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Lösungen wegen Bevölkerungszuwachs nötig

Bürgermeisterin Seifried
Singens Bürgermeisterin Ute Seifried sucht Lösungen, um den gestiegenen Bedarf an Kindergärten und Schulen der Stadt zu decken. swb-Bild: stm

Neue Bedarfe an Schulen und Kindergärten stellen Stadt vor Heausforderung

Singen.  2.000 Neubürger in den letzten Jahren durch Zuzug, gerade auch aus dem EU-Ausland, Migration und steigende Geburtenzahlen fordern die Stadtverwaltung zusätzlich in Fragen von Kindergartenbetreuung und Schule. Bürgermeisterin Ute Seifried beruhigte im Gespräch mit dem WOCHENBLATT besorgte Familien, jedoch: In Sachen Lehrerversorgung sei man nach einem dringenden Appell an den zuständigen Staatssekretär, den man gemeinsam mit den Bürgermeistern im Hegau verfasst habe, ab Juni gut versorgt. Auch bei den Kindertageseinrichtungen könnten alle Kinder zwischen 3 und 6 Jahren bei den insgesamt etwa 1.800 Plätzen untergebracht werden. Jedoch sei es nicht möglich, jedem Kind einen Platz in seinem Wunschkindergarten zu geben. Auch gebe es Spitzen gerade in Stadtteilen, die man nicht vorhalten könne.

Dennoch ist die Stadt aufgrund der kürzlich präsentierten neuen Zahlen der Bevölkerungsprognose zum Handeln gezwungen, gab die Bürgermeisterin zu. 1.444 Plätze werden derzeit von über Dreijährigen belegt. 113 Plätze mehr 2018 und sogar 184 Plätze 2019 werden benötigt. Hierfür nennt Seifried folgende Erweiterungsmöglichkeiten. Nach der wieder belebten vierten Gruppe im Maggi-Kinderhaus stehe die Planung auch für eine fünfte Gruppe, wenn die Pestalozzischule Ende 2018 fertig umgebaut sei. Zudem sei eine kurzfristige Lösung bei den Freien Trägern in einer Wohnung des Käthe-Luther-Kinderhauses vorstellbar. Mittelfristig sei ähnliches bei St. Michael ebenfalls denkbar.

Beim Ersatzneubau im Bruderhof-Kindergarten rechnet Seifried mit einem Bau 2020/21. Dort könnten drei plus möglicherweise eine zusätzliche Gruppe entstehen. Eher langfristig, wenn überhaupt, seien die Planungen beim Herz-Jesu-Kindergarten. Dass die Stadt auswärtigen Kinder den Platz streiche, sei die letzte Lösung, betonte die Bürgermeisterin, so gebe es in der Südstadt etwa einen Austausch mit Rielasingen über die Stadtgrenzen, von dem beide profitieren. Allerdings sei es auch im Sinne der Kinder mit Blick auf die Grundschule, dass diese in ihren Heimatorten unterrichtet werden.

Deutlich bekannte sich die Singener Bürgermeisterin zu den Ortsteilgrundschulen. In Friedingen sei allerdings die Frage, wie man ein Raumangebot für eine eventuell notwendige Zweizügigkeit in den nächsten Jahren realisieren könne. Überhaupt betreffen steigende Schülerzahlen die Nordstadt sowie die nördlichen Stadtteile, erklärte Bernd Walz, Abteilungsleiter Schule, im Schulausschuss.

Zudem hätten mehreren Mensen in Singen ihre Kapazitätsgrenze erreicht, so Walz. Bei der Bruderhofschule sei eine baldige Lösung angedacht.

Großes Lob ging von Walz auch in Richtung all jener Schulen, die den Mehraufwand für VKL-Klassen stemmen müssten. Neben den Grundschulen seien dies derzeit vor allem die Johann-Peter-Hebel-Schule und die Beethovenschule. Zudem habe sich die Zeppelinschule hierfür bereiterklärt. Doch Walz will bei den VKL-Klassen auch die Singener Realschulen und Gymnasien mit ins Boot holen. Anders als vielleicht erwartet, stellt bei den VKL-Klassen der Zuzug aus der EU die Schulen vor eine große Herausforderung.

Über eine Neuerung berichtete der Schulleiter der Zeppelin-Schule, Gerhard Schlosser. Die Realschule bietet künftig landesweit ab der 7. Klasse auch ein Hauptschulniveau mit entsprechendem Abschluss nach der 9. Klasse an. Seifried betrachtet diese Entwicklung kritisch.

Sorgenfalten bekommen die Stadtoberen bei der finanziellen Ausstattung zur vorgeschriebenen Digitalisierung der Schulen. Bei einer bildungspolitischen Veranstaltung der CDU am Montag betonte Oberbürgermeister Bernd Häusler: »Ihm sei es schnurzegal, woher das notwendige Geld hierfür komme«. Im Haushalt seien für die beiden Gymnasien aus städtischen Mitteln 300.000 Euro eingestellt, denn man müsse irgendwann beginnen. In den nächsten Jahren seien mehr Mittel nötig – bis zu 700.000 Euro, wenn man alle Schulen versorgen wolle.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr