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Platz ohne Sozialkontrolle

Herz-Jesu-Platz
Ein Jahr nach der Fertigstellung harzt es noch zwischen Nutzern und den Anwohnern. Zum Beispiel weil der kleine Spielplatz an der Kirche oft von Jugendlichen Belegt wird, die dort lautstark Partys feiern oder Drogen konsumieren. swb-Bild: of

Ein Jahre nach der Fertigstellung des Herz-Jesu-Platz harzt es noch

Singen. Seit einem Jahr ist der Herz-Jesu-Platz in Singen mit Parkhaus ganz fertig, aber noch nicht ganz in der Stadt angekommen. Darauf haben die neuen Anwohner am Platz mit einer Unterschriftenliste hingewiesen - sie fordern klare Regeln für den Platz.

Rund 40 Unterschriften wurden mit einer Stellungnahme an Singener Rathaus geschickt. »Wir wollen hier einfach auf unsere Probleme hinweisen, denn am Anfang kann man noch vieles ändern«, betonen die Anwohner beim Ortstermin, die nicht namentlich genannt werden wollen. »Wir meinen einfach dass es hier klare Regeln braucht, damit alle miteinander zurechtkommen.«

Die Liste der Vorkommnisse, die bei einer Anwohnerversammlung zur Unterschriftenliste führte, ist lang: Lärmende Kinder und Jugendliche, nächtliche Partys, am angrenzenden Spielplatz; badende Personen, Hunde und Kinder im Brunnen, beobachteter Drogenhandel, kiffende Gruppen in der Tiefgarage unter dem Platz, wiederholter Vandalismus, auch durch öffentliches Urinieren gegen die Kirchmauer, lautstarke Fußballspiele oder Hundespiele. Gerade an den Sommerabenden sei der Platz ein intensiv genutzter Treffpunkt, beim sich Generationen mischten, aber oft die Kinder nicht beaufsichtigt würden. Und wenn man auf die Anwohner hinweise, werde man selbst beschimpft weil es selten Unrechtsbewußtsein gebe,.

Der Dringende Appell hatte schnell gewirkt. Singens OB Bernd Häusler hatte gleich in einem Brief geantwortet und klar bemacht, dass die Signale der Anwohner beunruhigend seien. Er selbst habe den Platz auch mehrmals Abend mit seinem Referenten in Augenschein genommen und es zwar nicht so dramatisch erlebt. Aber ernst nehmen wolle er den Weckruf, machte Häusler deutlich, der darauf verwies, dass der Platz regelmäßig gereinigt werde und auch die Mobile Jugendarbeit den Platz im Besuchsplan hat. Während des Ortstermins mit den Anliegern tauchte die Polizei zwei Mal auf, auch um Flagge zu zeigen. Häusler vertröstete die Anwohner auf kommendes Jahr, wenn Singen einen eigenen Kommunalen Ordnungsdienst bekommen soll, und auf ein Gespräch im Oktober mit den Anwohnern. Diese sehen selbst, dass es auf dem Platz derzeit einfach an einer »Sozialkontrolle« fehlt, weil er eben nur Platz ist. Vielleicht werde des besser, wenn das geplante Café eröffnet, weil man sich dannauf den Platz nicht mehr so unbeachtet fühlen könne.

Singen Ordnungsamtsleiter Marcus Berger kündigte ein Schild für den Spielplatz, mit dem auch das vor den Sommerferien erlassende Rauchverbot auf Spielpätzen signalisiert werde. Wenn man eine Platzordnung wolle, bräuchte man dafür eine eigene Satzung, das gehe im Bedarfsfall länger. Schließlich gebe es ja allgemeinde Regeln, die ab 22 Uhr im öffentlichen Bereich insgesamt für Ruhe sorgen sollen.  Alle Seiten sind sich aber einig, dass der Platz natürlich Treffpunkt sein soll.

 

 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler