemie habe der Staat die Aufgabe, den Charakter der Verschwörungstheorien kritisch zu beobachten. Leicht beeinflussbaren Personen ist dringend zu raten, von Verkündern von Verschwörungstheorien und deren Trittbrettfahrern Abstand zu halten. "Der Bevölkerung wäre die Fähigkeit zu wünschen, sich an Fakten zur Coronapandemie orientieren zu können, um ein eigenes Urteil zu bilden und auch anderen gegenüber zu vertreten", meint Dr. Eberwein als Vorsitzender des Kreisseniorenrats.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler