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Lions-Förderpreis für das Orchester des Hegau-Gymnasium

Lions Förderpreis
Eine Überraschung war die Preisverleihung auch für die Leiterin des Orchesters des Hegau-Gymnasium Singen, Gabriele Haunz. swb-Bild: of

Großer Abend der klassischen Musik im Singener Bürgersaal

Singen. Es sollte ein ganz besonderer Abend werden, denn bereits zum 20. Mal hat der Lions Club Singen-Hegau seinen Kulturförderpreis verliehen, wie dessen neuer Präsident Andreas Pfleger bei der Begrüßung anmerkte. Und schon seit 2008 wird dieser Sommerabend vom Bodensee Kammerorchester unter der Leitung von Gero Wittich mit einem phänomenal gewaltigen Klangrahmen versehen. Dem sollte der diesjährige Preisträger in nichts nachstehen. Dem neuen Kulturbeauftragten des Clubs, Otto Ruch, war es vergönnt, die Decke des Geheimnisses zu lüften mit Laudator Andreas Lier: Es ist Orchester des Hegau-Gymnasium Singen unter der Leitung von Gabriele Haunz, eine an Nachhaltigkeit nicht zu überbietende Gruppierung so Lier. Bis zu 60 SchülerInnen und Schüler umfasst dieses Orchester, das immer wieder über die Mauern der Schule hinauswirkt. „Es hat schon vor Bundeskanzlerin Merkel gespielt, in Shanghai und immer wieder auf den Festival in der Partnerstadt La Ciotat. Es begleitet seit Jahren den Volkstrauertag auf dem Singener Waldfriedhof, tritt immer wieder in der Engener Autobahnkapelle auf, lädt selbst zum Weihnachtskonzert in die Liebfrauenkirche ein und zum besonderen Sommerkonzert vor den großen Ferien.

 „Von dieser Ehre haben die jungen KünstlerInnen und Künstler nichts gewusst“, konnte Lier ganz stolz über die gelungene Überraschung verkünden, als das Orchester während dieser Rede den Saal betrat. Denn das Orchester sei nur eingeladen worden, um hier zwei Stücke aufzuführen, wurde angemerkt. Orchesterleiterin Gabriele Haunz zeigte sich ihrerseits stolz, dass immerhin 32 MusikerInnen hier für diesen Auftritt zur Verfügung standen, wenngleich auch einige Orchester-„Rentner“ wir Harfenist Elias Gabele oder Simon Götz am Bass mit eingesprungen waren. Mit der „Trumpet Tune“ von und einer speziellen, auf die Partnerstadt La Ciotat umgewidmeten Europahymne nach Beethoven bedankte sich das Orchester für diesen doch beeindruckenden Preis, für denn ein gleich eine direkte Verwendung gibt. Denn das E-Piano des Orchesters hatte bei der letzten Reise in die Partnerstadt den Geist aufgegeben.

Der Applaus des Publikums für diese Überraschung war gewaltig. Aber dem Bodensee-Kammerorchester konnte das nicht die Schau stehlen. Das mit vielen jungen Profis besetzte Orchester das sein „Summercamp“ mit diesem Auftritt verbindet, ließ sich seine Spielfreude schon gleich zum Auftakt bei Mendelssohns „Die Hebriden“ spüren, bei dem die Zuhörer durch man rauhe See und stürmische Ecken zu grünen Weiden geleitet wurde. 170 Jahre nach dessen Uraufführung wurden mit dem Hornkonzert von Robert Schumann hier Maßstäbe gesetzt, in Sachen Dynamik wie auch in einem beeindruckend präzisen Klangbild einer gar nicht so romantischen Coloratur. Wie traumwandlerisch Marlene Pschorr, Hana Hockauf, Daniel Loipold und Joachim Pfannschmidt ihre Hörner beherrschten, spielten sie in der natürlich fälligen Zugabe die „Bohemian Rhapsodie“  von Queen vor, als würden sie das jeden Tag tun. Die große Kunst, schwebende Klänger wieder mit einem tastenden Rhythmus einzufangen oder auch in den Himmel zu stupsen, wurde dann mit Beethovens Sinfonie Nr. 2 „voller Licht und Luft“ perfektioniert.

Mehr Bilder gibt es in in unserer Galerie.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler