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Landkreis will das Impfen wieder leichter machen

Symbolbild Klinik
Symbolbild Klinik

Drei Impfstationen im Kreis geplant / Kliniken richten sich auf steigende Patientenzahlen ein

Kreis Konstanz. Seit das Land letzte Woche den 3G-Status für Besuche in den meisten Geschäften festgelegt hat, setzte wie erwartet eine Ansturm auf die wenigen angebotenen Impftermine ein, weil viele Impfmuffel einerseits zu spüren bekamen, wie man hier ausgeschlossen werden kann, zum anderen weil vielen aufgrund der rasanten Entwicklung des Infektionsgeschehens doch mulmig wird.

»Wir wollen das Impfen wieder möglichst einfach machen«, erklärte dazu am Dienstag der Sozialdezernent im Landratsamt, Stefan Basel, gegenüber den Medien. Am Freitag hatte es zum Beispiel bei einem Impftermin in den Berufsschulen in Singen riesenlange Schlangen gegeben und am Ende wurde bis weit in den Abend geimpft: 500 statt der 300 vorgesehenen Dosen. Bei einem Impftermin am Samstag in Konstanz seien es gar 597 Dosen gewesen, die verimpft wurden, so Landrat Zeno Danner in einer Information vom Sonntag.

Deshalb solle es schon in Bälde wieder stationäre Impfangebote geben: in Konstanz im Bürgersaal und bei starker Nachfrage, in Radolfzell im Milchwerk und in Singen in der Scheffelstraße in einem derzeit leerstehenden Ladengeschäft. Man wolle hier möglichst an sieben Tagen in der Woche Impfangebote machen können, so Basel weiter. Das hänge aber davon ab, wie viel Personal man jetzt dafür zusammenbekomme. Mitarbeitende des GLKN hätten sich zum Beispiel für die Wochenenden schon angeboten, ein Rundruf geht derzeit herum zu pensionierten Ärzten oder Pflegern. Auch die Terminvergabe solle wesentlich einfacher werden als noch beim Impfzentrum: »Wir sind mit Dienstleistern noch in Verhandlungen. Es soll so einfach werden die der Kauf einer Kinokarte und auch ohne Internet einfach gehen.« Auch die Verstärkung bei den mobilen Impfteams, die leider auch viel zu spät in den Einsatz kommen, werde hoffentlich bald Wirkung zeigen, meinte Basel. Auch hier ist alles von der Personalrekrutierung abhängig. Gerechnet wird freilich damit, dass durch die 2G-Regelungen die Nachfrage nach Impfangeboten nochmals steigen wird. Derzeit sind 63,5 Prozent der Landkreisbevölkerung durchgeimpft. Eine Statistik über »Booster-Impfungen« wird aber nicht mal geführt.

Was die Corona-Lage anbetrifft, ist der Landkreis Konstanz mit einer Inzidenz von 315 am Dienstag fast noch eine Insel der Glückseligen gegenüber dem Lankreis Tuttlingen (613) oder dem Schwarzwald-Baar-Kreis (674), wo Ausgangssperren für Ungeimpfte verhängt werden. Aber auch in der Schweizer Nachbarschaft wütet die »vierte Welle« im Kanton Thurgau (712) oder Schaffhausen (557), wenn auch ohne größere Konsequenzen bislang.

Die Vertreter der Kliniken betrachten die Entwicklung derzeit mit großer Sorge, vor allem, weil sich die Kliniken immer mit Zeitverzögerung füllen. Man bereit in Singen derzeit eine Abteilung mit 28 Betten für den Fall einer deutlichen Zunahme von Hospitalisierungen durch Covid-Patienten vor, auch in Radolfzell stehe man in Anspannung parat, so Prof. Frank Hinder vom Hegau-Bodensee-Klinikum. Prof. Marcus Schuchmann vom Konstanzer Klinikum sprach von einer spürbaren Anspannung. Man bereite sich wieder darauf vor, vertretbare Verschiebungen von Behandlungen und Operationen vorzunehmen, um damit Kräfte freizusetzen.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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