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Landkreis bei der Beschuldung in VKL-Klassen gefordert

Insi Schule
Der Vorstand von Insi hofft auf die Solidarität des Landkreises. swb-Bild: Archiv

Teilweise kein Schulplatz für zugewanderte Schüler

Singen. Schon im Frühjahr dieses Jahres gab es in Singen das Problem, dass eine große Zahl von Kindern, deren Eltern nach Singen zugewandert sind, monatelang auf eine Schulplatz warten mussten. Dank des großen Einsatzes von Schulamt und Bürgermeisterin Ute Seifried gelang es schließlich, für diese Kinder eine allerdings auf dieses Schuljahr befristete Lösung in Hilzingen zu finden. 

Jetzt aber stellt sich, wie der 1. Vorsitzende des Vereins inSi e.V. - Integration in Singen - , Manfred Hensler, aus sicherer Quelle erfahren hat, das Problem erneut: Über 20 Kinder und Jugendliche, deren Eltern aus osteuropäischen Ländern nach Singen zugewandert oder aus Kriegsgebieten wie Syrien geflohen sind, warten z. T. schon seit September auf einen Schulplatz, schreibt der Verein in einer Presseerklärung.

In Singen sind die Kapazitäten derzeit restlos erschöpft. Da Singen aber im Bereich der Geflüchteten im landkreisweiten Vergleich ohnehin viel mehr Menschen aufgenommen hat als dies die  für jede Kreisgemeinde berechnete Quote vorsieht, wäre es nur fair,  wenn umliegende Gemeinden Singen bei der Lösung dieses Problems helfen würden - nur tun dies die Gemeinden trotz dringender Appelle sowohl des Schulamtes als auch der Bürgermeisterin nicht - man lässt Singen im Landkreis buchstäblich im  Regen stehen. Das Hauptargument angefragter Gemeinden, man habe für die Bildung einer zusätzlichen  VKL-Klasse (Vorbereitungsklasse für Kinder mit erheblichen Sprachdefiziten) leider keine Räumlichkeiten, scheint in vielen Fällen eher ein Vorwand zu sein, heißt es in der Pressemitteilung von Insi weiter.

Zwar zeichnet sich jetzt in Steisslingen für den Januar die Möglichkeit ab, wenigstens die Grundschulkinder unterbringen zu können, für die älteren, der Sekundarstufe 1 zuzurechnenden Kinder bzw. Jugendliche gibt es bisher aber  keine Lösung.

Dies ist", so Hensler, "ein absolut unhaltbarer Zustand - ohne Beschulung wird bei der Integration dieser Kinder und Jugendlichen wertvolle Zeit verschenkt, und monatelanges Herumhängen ohne  Schule wirkt sich ganz schnell verheerend aus. Letztlich ist hier der Landrat gefordert. Er muss über Gespräche mit seinen Bürgermeistern dafür sorgen, dass Singen als der Stadt im Landkreis, die von Anfang an die Hauptlast trug bei der Aufnahme von Geflüchteten, von den anderen Kommunen im Landkreis nachhaltig geholfen wird. Nachhaltig heißt, dass die umliegenden Gemeinden nicht nur VKL-Klassen für Singener Schüler einrichten, um diese dann nach einem Schuljahr wieder zurückzuschicken in Regelklassen Singener Schulen, sondern dass diese Gemeinden diese Schüler nach der VKL-Beschulung dann auch in ihre eigenen Regelklassen integrieren müssen - nur so wäre Singen dauerhaft geholfen und man könnte von einer fairen Verteilung der Lasten innerhalb des Landkreises gesprochen werden.

Nur so kann erreicht werden, dass der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund in Singener Schulen weiter steigt und  immer deutlicher über dem Landkreisschnitt liegt, was aus lerntheoretischen bzw. pädagogischen Gründen ein großes, immer schwerer zu lösendes Problem für die Schulen darstellt - manche Schulen in Singen stehen schon jetzt mit dem Rücken zur Wand."  

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr