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Optimistisch trotz Krisenmodus

Holger Mayer
Holger Mayer in der großten Baustelle des Orts an der Hauptstraße. swb-Bild: Gemeinde

Hilzingens Bürgermeister Holger Mayer im Halbzeit-Interview

Hilzingen. Corona macht der Gemeinde Hilzingen finanziell zu schaffen. Trotzdem will die Gemeinde antizyklisch investieren, um die Wirtschaft in Schwung zu halten.

1. Das Jahr 2021 geht in sein letztes Drittel, wie sieht Ihre Zwischenbilanz für die Gemeinde Hilzingen aus? Was konnte trotz der schwierigen Corona-Lage umgesetzt werden?

Holger Mayer: »Die Corona-Krise dominierte auch im ersten Halbjahr 2021 unseren Arbeitsalltag im Rathaus. Die kommunale Familie hat die Auswirkungen der Krise deutlich zu spüren bekommen. Wir alle waren und sind immer noch im Krisenmodus. Beispielsweise haben wir durch schnelles Agieren ein breites und niederschwelliges Testangebot geschaffen, einen Impftag in Hilzingen organisiert und passgenaue Lösungen für die Kitas und Schulen erarbeitet. Ich bin sehr stolz auf meine MitarbeiterInnen, dass wir diese Ausnahmesituation bewältigt haben und unsere sonstigen Vorhaben nicht auf der Strecke blieben. Etliche Projekte sind in der Planung und Umsetzung. Das größte Projekt ist nach wie vor die Ortskernsanierung. Hier bauen wir gerade den zweiten Abschnitt der Hauptstraße, der bisher zügig voranschreitet. Auch die Vorbereitungen der Maßnahmen am Rathaus laufen auf Hochtouren. Weitere Vorhaben sind die Erschließungen der Neubaugebiete in Schlatt am Randen und Weiterdingen, der Bau der Feuerwehrhäuser in Duchtlingen und Schlatt am Randen, Brandschutzmaßnahmen an der Peter-Thumb-Schule sowie der Neubau des Kindergartens St. Mauritius in Weiterdingen, den wir gemeinsam mit der Kirche verwirklichen. Erschwerend kam hinzu, dass regelmäßig mit Starkregenereignissen zu kämpfen hatten, die besonders unsere Feuerwehr, das Bauamt und den Bauhof auf Trab gehalten haben.«

2.  Durch die Pandemie waren zusätzliche Ausgaben nötig und andere Einnahmen gingen zurück. Wie ist die finanzielle Situation in Hilzingen?

Holger Mayer: »Die finanzielle Situation ist sehr angespannt und bereitet Sorgen. Insbesondere das deutlich geringere Gewerbesteueraufkommen macht uns sehr zu schaffen. Auch wenn wir im Vergleich zum Anfang des Jahres eine leichte Verbesserung feststellen, weist unser geplantes ordentliches Ergebnis in diesem Jahr einen Fehlbetrag von 1,4 Millionen Euro aus. Verschärft wird die Situation dadurch, dass viele Projekte bereits mitten in der Umsetzung sind und nicht verschoben werden können. Trotz der schwierigen Phase sehe ich die öffentliche Hand aber in der Pflicht, Investitionen anzustoßen und gewissermaßen antizyklisch zu handeln. Auch notwendige Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz und Digitalisierung können wir nicht länger hintenanstellen. Abschließend hoffe ich, dass sich die finanzielle Situation bald wieder zum Positiven wendet und wir in wirtschaftlich guten Zeiten Rücklagen bilden können.«
 
3.  Ein Blick nach vorne: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung in Hilzingen und den Ortsteilen? Welches sind die wichtigsten Vorhaben und wo erwarten Sie größere Probleme?

Holger Mayer: »Ich blicke mit Mut und zupackendem Optimismus in die Zukunft. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Gemeinde- und Ortschaftsräten haben wir bereits vieles geschafft und angestoßen. Ich bin mir sicher, dass wir auch die anstehenden Vorhaben, wie beispielsweise die Bebauungspläne in Riedheim und Duchtlingen, die Sanierung der Grundschule Riedheim oder die weiteren Schritte der Ortskernsanierung, gut abarbeiten werden. Ich würde mir aber wünschen, dass wir bald den Corona-Krisenmodus verlassen können. Nach all den turbulenten Wochen und Monaten freuen wir uns auf ein etwas ruhigeres Fahrwasser.«

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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