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Orsingen-Nenzingen: Ein gutes »Ervolksrezept«

Bernhard Volk (auf dem Foto mit Ehefrau Alexandra) wurde für weitere acht Jahre in seinem Amt als Bürgermeister von Orsingen-Nenzingen bestätigt
Bernhard Volk (auf dem Foto mit Ehefrau Alexandra) wurde für weitere acht Jahre in seinem Amt als Bürgermeister von Orsingen-Nenzingen bestätigt. swb-Bild: Weiß

Bernhard Volk mit 83,13 Prozent wieder gewählt

Orsingen-Nenzingen (sw). Landrat Frank Hämmerle hatte kurz Orientierungsprobleme: Er sprach von Eigeltingen, dabei wurde in Orsingen-Nenzingen gewählt. Und das taten die Bürger fleißig: Von den 2.501 Wahlberechtigten gingen 1.529 oder 61,14 Prozent zur Bürgermeisterwahl. Und sie entschieden sich zu 83,13 Prozent und mit 1.257 Stimmen für Amtsinhaber Bernhard Volk, der seit 24 Jahren auf dem Chefsessel in den Rathäusern der Doppelgemeinde sitzt. Der Versicherungs-Generalagent Hans-Peter Rothacher kam auf 14,95 Prozent oder 226 Stimmen. Und auf den selbstständigen Tonstudio-Betreiber Jens Martinek von der Partei der »Nein!Idee« entfielen 1,26 Prozent oder 19 Stimmen. Es wurden 17 ungültige Stimmzettel abgegeben, 1.512 Stimmen waren gültig.

Zuerst waren die Briefwahlstimmen beider Ortsteile im Rathaus von Nenzingen ausgezählt: 157 Stimmzettel waren beantragt worden, 144 Zettel wurden abgegeben. Davon waren vier ungültig. Die Briefwähler votierten mit 70,8 Prozent oder 102 Stimmen für Bernhard Volk, mit 25,7 Prozent oder 37 Stimmen für Hans-Peter Rothacher und mit einer Stimme oder 0,7 Prozent für Jens Martinek.

In Orsingen gingen von 1.097 Wahlberechtigten 645 Bürger zur Wahl - das entspricht einer Wahlbeteiligung von 58,8 Prozent. In diesem Ortsteil waren 78,9 Prozent oder 509 Wähler Volk-Befürworter, 107 oder 16,6 Prozent stimmten für Hans-Peter Rothacher, und neun Stimmen oder 1,4 Prozent gingen an Jens Martinek.

In Nenzingen machten 740 Bürger ihr Kreuz. Bei 1.404 Wahlberechtigten ergibt das eine Wahlbeteiligung von 52,7 Prozent. Hier kam Bernhard Volk auf 87,3 Prozent oder 646 Stimmen, auf Hans-Peter Rothacher entfielen 11,1 Prozent oder 82 Stimmen, und für Jens Martinek entschieden sich 1,2 Prozent oder neun Bürger.

Auf dem Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl konnten weitere Kandidaten genannt werden. Davon machten einige Wähler Gebrauch: Dennis Schäuble wurde zwei mal genannt, Gemeiderat Maik Lehn vier mal. Je eine Stimme bekamen Harry Metzger, Lothar Feucht und Sonja Martin. Alois Fritschi, der Bürgeremeister von Eigeltingen, wurde einmal genannt.

Bernhard Volk bedankte sich in seinem Statement vor dem Rathaus in Nenzingen für das Wahlergebnis und das vom Wähler ausgesprochene Vertrauen: Er freue sich auch über die gute Wahlbeteiligung. Mit dem Slogan »Herausforderungen annehmen - Zukunft gestalten« sei er angetreten, und er leite aus dem Wahlergebnis die Verpflichtung ab, dem in ihn gesetzten Vertrauen gerecht zu werden. Er verspreche alles zu tun, was er im Vorfeld dieser Wahl mit den Bürgern besprochen habe zu tun. Und mit Blick auf die ihm zum Wahlsieg geschenkten Hopfenpflanzen meinte er, er hoffe, dass seine Pflege ausreiche, um sie zum Blühen zu bringen.

Landrat Frank Hämmerle fand sich nach seinem Irrtum schnell wieder zurecht und gratulierte Orsingen-Nenzingen und Bernhard Volk zur Wahl. Und mit einem Seitenblick auf die Bauarbeiten vor dem Nenzinger Rathaus meinte der Kreischef, er hoffe, dass der Platz in acht Jahren bei der nächsten Wahl fertig gestellt sei.

Rainer Stolz, der Bürgermeister von Stockach, dankte dem »Landrat von Tuttlingen« für seine Worte - kleine Retourkutsche für Frank Hämmerles Ortsverdreher. Ernst geworden, meinte der Chef der Verwaltungsgemeinschaft Stockach, dass diese Wahl eine Bestätigung sei, wie man sie sich nur wünschen könne. Der Kollege Vok genieße hohen Respekt im Bürgermeisterkreis - auch wegen seiner ruhigen, sachlichen, machnmal auch durchaus knorrigen Art. Und: »Ich weiß nicht, ob er jemals seinen Bart so kurz getragen hat.« Und dann überreichte er dem Wahlsieger einen Bürgermeisterkuchen, den er, Rainer Stolz, selbst gebacken habe. Das wiederum ist nun wirklich zu hinterfragen. Unstrittig ist dagegen, dass die Torte sehr gelungen war - mit einem Bildnis von Bernhard Volk in der Mitte.

Pfarrer Jürgen Faulhammer hob vor allem den Fleiß von Bernhard Volk hervor: Er wisse gar nicht, wie er die vielen, vielen Termine in der Gemeinde bewältigen könne. Aber auch den anderen Kandidaten dankte der Seelsorger. Sie hätten den Mut gehabt, gegen den amtierenden Bürgermeister anzutreten und sie hätten den Urnengang so zu einer echten Wahl gemacht.

Alois Seliger, der Präsident des Narrenvereins, überreichte die besagten  Hopfenpflanzen - da Hopfen ja schließlich beruhige. Und Kämmerer Udo Widenhorn versicherte dem Wiedergewählten, dass ihn seine Mannschaft im Rathaus in den nächsten Jahren weiterhin tatkräftig unterstützen werde. Gabriele Martin, die als Leiterin des Gemeindewahlausschusses einen sehr guten Job gemacht hatte, übergab dann das Wort an Bernhard Volk: Einmal in acht Jahren dürfe er reden. Das nutzte der neue, alte Bürgermeister, um allen seinen Dank auszusprechen.

Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl waren die beiden Kandidaten Bernhard Volk und Hans-Peter Rotacher unter sich gewesen. Jens Martinek von der Partei der »Nein!Idee« hatte sich bei den beiden Wahlveranstaltugen der Gemeinde nicht sehen lassen und hatte auch keinen Wahlkampf gemacht. Der selbstständige Tonstudio-Betreiber hatte im Falle eines Sieges verkündet, das Amt nicht annehmen zu wollen.

Hans-Peter Rothacher hatte seine Kandidatur kurz vor Torschluss und am letzten Tag vor Ablauf der Bewerbungsfrist am Montag, 4. Februar, in den Ring geworfen. Der Versicherungs-Generalagent, der in der Doppelgemeinde wohnt und in Stockach arbeitet, setzte vor allem auf das Thema Energie und Energieversorgung. Im WOCHENBLATT-Interview hatte er gesagt: »Dabei möchte ich vor allem auf die Tierkörperbeseitigungsanstalt »Protec« in Orsingen eingehen, an deren Fernwärmenetz viele Menschen angeschlossen sind und das noch erweitert werden soll. Denn diese Einrichtung weist Gefahren auf und steht nicht auf sicheren Füßen«.

Bernhard Volk ist seit 24 Jahren Bürgermeister in Orsingen-Nenzingen und bleibt nun für weitere acht Jahre im Amt. Der 54-Jährige sieht in den Herausforderungen der Vergangenheit auch die Fragen der Zukunft. Wichtig wären vor allem die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten, die Kinderbetreuungsangebote, vor allem die Kleinkindbetreuung, und die Schulentwicklung, erklärte der Verwaltungschef im WOCHENBLATT-Interview.

Wochenblatt @: Simone Weiß


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