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Lärmaktionsplan soll für mehr Ruhe sorgen

Lärmaktionsplan Radolfzell
Mit dem Lärmaktionsplan will die Stadtverwaltung Maßnahmen realisieren, die nachhaltig für eine Lärmminderung in stark belasteten Gebieten sorgen sollen. Unter anderem ist geplant, in der Haselbrunnstraße zeitweise mit Tempo 30 zu beschränken.swb-Bild gü

Tempo 30 in Ortsdurchfahrten sowie zeitweise in der Haselbrunnstraße

Radolfzell. Mit dem Lärmaktionsplan will die Stadtverwaltung Maßnahmen realisieren, die nachhaltig für eine Lärmminderung in stark belasteten Gebieten sorgen sollen. Demnach plant die Stadt in stark frequentierten Straßen wie etwa der Haselbrunn- oder der Konstanzer Straße sowie in den Ortsdurchfahrten in Markelfingen und Böhringen eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30. Während in Markelfingen und Böhringen von einer unbeschränkten 30er-Zone die Rede ist, soll in der Haselbrunnstraße lediglich von 22 bis 6 Uhr das Tempo gedrosselt werden. Dafür sprach sich der Gemeinderat nach einem entsprechenden Antrag von Siegfried Lehmann aus. »Wir haben bereits jetzt schon in der Haselbrunnstraße zu Stoßzeiten erhebliche Staus. Eine Tempobeschränkung würde dies noch weiter verschärfen«, begründete der Fraktionssprecher der Freien Grünen Liste seinen Antrag, der eine große Zustimmung im Gremium fand. Zudem appellierte Lehmann dafür, zur Überwachung der Geschwindigkeit, zwei stationäre Blitzanlagen zu installieren, denn nur dann würde eine Temporeduzierung auch Sinn machen. Obwohl das Gros des Stadtrates mit Lehmann d’accord ging - etwa Christof Stadler von der CDU, der davon sprach, dass eine durchgehende 30er-Zone die Nutzer der Haselbrunnstraße eher verärgern würde - wurden gerade die Blitzer heftigst diskutiert. »Sind wir dann die Blitzer-Stadt Nummer Eins?«, fragte etwa Jürg Keck, Fraktionssprecher der FDP.
Seiner Meinung nach würden stationäre Geschwindigkeitsmessungen keinen Sinn machen. »Dannn bremst man kurz ab und brettert dann weiter«, sagte er. Mobile Anlagen könnten hier allerdings Abhilfe schaffen. »Vom Grundsatz ist es allerdings richtig, das Tempo auch zu überwachen«, erklärte Oberbürgermeister Martin Staab. Eine weitere Maßnahme des Lärmaktionsplanes, das Aufstellen von Lärmschutzwänden rief indes die Markelfinger Bürger auf den Plan. Wie Ortsvorsteher Lorenz Thum berichtete, haben sich einige Markelfinger gegen das Anbringen dieser Wände im Bereich des Bahnhofes ausgesprochen. »Sonst schwindet die Seesicht«, sagte Thum.
Außerdem plant die Verwaltung, einen lärmoptimierten Asphalt in der Konstanzer Straße anzubringen, während die Straße in den kommenden Monaten saniert wird. Zudem soll in der Schützenstraße nördlich der Brücke eine Lärmschutzwand gebaut werden.
Mit großer Mehrheit sprach sich das Gremium für den Lärmaktionsplan aus, aber wie Wolfgang Keller, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer, im Ausschuss für Planen, Umwelt und Technik, gegenüber dem WOCHENBLATT bestätigte, gehe der Lärmaktionsplan nun in die Offenlage. Hier müssen dann die betroffenen Behörden wie das Landratsamt, das Straßenbauamt oder etwa die Polizei, noch einmal Stellung zu den Maßnahmen beziehen.

Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert