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Nacht der Randale nach dem Fasnetumzug in Singen

Singen Rathausplatz Hemdglonker
Der Singener Rathausplatz nach dem Hemdglonkerumzug am Donnerstag.

Zahlreiche Handgreiflichkeiten gegen Polizeibeamte

Singen. Während der närrische "Kinderumzug" (Großer Fasnetumzug) am Samstagnachmittag aus Sicht der Polizei sehr friedlich verlief und die Narren, gesäumt von mehreren tausend Zuschauern, bei bester Stimmung  ausgelassen feierten, herrschte bei dem abendlichen Narrentreiben im Bereich Hohgarten und Rathausplatz eine aggressive Stimmung.

Der Polizei wurden ab 19 Uhr aus dem dortigen Bereich mehrere Auseinandersetzungen gemeldet, gab sie nach der Sortierung der ganzen Vorkommnisse dann am Sonntagabend bekannt. 

Auch nachdem die Polizei  mehrere Personen in Gewahrsam genommen und ihre Präsenz vor Ort massiv verstärkt hatte, kam es zu weiteren Körperverletzungsdelikten, so dass die dortigen Veranstaltungen im Bereich um das Rathaus aufgelöst werden mussten. Hinsichtlich der registrierten Gewaltdelikte wurden von der Polizei die weiteren und umfangreichen Ermittlungen aufgenommen.

Bereits am Vormittag hatten Hinweise auf »Gewalteskaltionen« auf dem Singener Rathausplatz in Bezug auf den massiven Polizeieinsatz in der Region die Runde gemacht. Nach Auskunft der Polizei ging es aber eine ganze Weile die vielen Vorkommnisse zu sortieren, zumal mit dem großen Umzug am Sonntag in Konstanz bereits der nächste Großeinsatz anstand.

Inzwischen hat das Polizeipräsidium Konstanz genauere Deteils zu den Einsätzen am Samstagabend im bereich des Singener Hohgartens veröffentlicht. Die Bilanz des Abends sind demnach vier Ingewahrsamnahmen, eine vorläufige Festnahme, zwei Widerstandshandlungen, eine versuchte Gefangenenbefreiung und mehrere Körperverletzungsdelikte. Ein Beamter wurde dabei leicht verletzt.

Zunächst wurden die Beamten laut Mitteilung der Polizei auf den Plan gerufen weil ein 16-jähriger am Samstag, gegen 15.45 Uhr, gegen einen in der Schmiedstraße abgestellten Streifenwagen uriniert hat. Nachdem die auf Fußstreife befindlichen Beamten von Zeugen auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht wurden, konnte der 16-Jährige kontrolliert und ihm nach der Personalienfeststellung ein Platzverweis erteilt werden. Außerdem mussten die Einsatzkräfte feststellen, dass der Streifenwagen von Unbekannten bespuckt worden war.

Gegen 17.30 Uhr stießen die Beamten bei den Toilettenanlagen auf eine aus der Nase blutende junge Frau, die zuvor von einem namentlich bekannten Mann aus noch unklarer Ursache geschlagen wurde. Diesbezüglich wird wegen Körperverletzung ermittelt. Mehrere Streifen mussten nach 19.00 Uhr zum Hohgarten ausrücken, nachdem es dort innerhalb kurzer Zeit zu tätlichen Auseinandersetzungen mit einem hohen Aggressionspotential gekommen war. Vor den Augen der Polizeibeamten schlug gegen 19.00 Uhr, ein 15-Jähriger einem unbekannten Jugendlichen mit der Faust in das Gesicht. Er konnte durch die Einsatzkräfte überwältigt werden und schlug dabei selbständig mit dem Kopf mehrfach auf den Boden, wodurch er leicht verletzt wurde. Nach einer ambulanten Versorgung wurde er zur Wache verbracht und konnte dort einem Angehörigen übergeben werden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und bittet den unbekannten Geschädigten, sich bei der Polizei Singen, Tel. 07731/888-0, zu melden.

Gegen 19.30 Uhr konnte zunächst eine Fußstreife auf dem Hohgarten einen 26-Jährigen beobachten, der einem 31-Jährigen mit der Faust in das Gesicht geschlagen und ihm dabei eine blutende Verletzung zugefügt hat. Die Personen konnten von den Einsatzkräften getrennt und der Tatverdächtige auf dem Boden abgelegt und gefesselt werden. Dabei versuchte der hinzugekommene 31-jährige Bruder des Tatverdächtigen ihn von den Beamten zu befreien und stieß dabei Beleidigungen aus. Der deutlich alkoholisierte 23-Jährige musste deshalb ebenfalls überwältigt und wie sein Bruder zur Wache verbracht werden. Da auch der 31-Jährige vor dem Vorfall den 26-Jährigen geschlagen haben soll, wird gegen die Beteiligten wegen Körperverletzung und gegen den 23-Jährigen wegen Widerstands gegen Polizeibeamte ermittelt. Während des Abtransports des 26-Jährigen trat eine 18-Jährige mit dem Fuß gegen den Streifenwagen, weshalb sie von den Beamten vom Fahrzeug weggezogen werden musste. Dabei versuchte sie eine Beamtin zu schlagen und musste schließlich ebenfalls überwältigt, auf dem Boden abgelegt und gefesselt zur Wache verbracht werden. Die 18-Jährige muss sich ebenfalls wegen Widerstands gegen Polizeibeamte verantworten. Während dieser Einsatzmaßnahmen wurden die Einsatzkräfte von mehreren, vermutlich den Tatbeteiligten zuzuordnenden Umstehenden angepöbelt und provoziert. Dabei musste gegen einen besonders aggressiven 30-Jährigen Pfefferspray eingesetzt werden. Auch er wurde zunächst in Gewahrsam genommen und konnte, nachdem er sich beruhigt hatte, einer Angehörigen überstellt werden.

Aufgrund der Gesamtumstände, der aufgeheizten und aggressiven Stimmung und drohender weiterer Auseinandersetzungen wurden die Fasnachtsveranstaltungen auf dem Hohgarten schließlich durch die Polizei beendet und die Festbesucher zum Verlassen des Geländes aufgefordert. Gegen 21.00 Uhr war das Gelände komplett geräumt und die Situation damit beruhigt.

 

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler