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Schulschließungen unbedingt vermeiden

| Ute Mucha | Schlagzeilen
Schule Corona
Testen gehört mittlerweile zum Schulalltag wie Mathe und Deutsch. swb-Bild: Adobe Stock

Schulen sind gut auf weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen vorbereitet

Landkreis Konstanz. Die Verordnung kam erst wenige Tage vor dem Ende der Schulferien, und doch sorgte die Ankündigung für tägliche Tests in den Schulen wie Kitas nach den Ferien für Erleichterungen. Viele Schulleiter waren die Ferien über in der Sorge, dass die Schulen eventuell nicht mehr aufmachen dürften. Hier sind Positionen zum Start aus der Region.
Anja Claßen, Geschäftsführende Schulleiterin der Singener Schulen und Rektorin der Waldeckschule: »Das Schreiben des Kultusministeriums kam am Mittwochnachmittag und wir mussten dann bis zum Wochenende einen Elternbrief umsetzen und uns auf den ersten Schultag unter den neuen Bedingungen vorbereiten. Auch wenn der Aufwand erst mal noch mehr steigt, ist es für uns eine Erleichterung, weil doch die ganzen Weihnachtsferien bei uns das ungute Gefühl herrschte, dass die Schulen angesichts der Entwicklung mit der neuen Variante geschlossen bleiben müssten«, sagte sie auf Anfrage des Wochenblatts. »Wir hatten da schon latent Angst, dass wieder der Fernunterricht kommen könnte«, so Anja Claßen. Jetzt kämen erst mal zu den drei Testtagen in der Woche zwei weitere dazu, die natürlich Unterrichtszeit nehmen würden.
Aber das nehme man gerne in Kauf, solange die Schulen geöffnet bleiben könnten. »Wir freuen uns, dass die Kinder da sind, und vor allem dass es keine positiven Tests gegeben hat zum Start und wir auch vor Weihnachten sehr verschont geblieben sind«, gibt sie sich recht zuversichtlich. Es geht dabei auch um die Furcht, dass viele LehrerInnen oder Betreuungskräfte ausfallen könnten wegen Infektion oder Quarantäne. Mit Tests sei man durch die Stadt Singen bestens versorgt.

Daniel Jedlicka, Schulleiter des Anne-Frank-Schulverbundes Engen: »Unsere SchülerInnen haben nach den vergangenen Monaten mittlerweile Übung im Testen, deshalb macht ihnen die Verschärfung der Corona-Maßnahmen keine Probleme. Wir haben bereits vor den Weihnachtsferien genügend Testmaterial besorgt und jetzt Nachschub bei der Stadt als Schulträger bestellt. Erfreulich war am Montag, dem ersten Schultag nach den Ferien, dass es keinen einzigen positiven Test gab und dies bei insgesamt rund 1.300 SchülerInnen am Bildungszentrum Engen mit der AFS, der Hewenschule und dem Gymnasium. Die Abläufe beim Testen funktionieren, wir machen das in der ersten Unterrichtsstunde.
Auch sind wir unter den drei Schulen gut vernetzt und stimmen uns im Informationsfluss ab. Sollte sich das Infektionsgeschehen verschärfen, werden wir je nach Situation flexibel darauf reagieren. Das heißt, wir können Teilklassen unterrichten, per Video oder im Homeschooling. Dafür sind wir ausgestattet. Wenn notwendig, werden wir Pausenbereiche abtrennen und gemischte Klassen, wie zum Beispiel in Religion, vermeiden. Präsenzunterricht ist besonders für die SchülerInnen der Werkrealschule wichtig, da diese sonst schnell abgehängt werden. Auch für die Fünftklässler und die Abschlussklassen werden wir vorrangig in Präsenz unterrichten.«

Anne Doll, stellvertretende Schulleiterin des Friedrich-Hecker-Gymnasiums Radolfzell:
»Wir haben schon vor den Weihnachtsferien einen zusätzlichen Testtag organisiert und genügend Material dafür besorgt. Dieser Testtag fand am Montag für alle SchülerInnen bis auf die Geboosterten statt und damit haben wir die verschärften Auflagen erfüllt. Bisher wurde bei uns zwei Mal in der Woche eine Pooltestung durchgeführt. Dies bedeutet, dass die Probenentnahmen von mehreren SchülerInnen zusammen an das Labor Brunner nach Konstanz geschickt werden und dort aus dieser Mischung ein PCR-Test gemacht wird. Sollte dieser positiv sein, müssen die Beteiligten einen weitern PCR-Test machen, um den Infektionsherd herauszufinden. Wir sind mit dieser Methode sehr zufrieden, da sie eine größere Auskunftssicherheit gibt als die Schnelltests. Knapp war der Zeitrahmen für die Weiterleitung der Informationen über die Verschärfung der Testmaßnahmen, die erst am Freitag durch die Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wurde.
Daher musste ich am Wochenende die Eltern über die Neuerung informieren. Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens sind wir für Hybridunterricht ebenso vorbereitet wie für Homeschooling. Schließlich hatten wir schon alle Varianten vom kompletten Lockdown über Unterricht von halben Klassen bis hin zum Homeschooling. Zudem haben wir ein sehr gutes Hygienekonzept, was die geringe Anzahl an Infektionen bisher bestätigt. Sicher werden wir den Anstieg an Infektionen durch die Omikron-Variante zu spüren bekommen und einzelne SchülerInnen werden sicher immer wieder zuhause bleiben. Ich habe das Kollegium auf möglichen Hybridunterricht vorbereitet, aber wir hoffen, dass wir um diesen ebenso herumkommen wie um eine Schulschließung im schlimmsten Fall.«

Sonja Hartmann, Schulleiterin der Grundschule in Stockach: »Es ist zu schaffen, wenn aus drei Testtagen in dieser Woche erst mal fünf werden, denn die Schüler stecken das gut weg, auch wenn dann immer ein Teil der ersten Stunde wegfällt bis die Tests ihre Ergebnisse zeigen.« Zum Glück waren auch hier am Montag alle Ergebnisse negativ, eine größere Zahl von Infektionen war seit der Zeit vor den Herbstferien nicht mehr aufgetreten. Belastender als die Tests sieht die Schulleiterin eher noch die Maskenpflicht für die Kinder, die von den Kindern als viel unangenehmer empfunden werde.
Auch ihr war in den Weihnachtsferien nicht wohl wegen der Furcht vor einer Schulschließung, die ohnehin nicht umsetzbar gewesen wäre. »Da wir ja derzeit keinen Lockdown haben, müssen die meisten Eltern ja arbeiten, das heißt, mindestens über die Hälfte der SchülerInnen kämen dann als Notbetreuung auch wieder in die Schule«, machte sie im Gespräch mit dem Wochenblatt deutlich.

Wochenblatt @: Ute Mucha

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