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Neue Wege für Kunst und Kultur

Kulturdebatte Olchowski
Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, umrahmt von der Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger (Die Grünen) und dem Leiter des Kunstmuseums Christoph Bauer. swb-Bild: stm

Kulturdebatte mit Staatssekretärin ein erster Schritt

Singen. Wie müssen sich Kunst und Kultur in Zukunft verändern, um andere Publikumsschichten für sich gewinnen zu können? - Diese Frage war das Hauptanliegen beim Themenabend mit Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, und der »Grünen« Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger kürzlich im Kunstmuseum. Wie der Singener Künstler Harald F. Müller allerdings süffisant bemerkte, gab es außer den Beteiligten (etwa 40 meist institutionellen Vertretern von Kultureinrichtungen im Landkreis) an diesem Abend kaum weiteres Publikum. Während Dorothea Wehinger, der die Kunst nach eigenen Worten am Herzen liegt, die Bandbreite von Kunst- und Kulturhighlights in der Region vorstellte und damit das Motto »Von wegen Provinz« unterstrich, waren die Beispiele der Staatssekretärin aus Stuttgart bei ihrer ausführlichen Präsentation leider nicht aus dem Hegau.


Dabei wäre beispielsweise das im Herbst in Singen startende Projekt »Kunst und Handel« mit 14 Künstlern in Geschäften der Singener Innenstadt ein Paradebeispiel für jene neuen gesellschaftlichen Bündnisse, die sich Olschowski für die Zukunft wünscht.


Bei der im Juni vom Ministerium vorgestellten Kulturkonzeption 2020 sind zudem »Digitale Welten«, »Strukturelle Transformation« und »Kunst und Kultur in ländlichen Räumen« die vier großen Themen, aus denen Handlungsempfehlungen für Kulturinstitutionen und -schaffende gewonnen werden sollen. Hierzu soll mit diesen ein längerer Dialogprozess in ganz Baden-Württemberg in Gang gesetzt werden, wünscht sich Olschowski. Nach dem Beteiligungsprozess, der im Frühjahr 2019 starte, werde in zwei Jahren ein Maßnahmenkatalog bereitstehen.


Immer wieder betonte die Staatssekretärin bei ihren Ausführungen, dass sich das Rezeptionsverhalten im 21. Jahrhundert strukturell verändert habe. Doch gelte es, mit individuell angepassten Konzepten auch eine jüngere Generation für Kunst zu gewinnen. Das Einbinden der Ehrenamtlichen und besonders die Probleme der Förderung waren Fragen aus dem Plenum an die Staatssekretärin. Die Leiterin des Kulturamts in Singen Catharina Scheufele hob die Bedeutung von nicht kommerziellen Kulturorten, wie etwa der Stadtbibliothek und des Hegau-Museums mit angenehmen Aufenthaltsräumen hervor, wo die von der Staatssekretärin gewünschten Bündnisse bereits jetzt umgesetzt würden. Der Präsident des Fastnachtsmuseums Langenstein, Michael Fuchs, plant ein Digital-4.0- Museum, wo die Telhabe der Besucher höher sei.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr