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Radolfzell setzt auf den Tourismus

Bürgerinfo Milchwerk
OB Martin Staab ging beim Bürgerinfoabend im Milchwerk unter anderem auf die Planungen für den Streuhau ein. swb-Bilder: dh

Weichen für touristische Entwicklung des Streuhau gestellt

Radolfzell. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt die touristische Weiterentwicklung der Stadt Radolfzell im Bereich Streuhau/ Bodenseereiter die Stadt. Bei einem Bürgerinformationsabend, der jüngst im Milchwerk stattfand, gab Oberbürgermeister Martin Staab einen Einblick in den aktuellen Stand der Planungen. Ursprünglich war der Plan, das Bodenseereiter-Gebiet für den Tourismus in Radolfzell zu entwickeln. Die Fläche um den Bodenseereiter war als »Sonderbaufläche für Fremdenverkehr, Erholung und Sport« festgesetzt. In der Zwischenzeit sei man zu dem Schluss gekommen, dass es mehr Sinn macht, das Gebiet im Streuhau touristisch zu entwickeln und den Bodenseereiter als »Fläche für Maßnahmen zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft« zu deklarieren, damit ein Puffer zum Naturschutzgebiet »Radolfzeller Aach« entsteht, fasste Staab zusammen. Verschiedenste Ideen für das Gebiet seien seit 2007 diskutiert worden. »Das nun vorliegende Konzept orientiert sich an dem Bereich, der von den Sachverständigen als geringster Eingriff in die Natur ausgemacht wurde«, erklärte Staab den rund 40 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern. Erst jüngst hat der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt (PUT) einen entsprechenden Beschluss gefasst um das Projekt weiter voranzutreiben.

Das bedeutet konkret, dass im Streuhau unter anderem ein Jugend- und Familienhotel sowie, über das Gebiet verteilt, insgesamt 35 Ferienwohnungen entstehen sollen. Der Bodenseereiter hingegen wird renaturiert. Der Hotelkomplex, der am westlichen Rand des Gebiets platziert werden soll, solle zugleich als Gebäuderiegel zum renaturierten Bodenseereiter-Gebiet dienen, so Staab.

Investor für das Projekt ist bora-Geschäftsführer Bernd Schuler. Bei den Mitgliedern des Ausschusses für Planung, Umwelt und Technik fand das vorgestellte Konzept, das neben dem Hotel und den Ferienhäusern auch fünf Baumhäuser mit einem Baum-Tagungs-Haus, eine Badestelle für Gäste und ein Langhaus für Yoga, Wellness und Fitness im nördlichen Bereich des Gebiets vorsieht, sehr viel Anklang. Mit zehn Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen sprach sich das Gremium für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans und eine Änderung des Flächennutzungsplans »Erweiterung Hotelanlage im Herzen« aus. Wie in der Sitzung des PUT erklärt wurde, hatten im Vorfeld zur Konkretisierung der Planungen drei Termine mit Vertretern der Umweltverbände stattgefunden.

Markus Peintinger, der als Vertreter der Umweltverbände in der Sitzung des PUT anwesend war, erklärte zwar, dass den Umweltverbänden natürlich grundsätzlich lieber gewesen wäre, das ganze Gebiet wäre unangetastet geblieben, trotzdem sei der Flächentausch die bessere Variante. Größerer Widerstand hat sich in der Vergangenheit allerdings schon von einigen Radolfzeller Bürgerinnen und Bürgern, die einer touristischen Weiterentwicklung des Gebiets kritisch gegenüberstehen, geregt. Für die Mitglieder des PUT war bei ihrer Entscheidung indes klar, dass die Zukunft der Stadt im Tourismus liege, wie es Norbert Lumbe (SPD) formuliert hatte. OB Staab zeigte sich an der Bürgerinfoveranstaltung zufrieden, dass man sich ausgehend von den ersten Ideen bei den Planungen für das Projekt immer mehr einem umweltverträglichen Konzept genähert habe.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn