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Optimistischer Blick in die Zukunft

Haushalt 2020 verabschiedet
Der Engener Gemeinderat hat einstimmig den Haushalt 2020 verabschiedet. swb-Bild: Archiv

Engener Haushalt am Dienstagabend verabschiedet

Engen. Ziemlich zufrieden zeigte sich der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung über den Haushaltsplan 2020. »Aufgrund des im Kreistag beschlossenen Umlagehebesatzes von 31,5 Punkten erhöht sich unsere Budgetreserve auf 165.000 Euro«, so Rathauschef Johannes Moser in seiner Rede. Er ging einleitend auch auf die Umstellung von der Kameralistik zur Doppik ein, die vorsieht, dass Gemeinden nun wie ein Unternehmen betriebswirtschaftlich geführt werden müssen. Besonders für leistungsstarke Gemeinden wie Engen könne dies zu Problemen führen, so Moser weiter, denn eine Kommune diene der Daseinsvorsorge der Bürger. Gerade freiwillige Aufgaben wie Vereinsförderung, Kunst und Kultur oder Jugendtreffs würden die Attraktivität einer Gemeinde erhöhen, seien jedoch nicht kostendeckend zu betreiben.

Hinzu komme, dass Abschreibungen in der freien Wirtschaft den Gewinn vermindern und damit eben auch den zu versteuernden Betrag. Gerade bei schuldenfreien Kommunen wie Engen seien die Investitionen mit Ergebnisüberschüssen aus dem laufenden Jahr oder den Vorjahren bereits finanziert, würden aber dennoch über die Abschreibungen die Ergebnisse der weiteren Haushaltsjahre belasten, erklärte der Rathauschef.
Den ordentlichen Erträgen von 30,440 Millionen Euro stehen ordentliche Aufwendungen von rund 30,431 Millionen Euro gegenüber. Die Liquidität der Gemeinde liegt bei 2,145 Millionen Euro, berichtet der Schultes.

Die Summe der Bauausgaben für das Haushaltsjahr liegt bei 10,368 Millionen Euro. Dabei sind die größten Projekte der Hochwasserschutz in Neuhausen, der Ausbau von Breitbandinfrastrukturen, Städtische Sanierungsmaßnahmen, die Stadtentwässerung Engen sowie die Bahnhofsmodernisierung in Engen und Neuhausen. Ein Schwerpunkt wird in den Ausbau der Kinderbetreuung und Schulen gesetzt.
»Aufgrund der gewünschten Generationsgerechtigkeit halte ich künftig für sinnvoll, sich mit den Bürgern intensiver über unseren Haushaltsplan auszutauschen. Die Bürger sollten besser verstehen, wie viel Geld uns zur Verfügung steht, welche Mittel durch Pflichtaufgaben gebunden sind und was wir im Gemeinderat mit den freien Mittel machen wollen«, sagte Moser.

Auch die Fraktionsvorsitzenden sind mit dem Plan zufrieden. Gerhard Steiner (UWV) konstatierte, dass die Zahlen für die finanzielle Stabilität der Stadt Engen stehen und hob die jahrelange Schuldenfreiheit der Gemeinde hervor. Steiner erwähnte auch die Enttäuschung, dass sich bei vielen Projekten die Umsetzung immer wieder verzögere.

Laut Jürgen Waldschütz (CDU) könne auch in diesem Jahr viel geleistet werden, es müsse jedoch in Zukunft genauer und realistischer geplant werden damit dem Gemeinderat bei der mittelfristigen Finanzplanung nicht frühzeitig »die Luft ausgehe«. Conny Hoffmann (SPD) freute sich, dass »das Leben in gewohnter Weise und Qualität weitergehen kann«.

Wochenblatt Redakteur @: Graziella Verchio