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Offenes Ohr zu Corona-Zeiten

| Ute Mucha | Themen der Region
Telefonseelsorge zu Coronazeiten
Die Telefonseelsorge übernimmt eine wichtige Aufgabe für Menschen in Not. Besonders auch in Zeiten der Corona-Krise mit Kontaktsperre und Vereinsamung. swb-Bild: mu

Telefonseelsorge verzeichnet Zunahme der Anrufe von Menschen in Not

Landkreis Konstanz. Sie sind 24 Stunden an sieben Tagen der Woche da - für Menschen, die sich in Not oder einer krisenhaften Lebenssituation befinden, einsam sind und Jemanden zum Reden suchen und für sich neue Perspektiven entdecken möchten. Seit die Corona-Krise mit Kontaktsperre und Ausgangseinschränkungen viele Menschen in soziale Isolation zwingt und Ängste schürt, sind die 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Telefonseelsorge Schwarzwald-Bodensee zusätzlich gefordert. Das WOCHENBLATT sprach mit Christina Fehrenbach, der stellvertretenden Stellenleiterin der Telefonseelsorge in Konstanz, über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeit der Telefonseelsorge.

Wie wirkt sich die aktuelle Situation durch die Corona-Pandemie auf Ihre Arbeit aus?
Christina Fehrenbach: Das Thema Corona ist in den Gesprächen der Telefonseelsorge bundesweit sehr präsent. 38 Prozent der Gespräche drehten sich seit vergangen Mittwoch um dieses Thema mit den unterschiedlichsten Problemfeldern. Eine genauere Statistik können wir aber erst später geben.

Was hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie für Ihre MitarbeiterInnen geändert?
Christine Fehrenbach:
Neben der Zunahme an Anrufen haben auch unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen mehr Dienste übernommen, da viele Menschen durch die Einschränkungen der Corona-Krise jetzt mehr Zeit haben.

Welche Personengruppen nehmen überwiegend Ihre Gesprächsangebote in Anspruch?
Christine Fehrenbach:
Im Bereich Schwarzwald-Bodensee sind dies derzeit 60 Prozent Alleinlebende. Im Altersdurchschnitt sind 50 Prozent zwischen 50 und 69 Jahren.

Nach welchem Prinzip arbeitet die Telefonseelsorge?
Christine Fehrenbach:
Bei der Telefonseelsorge finden Menschen in Not gut ausgebildete GesprächspartnerInnen, die zuhören, die Situation der AnruferInnen und deren Befinden verstehen möchten und diese darin unterstützen, neue Wege für sich zu entdecken. die Gespräche sind natürlich anonym, vertraulich und kostenfrei. Wir begegnen allen unseren AnruferInnen vorurteilsfrei, wertschätzend und offen.

Welche Formen der Kommunikation bietet die Telefonseelsorge an?
Christine Fehrenbach:
Wir begleiten telefonisch, per Mail und in Chats Menschen, die mit Ängste, Trennungen oder Verlusten umgehen müssen, arbeits- oder wohnungslos sind, sich einsam fühlen - kurzum alle diejenigen, die sich auf der Schattenseite des Lebens sehen. Manchen fällt es schwer über ihre Sorgen zu sprechen, für jene kommunizieren und beraten Seelsorger via Mail oder Chat.

Können Sie über Gespräche hinaus weitere Hilfeleistungen anbieten?
Christine Fehrenbach:
Wir können unterschiedliche lokale Beratungsangebote vermitteln und bieten seit Mitte März ganz neu unsere App »KrisenKompass« an, das ist ein Notfallkoffer für die Hosentasche – on- und offline.

Download der App für iOS: ios.krisen-kompass.app
Für Aandroid: android.krisen-kompass.app
Rund um die Uhr ist die Telefonseelsorge unter Telefon 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar.
Infos unter telefonseelsorge-schwarzwald-bodensee.de


Wochenblatt @: Ute Mucha

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