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"Online-Demonstration" soll Zeichen der Solidarität setzen

Solidarität
Singens OB Bernd Häusler und MdL Hans-Peter Storz mit den Titelseiten der nun geschalteten Aktions-Homepage "singen-solidarisch.de" - bemerkenswerter Weise von einem Bild von Boleslav Kvapil über eine Politik, die eine anders Zeit als die Gegenwart haben will. swb-Bild: of

MdL Hans-Peter Storz möchte Gegenpol zu den "Spaziergängern" aufbauen

Singen. Schon seit einigen Wochen ziehen die "Spaziergänger" immer Montags durch die Singener Straßen, genauso wie in vielen anderen Gemeinden, im Hegau wie im ganzen Land auch. Obwohl beispielsweise die Stadt Singen diese Demonstrationen von Anfang an untersagt hat. Nun möchte der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz zumindest mit einer "Online Demonstration" unter https://singen-solidarisch.de setzen. Auf der in der Nacht auf Mittwoch geschalteten Homepage kann man mit seinen/ihrem Namen ein persönliches Zeichen für Solidarität und ein Miteinander der Gesellschaft setzen, aber auch "anonym", also ohne Nennung des Namens die Aktion unterstützen, unterstrich Hans-Peter Storz in einer am Mittwoch kurzfristig einberufenen Medienkonferenz im Singener Rathaus im Beisein von OB Bernd Häusler, der mit weiteren Landtags- und Bundestagsabgeordneten wie Vertretern von Kirchen zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs gehörte.

Das Thema habe ihn die letzten Wochen enorm umgetrieben, meinte Storz gegenüber den Medienvertretern. "Wir hatten uns zum Beispiel überlegt, ob wie eine Menschenkette bilden sollten und uns den "Spaziergängern" entgegenstellen sollen, doch die Gefahr einer Konfrontation oder Auseinanderselzung wäre groß gewesen und hätte zusätzlich auch Kräfte der Polizei beansprucht, die derzeit durch das massive Auftreten der "Spaziergänger" ohnehin schon vielfältig gefordert sind", sagte Hans-Peter Storz. Deshalb wolle man zunächst online ein Zeichen in der Form setzen, dass man klar mache, dass die Gegner der Corona-Maßnahmen wie auch einer derzeit diskutierten Impfpflicht nicht in der Mehrheit sind. Nachdem in Singen am Montag zwischen rund 600 bis 1.000 Personen (je nach Schätzung) gegen Corona-Maßnahmen ohne Masken und Abstand ihren "Spaziergang" zelebrierten, wünscht sich Hans-Peter Storz, dass der nun geschaltete Aufruf mehr als tausend Unterstützer findet.

Singens Ob Bernd Häusler unterstrich, dass es ein gutes Recht sei, anderer Meinung zu sein und dafür zu demonstrieren. Das sei ja im Grundgesetz verbrieft. Allerdings solle man sich dabei auch an die demokratischen Spielregeln halten, als es müsse Verantwortliche für eine Demonstration geben. Die gäbe es wohl, meinst Häusler, aber sie wollten sich nicht zu erkennen geben. Nach seinen Erkenntnissen sind unter den "Spaziergänger" doch eine Reihe von Personen aus dem sehr rechten Spektrum bis hin zu "Reichsbürgern", die die aktuelle Demokratie ablehnten und die in ihren Netzwerken sogar auf die Jagd von Politikern aufriefen. Die Menschen die da vielleicht aus ganz anderen und persönlichen Grünen mitlaufen würden, müssten sich im Klaren sein, mit wem sie da unterwegs seien und dass ihr "Spaziergang" hier für ganz andere Sachen instrumentalisiert werde.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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