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Maßnahmen stoßen auf Verständnis

Spielplatz Radolfzell
Auch Spielplätze dürfen nicht mehr genutzt werden. Stadt und Polizei müssen sicher stellen, dass die Verbote umgesetzt werden, machten OB Martin Staab (re.) und Polizeichef Willi Streit (li.) beim Spielplatz am Radolfzeller Seeufer deutlich. swb-Bild: dh

OB und Polizeichef ziehen eine erste Bilanz

Radolfzell. Seit einer knappen Woche gelten bisher ungekannte Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Zuwiderhandlungen werden mit hohen Geld- oder gar Freiheitsstrafen geahndet. All das soll bei der Eindämmung der Corona-Pandemie helfen und dafür sorgen, dass das Gesundheitssystem die Zahl der schweren Krankheitsverläufe auffangen kann. In Radolfzell zogen nun Oberbürgermeister Martin Staab und Willi Streit, der Leiter des Polizeireviers eine erste Bilanz über die Umsetzung.

»Zu sehen, wie leer die Stadt im Moment ist, tut einem OB weh. Wir erleben zur Zeit einen enormen Eingriff in die Grundrechte der Menschen, aber sie nehmen es so gut es geht an und die meisten zeigen sich auch vernünftig und einsichtig. Für mich ist das ein positives Zeichen der Solidarität«, so Martin Staab. Am Tag nach der Verkündung der neuesten Allgemeinverordnung gab es zwar noch einzelne Verstöße gegen die Regel, dass nicht mehr als zwei Personen, ausgenommen es handelt sich um Menschen, die im gleichen Haushalt leben, aber größere Brennpunkte gab es im Hinblick darauf nicht.

Wie die Maßnahmen wirken ist noch nicht absehbar

Welche Wirkung diese drastischen Maßnahmen auf die Entwicklung der Fallzahlen haben, wird sich indes wohl frühestens in zwei Wochen zeigen. Die gute Nachricht ist allerdings: »Wir haben im Moment Verdoppelungszeiten, die nicht im roten sondern noch im gelben Bereich liegen. Trotzdem muss das noch besser werden«, erklärt der OB. Beim Pressegespräch am Mittwoch gab es in Radolfzell 18 Covid-19 Infizierte. »Das ist immerhin die zweithöchste Zahl im Landkreis Konstanz«, betonte Staab.

»Mit Hand und Herz für Radolfzell«

Das Motto der für dieses Jahr geplanten Ehrenamtsmesse wäre »Mit Hand und Herz für Radolfzell« gewesen. Für Staab eine Überschrift die auch für die aktuelle Situation passend ist. Zahlreiche Nachbarschaftshilfen sind derzeit schon aus dem Boden gewachsen und auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, für die das ebenfalls eine »riesige Ausnahmesituation« ist, fand der OB lobende Worte.

Deutlich mehr Polizeipräsenz

Einer »besonderen Herausforderung« steht auch die Polizei gegenüber, wie Willi Streit, der Leiter des Radolfzeller Polizeireviers erläuterte. So gelten viel strengere Hygienemaßnahmen als sonst und auch die Kontrollen in Radolfzell und den Ortsteilen sowie auf der Höri wurden deutlich intensiviert. »Anfangs gab es noch viele Unbelehrbare, die die Tragweite dieser Situation nicht erkannt hatten. Mittlerweile stellen wir aber fest, dass das Verständnis der Bevölkerung für diese Maßnahmen deutlich angestiegen ist«, so Streit. Trotzdem mussten bis Mittwoch insgesamt drei Strafanzeigen wegen verstößen gegen die neue Allgemeinverordnung gestellt werden. Zwei Zuwiderhandlungen wurden laut Streit am Skaterplatz festgestellt und eine auf dem Gelände der Teggingerschule. Willi Streit betont, dass die Beamten bei den Kontrollen mit viel Augenmaß und Verständnis vorgehen. Wenn verstöße festgestellt werden, würden die Personen in den Gruppen darauf hingewiesen, dass sie sich auflösen müssen. Weigern sich diese dagegen, dann wird allerdings eine Strafanzeige fällig.

Staab: »Landkreis ist gut aufgestellt«

Wie der Radolfzeller OB betont ist der Landkreis zumindest gut aufgestellt für das was in den nächsten Wochen noch kommen könnte. Der Gesundheitsverbund sei dabei die Kapazitäten zu erhöhen um einer steigenden Zahl von Covid-19 Fällen gerecht zu werden, auch in Zusammenarbeit mit den Blaulicht-Organisationen. »Wir sind soweit es geht gut vorbereitet auf das was kommen könnte, immer in der Hoffnung, dass es nicht wahr wird«, so die Einschätzung von Martin Staab auf Nachfrage des WOCHENBLATTs

Wochenblatt @: Dominique Hahn