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Mythos der Friedensfahrt der DDR

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In Kleinmühlingen lebt sozialistische Vergangenheit

Im Sport gibt es derzeit heiße Themen: Doping setzt Verbände selbst unter Druck. Mehrere Sportarten galten gar generell als nicht verdächtig. Überall, wo Ausdauer verlangt wird, wurde bisher schnell abgewunken. Erwischt hat es jetzt eine russische Tennis-Spielerin. Wurde nur übersehen, dass „ihr“ Präparat ab diesem Jahr auf der Doping-Liste stand!? Also einfach „weitergedopt? Giftmischer Fuentes hat unterdessen weiter seine Abnehmer in Spanien. Wer also jahrelang „gut“ - versorgt wurde – blieb auch später dem Lieferanten treu!

 

Die Liste der Dopingsünder ist lang und hat vieles mit Radsport zu tun. Als mein Cousin in den neuen Bundesländern erfuhr, dass Radrennfahrer Jan Ulrich in der Singener Nähe in der Schweiz eine neue Heimat gefunden, war er richtig heiß geworden. Als Doping-Vorwürfe hinzukamen, verschoben sich unsere Themen schlagartig. Mein Cousin war bis zu einem Sportunfall selbst im jugendlichen Alter Hoffnungsträger im Radsport gewesen. Und hatte tief unter dem Sportplatz ebenso wie Jan Ulrich geheimnisvoll im Dunkeln trainiert.

 

Die DDR hatte auch später starke Profis hervorgebracht. Ampler und andere Stars kennen wir von der späteren Tour de France. Die hatte immer schon ihren ideologischen Stellenwert. Da es im Osten aber keinen Profisport gab, brauchte man Aushilfen. Der Radsport hatte in der DDR die länderübergreifende Friedensfahrt anzubieten. Zur Erinnerung daran ist neu das Friedensfahrt-Museum in Kleinmühlingen (Sachsen/Anwalt) gekommen. Hier lebt die Vergangenheit auf. 1955 hat Täve Schur erstmals die Friedensfahrt für die DDR gewonnen. Der ist die Gallionsfigur der DDR des Radsports bis heute. Zugleich ist er Mitträger des Museums bis heute!

 

Fleißig waren hier Korrespondenz und Trikots der Helden des Sports in den letzten Jahren gesammelt worden. Heute werden nicht nur Geschichten aus der ruhmreichen Vergangenheit ausgetauscht. Für die DDR war die sozialistische Internationale wichtig. Und dann auch der sportliche Aufstieg zur sportlichen olympischen Nr. 1! Davon lebt die DDR heue noch auf dem Land. Dass dies alles nur über den Sportmonopolismus möglich war, wir heute neu aktualisiert. Der Vergleich mit der UdSSR steht heute Abend allerdings nicht noch einmal an. Die sind wenig ruhmreich mitten im Doping-Skandal-Vorwurf ausgeschieden. Nur doping-überwachte Leichtathleten dürfen in Rio bei Olympia antreten! Das geht gegen die russische Ehre! …und gegen Putins weltpolitische Macht! …und seinen Anspruch.

 

Denken wir noch einen Augenblick über Doping im Sport in der DDR nach. Und die weitere Arbeit nach der Wende … Auch in der DDR wurde durchaus systematisch gedopt. Da grinst man heute weiter nach Osten. Sport und Politik waren eng verzahnt. Eine DDR-Sport-Journalistin erklärt uns jetzt Donnerstagabend im ZDF die weltbewegende Migration. Oder Kerstin Otto macht die im Nachrichtenprogramm Sportwelt dopingfrei! Und in der DDR fragt man sich, wo ihre Muskelpakete bloß geblieben sind.

Wochenblatt Redakteur @: Hans Paul Lichtwald

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