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Leider viele Todesfälle in Pflegeheimen

Corona Landkreis
Die aktuelle Corona-Karte im Landkreis vom 1. Dezember. Nachdem der Inzidentwert am Montag auf 86 sank, stieg er durch die Zahlen vom Wochenende wieder auf 100,6, liegt aber deutlich unter dem Landesschnitt. swb-Bild: LRA

Trotz starker Belastung noch "Normalbetrieb" in den Klniken

Die gute Nachricht des Corona-Krisenstabs ist, dass laut den Umfragen des Gesundheitsamts bei der Kontaktverfolgung von positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen immerhin noch 43 Prozent wissen, wo sie sich angesteckt haben.
»Damit liegen wir noch deutlich über dem Landesschnitt von 25 Prozent« so Landrat Zeno Danner im Rahmen der Medienkonferenz am Dienstag. Am Dienstag wurde über die Medien vermittelt, dass immer mehr Gesundheitsämter mit der Kontakverfolgung überfordert wären.

Der viel schlechtere Teil der aktuellen Lage: Seit letzter Woche hat sich die Zahl der Todesfälle auf 47 (15 in einer Woche) erhöht, sie hatte letzten Dienstag noch bei 32 gelegen. So viele Verstorbene hatte es innerhalb einer Woche noch nie gegeben, seit im März das Corona-Virus sich im Landkreis zu verbreiten begann.

Und die noch schlechtere Nachricht: Vier Pflegeeinrichtungen seien derzeit im Landkreis Konstanz Schwerpunkte des Infektionsgeschehens, und dort sind die betroffenen SeniorInnen meist schon so geschwächt, dass es angesichts sich rapide verschlechternder Gesundheitszustände nicht mal mehr zur Einlieferung in eine Klinik reicht, so Landrat Zeno Danner und Dr. Hannes Winterer vom Gesundheitsamt des Landkreises.

Derzeit haben die Pflegeeinrichtungen zumeist noch nicht wieder geschlossen, außer wenn es dort einen Hotspot gibt.

In den Kliniken geht es derzeit hin und her, informierten die beiden ärztlichen Leiter des Gesundheitsverbunds im Landkreis, Prof. Frank Hinder und Prof. Marcus Schuchmann am Dienstag. In Konstanz seien derzeit 10 Prozent der Patienten entweder positiv getestet oder Verdachtsfall, das sei ein ganzes Stockwerk der Klinik. Auch in Singen ist die Belastung hoch, aber noch muss im Bereich der Intensivbetten noch keine Notbremse gezogen werden. »Das wird jeden Morgen neu erörtert, wie groß die Reserve für andere Notfälle ist«, so Prof. Hinder.

Um hier mehr Handlungsspielraum zu bekommen, wird auf Bundes- wie Landesebene derzeit die Kleeblatt-Lösung aufgebaut. In Südbaden tauschen sich dabei die Kliniken mit dem Zentrum Freiburg aus, wenn Intensivbetten knapp würden. »Wir haben ja allgemein um diese Jahreszeit eine viel höhere Belegung als im Frühjahr zum Beginn der Krise«, so Prof. Hinder am Dienstag.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler