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Museumsnacht erfindet sich ein Stück weit neu

Singen Museumsnacht
Die Macher der Museumsnacht in Singen und ihre vielen Helfer freuen sich auf den 16. September.

Reformationsjubiläum als einer der Höhepunkte am 16. September

Singen (of). „Die Museumsnacht ist im ständigen Wandel. Dass es dabei immer wieder Überraschungen gibt, das ist die Seele dieser Veranstaltung“, macht die Singener Kulturbüroleiterin Catharina Scheufele im Rahmen der Medienkonferenz zur diesjährigen Museumsnacht Singen-Hegau im Singener Kunstmuseum deutlich. Und Überraschungen gibt es einige bei dieser Museumsnacht, die erstmals auf die Scheffelhalle als Eventlocation verzichtet und bei der auch die Galerie Vayhinger fehlt, aus terminlichen Gründen, wie betont wurde.

 

Das für gibt es im Jahr des Reformationsjubiläums einen ganz anderen Schwerpunkt, der sich zwischen der evangelischen Lutherkirche und der katholischen Kirche St. Peter und Paul im Laufe dieser Nacht am 16. September, entwickeln wird, wie Pfarrerin Andrea Fink ankündigte. Die Lutherkirche selbst wird im Zeichen der Reformation besonders illuminiert, in ihr soll blaues Licht erstrahlen, in dem Künstler Antonio Zecca sich hohe Ziele gesteckt hat. Neben einer Klanginstallation zur den 95 Thesen Luthers will Zecca in dieser Nacht zu jeder der 95 Thesen ein Bild in den Maßen 200 mal 11 Zentimeter malen oder zeichnen, kündigte er am Mittwoch an. Und um 23 Uhr wird es in Gedenken an die das Reformationsjubiläum, das eigentlich ja erst am 31. Oktober ansteht, eine ganz besondere Andacht mit Gesang, Orgel  und Gitarrenimprovisationen von Reinhard Stehle geben. Doch schon vorher wird zu großen Gefühlen aufgerufen. Denn die beiden oben genannten Kirchen sollen um 21 Uhr mit einer Menschenkette verbunden werden. „Zu diesen Zeitpunkt werden die Singener Kirchenglocken alle läuten, um die Menschen zusammen zu rufen“, kündigte Andrea Fink an. Und nach der Menschenkette wird zum großen Dinner eingeladen. Denn nach dem Vorbild der „White Dinner „ oder „Dîner en blanc“ sollen beide Kirchen auch über weiß gedeckte Tische verbunden werden, an denen man sich zu einem Mal treffen und austauschen kann. „Man muss da nicht in Weiß kommen, aber unsere Helfer werden in Weiß gekleidet sein. Das weiß steht als Zeichen den Friedens, denn die Reformation hatte damals ja zu einer Spaltung geführt, die sehr tragische Folgen nach sich zog. Anders als bei den „Dîner en blanc“ muss man sein Essen auch nicht mitbringen, denn das Team des Gems-Fördervereins bietet extra dafür „White boxes“ mit kulinarischem Inhalt an. Und auch das Team der Vesperkirche wird die Gäste verwöhnen. „White“ ist auch das Stichwort für die Aktionen in der Kirche St. Peter und Paul. Bei einer Sperrung der Freiheit Straße für die Aktion hatte das Landratsamt wenig Verständnis für die besondere Bedeutung dieser Aktion, wurde im Rahmen der Medienkonferenz bedauert. Deshalb wird die Verbindung nun auf dem Gehweg der Ekkehardstraße hergestellt. Die Altkatholische Kirche liegt damit zwar nicht mehr an der Strecke, macht aber trotzdem mit, mit Musik und Führung im Halbstundentakt.

Doch das ist freilich längst nicht alles, was die Singener Museumsnacht am 16. September, ab 18 Uhr, zu bieten hat.  Das „Museum auf Rädern“ mit seinen Oldtimern, die auf drei Kursen durch die Stadt brausen ab dem Rathaus, Kunstmuseum, Scheffelhalle und erstmals mit Zielpunkt Poppele-Zunftschüür, wo sich unter anderem Gero Hellmuth präsentiert, haben bereits Tradition. Erstmals wird sich dieses Jahr jedoch Charly Chaplin dazu gesellen, dessen Double in Berlin engagiert wurde.

Im Singener Rathaus laden die Singener Maler zu ihrer Sicht auf „Weiber“ ein, vor dem Bürgersaal sorgt das Stadtarchiv zusammen mit den Förderverein Theresienkapelle angesichts des 70. Jahrestags der Gefangenenkapelle für ziemlich spürbare Geschichte. Die Ausstellung zur Theresienwiese wird nämlich durch einen Nachbau einer Barackenstube der Kriegszeiten ergänzt, in der man auf den harten und engen Pritschen ruhig probeliegen darf. Im Rathaus selbst präsentiert der Schaffhauser Fotograf  Peter Burg seine Sicht auf Singen. In der benachbarten Gems zeigt der „Fotoclub Hegau“ seine Sicht auf die Welt. Im Singener Kunstmuseum werden viele Kurzführungen durch die aktuellen Ausstellungen die ganze Nacht angeboten, und es gibt schon traditionell die „Kunst zum Mitmachen“. In der Stadtbibliothek wird der Briefmarkenverein eine ganze Reihe von Kuriositäten vorstellen, auch Geldscheine aus der Zeit der Inflation. Im Stadtgarten werden die „Golden Apples“ nicht nur mit Licht, sondern auch mit Versen von Manuela Trapani, verziert. Von da ist es nicht weit zum „Museum Art & Cars“ das seine aktuelle Pop-Art Ausstellung für die Besucher öffnet und gerne viele Fragen dazu beantwortet.

Das Hegau-Museum hat in diesem Jahr auch einen besonderen Rahmen zu bieten. Das Jubiläum „50 Jahre Kreisarchäologie“, das bereits in Konstanz mit Festakt und Sonderhau begangen wurde, wird nun auch in Singen in dieser Nacht mit Aktionen und einigen ganz besonderen Fundstücken gefeiert. Musik wird man in dieser Nach an vielen Stellen begegnen.

Das Singener Kulturbüro hat für die Museumsnacht eine eigene Broschüre mit den Lokalen Events herausgegeben, in der es auch gleich im Anfang den Zeitplan im Überblick gibt. Diese Broschüre, wie auch den Katalog der ganzen Museumsnacht mit  12 Städten und Gemeinden mit 100 Veranstaltungen, gibt es an den Vorverkaufsstellen der Eintrittsbändel in der Tourist-Info wie im MAC und weiteren Kultureinrichtungen. Mit den Bändeln kann man auch den ÖPNV im gesamten Aktionsgebiet kostenfrei nutzen. Am Aktionstag selbst gibt es die Bändel ab 15 zu haben.

Mehr zum Programm und den Aktionen unter http://www.museumsnacht-hegau-schaffhausen.com/

 

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler