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NGG kündigt ab Dienstag Warnstreiks bei der Maggi an

Symbolbild Maggi
Symbolbild Maggi

»Menschen statt Marge« als Motto für die kommende Woche

Singen. Eine turbulente Woche steht dem Betriebsrat und der Maggi-Belegschaft nächste Woche bevor. So besucht die parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) am Montag, 17. September, den Betriebsrat, um sich über die aktuellen Entwicklungen innerhalb des Nestlé-Konzerns, insbesonders aber auf die Auswirkungen der Nestlé-Planungen für die Beschäftigten des Singener Maggi-Werks zu informieren. Einen Tag später ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) alle Beschäftigten des Maggi-Werkes ab 11.55 Uhr zum Warnstreik auf. Und am 19.September finden in Leinfelden die nächsten Tarifverhandlungen statt, kündigt die Gewerkschaft NGG an.

„Renditen für Aktionäre auf Kosten der Beschäftigten erhöhen? Das geht gar nicht“, so der Singener NGG-Geschäftsführer Claus-Peter Wolf. Das erklärte Ziel von Nestlé, Arbeitsplätze bundesweit abzubauen und Lohnkosten zu senken, um die Aktienrenditen von aktuell 16 Prozent auf 18,5 Prozent zu erhöhen treibt Wolf die Zornesröte ins Gesicht.

„Wer mit Menschen so umgeht, braucht sich nicht wundern, dass diese irgendwann auf die Straße gehen und die politische Situation eskaliert“, so Wolf. „Wir brauchen keine Sonntagsreden, sondern aktives, pflichtbewusstes und verantwortungsvolles Handeln auch der Konzerne, um unser Land stabil zu halten. Die Menschen dürfen nicht das Gefühl bekommen, Spielball mächtiger Konzerne zu werden“.

Deshalb hat die Gewerkschaft NGG den Kontakt zur SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter hergestellt. Als parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium kennt sie die internationalen Verflechtungen des Nestlé-Konzerns und deren Strategien. Jetzt will sie sich über deren regionale Auswirkungen sachkundig machen und trifft sich mit dem Betriebsrat am 17.September, um detaillierte Informationen über örtliche Auswirkungen, persönliche Schicksale und mögliche Gegenstrategien auf politischer Ebene zu diskutieren.

Am 18.September ruft die Gewerkschaft unter dem Motto „Mensch statt Marge“ ab 11.55 Uhr zum Warnstreik vor dem Maggi-Werkstor auf. Die Gewerkschaft NGG rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern. In der aktuellen Tarifrunde fordert die Gewerkschaft NGG für die Singener Maggi-Beschäftigten eine Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent. Demgegenüber steht die Forderung der Nestlé-Vertreter unter anderem von Reduzierung des Weihnachtsgelds, des Urlaubsgelds und Erhöhung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde ohne Lohnausgleich. Die Lohnkosten am Standort Singen sollen nach Auffassung der Nestlé-Geschäftsführung auf den Stand des Jahres 2012 zurückgefahren werden. »Ein Konflikt scheint vorprogrammiert«, so die NGG.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler