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Kunst und Kultur wieder auf die Beine helfen

Kulturfonds soll Corona-gebeutelte Szene im Landkreis Konstanz unterstützen

Landkreis Konstanz. Ausstellungen, Konzerten, Theateraufführungen Lesungen oder Sozio-Kultur - alles, was ein reiches, buntes Kulturleben ausmacht wurde durch die Auswirkungen der Corona-Krise in den letzten Monaten auf Null herunter gefahren und ist derzeit auch nur sehr eingeschränkt möglich.
Um zu verhindern, dass das öffentliche Kulturleben im Landkreis Konstanz dauerhaften Schaden nimmt, beschloss der Kreistag einen Corona-Kulturfonds zur Förderung des freien Kulturschaffens einzurichten.
von Ute Mucha
 Die Kunst- und Kulturszene ist von der Krise besonders hart betroffen. Absagen jeglicher Art von Veranstaltungen bringen vor allem freischaffende Künstler in existenzielle Nöte. Bund und Land stellen zwar Soforthilfen in Aussicht, doch die greifen oft erst spät und reichen nur bedingt.
Um diese Lücke zu schließen legte Landrat Zeno Danner auf der jüngsten Kreistagssitzung am Montag einen Antrag auf den Tisch. »Unsere Idee ist, die arg darbenden Kulturszene im Landkreis zu unterstützen und den vielen freischaffenden Künstlern etwas Halt und eine Perspektive zu geben«, erklärte Zeno Danner und stieß damit offene Türen ein.
So zeigte sich Kreisrat Daniel Grüninger (Grüne) begeistert über die Initiative zumal er sich als Autor und Regisseur gut in die Situation der Kulturschaffenden hinein versetzen kann. »Ich bin stolz, dass der Landkreis diese Idee umsetzt«. Allerdings regte er an, die Jury von externen Experten um junge Künstler zu erweitern. Die Jury soll unter Vorsitz von Landrat Zeno Danner die eingegangenen Anträge bewerten und förderwürdige Projekte auswählen. Sie setzt sich bisher zusammen aus Dr. Ute Hübner (Herman-Hesse-Museum), Hilde von Massow (Höri-Musiktage), Christoph Bauer (Kunstmuseum Singen) sowie Kreisarchivar Dr. Friedemann Scheck. Dieser wird die Anregung Grünauers aufgreifen und die Jury um zwei weitere Mitglieder aus der jungen Kunstszene aufstocken.
Als Zweck des Fonds führte Danner die Aufrechterhaltung der Vielfalt des Kulturlebens im Landkreis durch die Unterstützung des kreativen Schaffens an. Gefördert werden sollen Projekte aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, darstellende Kunst, Musik und Kulturvermittlung.
Dafür stellt der Landkreis als Sockelbetrag 25.000 Euro zur Verfügung. Doch dieser Summe soll durch Spenden von privaten und institutionellen Geldgebern erhöht werden. »Die Bettelbriefe liegen bereits in der Schublade«, kündigte Danner an, der selbst als gutes Beispiel voran gehen werde.
Der Betrag von bis 2.500 Euro pro Förderprojekt erschien manchem Kreisrat allerdings als eher gering. »Die Einzelförderung sehe ich als sehr wenig an, doch grundsätzlich ist es erfreulich, dass Künstler im Landkreis durch den Fonds unterstützt werden«, erklärte Lina Seitzl für die SPD-Fraktion. Auch Boris Graf (FDP) mokierte, dass mit diesen Beträgen nur »gekleckert« werde. Durch den Spendenaufruf hofft man aber, dass der Sockelbetrag ansteigt und damit auch die Einzelförderung auf maximal 5.000 Euro je nach Projekt erhöht werden könnte.
Für FDP-Rat Dr. Georg Geiger wird mit dem Corona-Kulturfonds ein wichtiges Zeichen für die Kunstszene im Landkreis gesetzt, die durch Corona derzeit am Boden liege. Auf seine Frage der zeitlichen Befristung der Förderung deutete Dr. Friedemann Scheck eine Fortführung auch über dieses Jahr hinaus an. »Wir wollen über den Kulturfonds Kreativität fördern«, betonte Kreisarchivar Scheck und dies so unkompliziert wie möglich.
Und so schnell wie möglich, ergänzte Landrat Zeno Danner zum Abschluss und hofft auf reichlich Unterstützer um die angeschlagenen freie Kunst- und Kulturszene im Landkreis wieder auf die Beine zu bringen und den kreativen und engagierten Kulturschaffenden eine Perspektive zu geben. 

Wochenblatt @: Ute Mucha