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Neuanfang im ehemaligen Krankenhaus

Haus Vincent
Peter Fischer, Geschäftsführer des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz und Lars Uhlen von der Bonitas Holding zu Besuch bei Patient Ulrich Hinze, einem der ersten bewohner von »Haus Vincent«. swb-Bild: dh

Im Haus Vincent werden Intensivpflegepatienten versorgt

Engen. Viele Jahre stand das obere Stockwerk im Engener Krankenhausgebäude leer, jetzt sind die Räume wiederbelebt worden. Zusammen mit dem Intensivpflegedienst Kerner hat die Bonitas Holding die Räume im zweiten Obergeschoss innerhalb von acht Monaten renoviert und Platz geschaffen für zwölf Patienten, die einer Intensivpflege inklusive künstlicher Beatmung bedürfen. Der Pflegedienst, der auf ambulante Intensivpflege spezialisiert ist und viele Patienten auch zuhause betreut, ist zudem von Stockach nach Engen umgezogen.
»Normalerweise werden die Patienten von uns 24 Stunden, rund um die Uhr bei sich zuhause gepflegt. In Fällen, wo eine Pflege zuhause nicht mehr möglich ist, können wir die Patienten jetzt hier versorgen«, erklärte Lars Uhlen, Geschäftsführer der Bonitas Holding GmbH.

Sieben Patienten bewohnen bereits die Räume im »Haus Vincent«, wie die Einrichtung heißt. Im Prinzip funktioniert das Zusammenleben hier wie in einer Wohngemeinschaft. Anders als auf einer Station im Krankenhaus wohnen die Patienten hier zur Miete, erklärt Lars Uhlen beim Rundgang durch die Einrichtung. Die zwölf Einzelzimmer sind stilvoll und modern eingerichtet und verfügen jeweils über ein eigenes Badezimmer. Darüberhinaus verfügt die Einrichtung natürlich über die gleiche Ausstattung wie eine Intensivstation im Krankenhaus. Neben den Einzelzimmern gibt es auch Gemeinschaftsräume, die beispielsweise auch für Geburtstagsfeiern genutzt werden können.

Auch die ehemalige Kapelle der Ordensschwestern, die früher in den Räumlichkeiten gelebt haben erstrahlt wieder in neuem Glanz. »Wir wollten die Kapelle auf jeden Fall erhalten und in den Alltag integrieren. Sie soll ein offener Raum sein, und wir hoffen, dass die Engener wieder wie früher hierher kommen und die Kapelle nutzen«, so Uhlen.

Auch Peter Fischer, der Geschäftsführer des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz zeigte sich zufrieden mit der jetzigen Lösung. »Ich bin froh, dass wir diesem Bereich wieder Leben einhauchen konnten«, erklärte er.
Die Gespräche zwischen Pflegedienst und Gesundheitsverbund laufen seit drei Jahren. Als Vermittler hatte sich Engens Bürgermeister Johannes Moser betätigt.

Der Gesundheitsverbund, der sich vor zwei Jahren aufgrund von Personalmangel gezwungen gesehen hatte das Engener Krankenhaus zu schließen, hat den zweiten Stock nun an den Pflegedienst vermietet. Im Ersten Stock wird am 01. Juli eine Kurzzeitpflegeeinrichtung mit 20 Pflegeplätzen einziehen, stellte Peter Fischer in Aussicht.
Momentan ist das Haus Vincent noch auf der Suche nach qualifiziertem Pflegepersonal. 24 Vollzeitstellen will das Unternehmen in der Einrichtung schaffen. Erst wenn das Personal vollständig ist, können die restlichen Patienten einziehen. Fischer und Uhlen sind sich dabei einig, dass die Pflegeberufe deutlich attraktiver sind als ihr Ruf.

Wochenblatt @: Dominique Hahn