Oberbürgermeister Staab stellt Pläne zu seiner Seebrücke vor
Nicht mehr auf das Wohlwollen der Bahn angewiesen

Seebrücke Radolfzell  | Foto: So könnte die neue von Oberbürgermeister Martin Staab beim Neujahrsempfang vorgestellte Seebrücke aussehen.swb-Bild: Schlaich Bergermann Partner GmbH
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Radolfzell. Oberbürgermeister Martin Staab hat beim Neujahrsempfang mit seiner Idee einer Seebrücke aufhorchen lassen. Der Rathauschef erklärte, dass er die Realisierung der Seetorquerung – egal in welcher Form – nur noch ohne die Deutsche Bahn für möglich halte. Das hätten die Verhandlungen mit der DB bewiesen. »Eine Lösung funktioniert nur noch, wenn wir nicht mehr auf das Wohlwollen der Bahn angewiesen sind«, machte Staab deutlich. Die eigentliche Idee der Seetorquerung sei ein guter Ansatz gewesen, und man habe versucht mit ihr viele Probleme auf einmal zu lösen. Allerdings müsse man nach über 12 Jahren der Planung, in denen nichts erreicht wurde, anfangen neu zu denken, so Staab weiter.
Aus diesem Grund habe er das Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart beauftragt, eine Alternative zur Seetorquerung zu entwerfen. Diese Pläne sehen vor, eine Brücke vom Seetorplatz über die Bahngleise bis zum Seeufer zu bauen.
Sie soll rund 380 Meter lang, 4,50 Meter breit und 7,80 Meter hoch sein. Rund 200 Meter sollen davon freitragend sein. Ein Seebalkon mit der Breite von 6,50 Metern soll als Aussichtsplattform genutzt werden können und einen herrlichen blick auf die Höri bieten. Das Ganze barrierefrei, denn die Steigung solle nach Angaben von Staab sechs Prozent betragen.
Nach derzeitiger Kostenschätzung wird die Seebrücke 12 Millionen Euro kosten. Die Kosten der aktuellen Vorzugsvariante der Seetorquerung belaufen sich im Vergleich dazu auf rund 23 Millionen Euro. »Die Seebrücke wäre außerhalb des Haushaltes finanzierbar, wenn man es denn so will«, sagte Staab. Denn zur Diskussion stehen derzeit noch weitere Varianten: die schmalere CDU-Variante mit einer Breite von 6,50 Meter und eine Brückenlösung in Kooperation mit der Bahn. Zudem soll die Vorzugsvariante mit einer Breite von 8,50 Metern, deren Baubeschluss nicht aufgehoben wurde, auf eine Kosteneinsparung geprüft werden.
»Der Gemeinderat muss jetzt entscheiden, ob er die neue Seebrücke in diese Prüfungen hinzunehmen will oder nicht«, so Staab. Am 31. Januar könnten die entsprechenden Prüfaufträge beschlossen werden. OB Staab betonte, dass - auch um die Gräben in der Stadt, aber auch im Gemeinderat, die im Zuge der Diskussion um die Seetorquerung entstanden sind, zu schließen - eine Alternative auf den Tisch müsse. »Auch wenn es sich hierbei vielleicht um einen Kompromiss handelt.«
Der einzige Nachteil besteht aber darin, dass ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen so nicht gegeben wäre. Aber dies sei originär Aufgabe der Bahn, verdeutlicht Staab. Da Radolfzell einer von 21 Kontenpunkten ist und derzeit auf Platz neun der To-Do-Liste der Bahn steht, müsse die Barrierefreiheit bis 2019 hergestellt werden. Die wiederum sei laut Staab kaum mehr machbar.

- Matthias Güntert

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Redaktion aus Singen

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