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Neue Herausforderungen für die Wehr

Feuerwehr Singen
Feuerwehrkommandant Andreas Egger (rechts) und sein Stellvertreter Kai Ilbrich (links) beförderten Christian Suhr (2.v.r.) und Michael Münzer zum Brandmeister. swb-Bild: uj

Hohe Beteiligung bei der Jahreshauptversammlung

Hausen an der Aach. Zur diesjährigen Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Singen lud der Kommandant Andreas Egger am vergangenen Samstag in die Eichenhalle in Hausen an der Aach ein. Seine Einladung galt den insgesamt sieben Abteilungen mit derzeit 482 Mitgliedern, zahlreiche Kameraden folgten gerne dieser Einladung und sorgten so für eine voll besetzte Halle.

In seinem Jahresbericht referierte der Kommandant über die geplanten Technik- und Ausstattungsinvestitionen. Dabei lobte er, dass inzwischen alle Löschfahrzeuge mit Wärmebildkameras und Defibrillatoren ausgestattet seien. Der dadurch geschaffene Sicherheitsstandard sei überragend. Mit ein wenig Glück könne noch dieses Jahr der Abrollbehälter Gefahrgut beschafft werden.

Zudem seien weitere technische Anschaffungen geplant.Im Feuerwehrhaus der Abteilung Stadt seien die Räumlichkeiten an ihre Grenzen gekommen. In der Hauptversammlung der Abteilung Stadt hätte Oberbürgermeister Häusler zwar die Aussagen getroffen, dass eine Änderung zwanghaft erforderlich sei, allerdings müsse diese Veränderung mit dem auf demselben Areal angesiedelten Ortsverein des DRK einhergehen. »Wir wollen unsere Freunde nicht vertreiben, jedoch ohne die Umsiedlung des Ortsvereins gibt es keine Aussicht auf Verbesserung des Platzproblems.« Eine Umsiedlung war bereits für die Jahre 2016/2017 angekündigt worden, doch bis heute sei nichts passiert, da es noch keine Alternative gäbe. »Das ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel«, unterstrich Egger.

Zudem verwies der Kommandant auf den Bevölkerungszuwachs in der Stadt. Deswegen müsse die Feuerwehr für die kommenden Aufgaben ertüchtigt werden, sowohl in der vorgehaltenen Technik, als auch die Feuerwehrhäuser. Es gelte, die Ehrenamtlichen zu fördern, denn gestiegene Einsatzzahlen bedeuten auch gestiegene Anforderungen. Im Jahr 2017 gab es ohne Unwettereinsätze 433 Einsätze, im Vergleich zum Jahr 2013 eine Steigerung von über 60 Prozent. Dazu käme ein Rückgang der Verfügbarkeiten der Ehrenamtlichen. Um eine funktionierende Feuerwehr sicherzustellen, sei die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans aus dem Jahr 2012 unabdingbar. Durch die hohen Einsatzzahlen sei auch die Erhöhung des Personalschlüssels zwingend erforderlich. Egger bat alle Beteiligten, die Angestelltenverhältnisse im Feuerwehrhaus zu überprüfen und in das Arbeitsverhältnis als feuerwehrtechnische Angestellte zu überführen.

Mehr Bilder von der Hauptversammlung gibt es in der Galerie

 

Der stellvertretende Kommandant Kai Olbrich ging in seinem Vortrag auf die beeindruckend zahlreichen Aktivitäten 2017 der einzelnen Abteilungen Beuren, Bohlingen, Friedingen, Hausen, Schlatt, Stadt und Überlingen ein. Dabei ging er nicht nur detailliert auf die verschiedenen Einsätze und Übungen ein, auch die sonstigen Aktivitäten wie »Spiel ohne Grenzen«, Grillfeste, Ausflüge, Wett- und Gaudiwettkämpfe würdigte er bei den einzelnen Abteilungen. Über 10.000 ehrenamtliche Stunden seien zusätzlich für Fortbildungen geleistet worden.

Der neue Kreisbrandmeister Carsten Sorg, der zum ersten Mal bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Singen teilnahm, referierte ausführlich über »Medizinische Taktik für die Feuerwehr« und gab wichtige neue Erkenntnisse darüber, wie bei Rettungsmaßnahmen vorgegangen werden sollte.

In seinem Grußwort griff Oberbürgermeister Häusler die Rede vom Kommandant Egger auf und unterstrich die Wichtigkeit, den Feuerwehrbedarfsplan zu überarbeiten. Der Gemeinderat stünde voll und ganz zu ihrer Feuerwehr und notwendige Investitionen würden anstandslos bewilligt. Auch die Erweiterung des Feuerwehrhauses »Stadt« sei wichtig, »aber wir können das Rote Kreuz nicht vom Acker jagen. Das Rote Kreuz benötigt ebenfalls neue Räumlichkeiten«, betonte der Oberbürgermeister und DRK-Mitglied.

Freuen durfte sich der stellvertretende Leiter der Führungsgruppe Christian Suhr sowie der neue Leiter der Atemschutzausbildung Michael Münzer, die zum Brandmeister befördert wurden. Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen für 25 Jahre bzw. 40 Jahre Feuerwehrdienst. Löschmeister Michael Geiger sowie Oberbrandmeister Stefan Tröndle wurden für 25 Jahre Feuerwehrdienst geehrt. Oberbrandmeister Michael Bartuschek und Hauptfeuerwehrmann Günther Brütsch sind nun 40 Jahre im Dienst. Der Abend fand einen gemütlichen Abschluss mit musikalischer Umrahmung von Pirmin Wäldin und einem Umtrunk.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr