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Sensibel und erläuternd

Viel Applaus gab es für den Einführungsvortrag der neuen Sonderausstellung »Denk mal an den Krieg - Gefallenendenkmale in und um Radolfzell« von Bruno Epple, Angélique Tracik, Leiterin des Fachbereichs Kultur, Bürgermeisterin Monika Laule und Katharina Maier, Leiterin der Abteilung Stadtgeschichte. swb-Bild: gü

Stadtmuseum widmet sich Kriegerdenkmälern

Radolfzell (gü). Mehr als 100.000 Kriegerdenkmäler in unterschiedlichen Formen und aus unterschiedlichen Zeiten gibt es in Deutschland, die meist an den Deutsch-Französischen Krieg (1870/71), sowie den Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) und den Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) erinnern.

Oftmals sind Gefallenendenkmale vielerorts ein Diskussions- und Denkanstoß. Auch im WOCHENBLATT-Land sind die Kriegerdenkmale unumstritten - was die Diskussionen über das Kriegerdenkmal am Luisenplatz, das 1939 errichtet wurde, beweist.

Das Radolfzeller Stadtmuseum widmet sich in seiner neuen Sonderausstellung »Denk mal an den Krieg - Gefallenendenkmale in und um Radolfzell« diesen fragwürdigen Mahnmale. »Es ist uns ein Anliegen, dass wir mit der neuen Sonderausstellung keine militaristische Show zeigen«, verdeutlichte Katharina Maier, Leiterin der Abteilung Stadtgeschichte, am vergangenen Wochenende bei der Vernissage. Vielmehr belege die Ausstellung, wie Kriegerdenkmale seit dem 19. Jahrhundert sehr zeittypische Ausprägungen erfahren haben, und lade dazu ein, sie im Licht ihrer Entstehungsgeschichte und der Zeitumstände zu betrachten. »Damit widmen wir uns einem wichtigen und schwierigem Thema«, sagte Bürgermeisterin Monika Laule in ihrer Eröffnungsrede.

Die Ausstellung, die das Kreisarchiv Konstant gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen erstellt hat, wird im Radolfzeller Museum ergänzt mit Materialien aus dem Stadtarchiv zum hiesigen Gefallenendenkmal und legt damit einen Schwerpunkt auf die Geschichte vor Ort. »Die Ausstellung geht mit diesem speziellen Thema sehr sensibel um. Es wird viel erläutert und erklärt«, so Laule weiter. Überhaut sei der erläuternde Teil, der wichtigste. Denn nur mit einer Erläuterung versteht man die Kriegerdenkmale richtig.

Ergänzt wird die Sonderausstellung durch ein reiches Begleitprogramm - wie Museumspädagoge Rüdiger Specht im Gespräch mit dem WOCHENBLATT verriet: So bietet das Stadtmuseum nicht nur öffentliche Führungen zu den Sonderausstellungen an. Vorträge zum Themenkomplex »Denkmale« befassen sich beispielsweise am 9. März mit der Denkmalkultur in den USA, am 30. März mit dem Gedenkstein an das Dögginger Busunglück von 1949, und am 7. April 2016 mit Krieger- und Friedensdenkmalen zwischen Bodensee und Atlantikküste.

Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert