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Landrat mahnt zur Vorsicht

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Corona-Infektionszahlen im Landkreis Konstanz steigen weiter

Landkreis Konstanz. Aktuell sind 34 Personen aus dem Landkreis Konstanz als infiziert gemeldet. Der weitaus größte Teil davon stammt aus der Stadt Konstanz, erklärte Landrat Zeno Danner am Dienstagmorgen nach der Sitzung des Krisenstabs in einer eigens anberaumten Medienkonferenz. Ein Zustand, der nicht nur ihm, sondern auch dem Konstanzer OB Uli Burchard Sorgen macht. »Bei uns in der Stadt steht die Ampel auf Gelb«, betonte er. Aktuell mache man sich Gedanken über Gegenmaßnahmen. So sollen baldmöglichst Präventionsteams in der Stadt unterwegs sein, die auf die Situation hinweisen und Flyer verteilen. Dabei gehe es darum, die Menschen auf freundliche Art und weise dafür zu sensibilisieren, dass auf die gängigen Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand halten und ggf. Maske tragen geachtet werden soll.

Reiserückkehrer brachten das Virus wieder mit

Zum erneuten Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis kam es weil Reiserückkehrer, vornehmlich vom Balkan, aber auch aus anderen Gegenden das Virus wieder eingeschleppt haben. In der Folge habe es auch Infektionen an Kitas, Schulen und Pflegeheimen gegeben, allerdings sei zum Glück nirgends ein Hotspot entstanden, so Danner. Wie Maria-Luise Weber vom Gesundheitsamt auf Nachfrage des WOCHENBLATTs erklärte könne man im Moment die Infektionsketten noch gut nachverfolgen., wenn auch »mit viel Aufwand«. Für Unruhe hatten lokale Infektionen in Konstanzer und Singener Kitas wie in einer Konstanzer Schule wie in einem Seniorenheim gesorgt.

Insgesamt rund 25.000 Tests

In den vergangenen Wochen wurden wöchentlich ca. 1.000 bis 1.200 Tests durchgeführt, wobei es in den drei Wochen ohne Neuinfektionen geringfügig weniger waren, so Danner. Insgesamt wurden rund 25.000 Tests durchgeführt wobei seit März 552 Corona-Infektionen entdeckt wurden. Inzwischen weist die Statistik auch einen weiteren Todesfall auf. Diese Zahl ist damit auf 16 gestiegen. OB Burchard fordert indessen, dass das Land ähnlich wie in Bayern allen Bürgern kostenlose Corona-Tests ermöglichen soll. Trotz gestiegener Zahlen sei der Landkreis noch kein »Hotspot« so Danner. Hier gelte noch immer der Richtwert von 50 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen. Im Landkreis lag dieser Wert am Dienstag bei 8,8. Sollte es trotzdem dazu kommen, dass die Maßnahmen wieder verschärft werden müssen, so sollen diese Landkreisweit gelten und nicht etwa nur für eine Stadt.

Danner hofft indes, dass es soweit nicht kommt. Es sei verständlich, dass die Menschen in den letzten Wochen wieder sorgloser geworden sind. Umso wichtiger sei es, nun wieder alle dafür zu sensibilisieren, dass weiterhin auch trotz der Lockerungen Vorsicht geboten ist, machte er deutlich. »Ein Rundum sorglos Paket von Verwaltungsseite kann es nicht geben. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass die Bevölkerung mitmacht. sonst werden wir es nicht schaffen«, appelliert Danner.

In den Krankenhäusern ist die Lage noch ruhig

In Stationärer Behandlung befinden sich aktuell nur zwei Patienten, zwei weitere gelten als Verdachtsfälle, erklärte Prof. Dr. Marcus Schuchmann, der ärztliche Direktor des Klinikums Konstanz. Damit sei die Lage in den Krankenhäusern noch gut zu stemmen. Allerdings liegt auch ihm viel daran, dass die Zahlen insgesamt niedrig bleiben. »Im Gegensatz zur Situation im März und April wollen wir den Normalbetrieb in den Kliniken weiter laufen lassen«, betonte er. Sollten die Zahlen zu stark steigen wäre das nicht mehr möglich. Sein Singener Kollege, Prof. Dr. Frank Hinder bezeichnet die Situation noch als Stabil »Wir hoffen, dass wir ohne zweite Welle auskommen« betonte er.

Situation für Urlaubsrückkehrer

Wer aktuell aus einem Corona-Risikogebiet zurückkehrt, der muss sich umgehend bei der Ortspolizeibehörde melden und sich in häusliche Quarantäne begeben, erklärt Landrat Danner. Ein Verstoß gegen die Quarantäne wird mit einem Bußgeld geahndet.

Wochenblatt @: Dominique Hahn