- Anzeige -

Speerspitzen gegen geplantes Glashaus

Pestalozzi Bio
Bei der ersten Informationsveranstaltung der Pestalozzi Gärtnerei zu dem geplanten Gewächshaus an der Stockacher Aach war das Interesse am größten gewesen. swb-Bild: Pestalozzi-Gärtnerei

Initiative sammelt Unterschriften gegen erteilte Baugenehmigung

Wahlwies. Die Gärtnerei des Pestalozzi Kinderdorf in Wahlwies will ein neues Gewächshaus an der Stockacher Aach bauen um damit unter anderem mit Edeka ins Geschäft zu kommen. Doch die Pläne habe auch erbitterte Gegner.

Am letzten Donnerstag hat eine »Bürgerinitiative zur Verhinderung des Gewächshauses an der Stockacher Aach« damit Gestartet ihre Kritik über Flyer im Ort zu Streuen auch im Unterschriften gegen das Projekt zu sammeln. »Das Gewächshaus steht für mich viel zu nah an der Stockacher Aach sagte Konrad Walter von der Bürgerinitiative. Er sieht das als Biotop geführte Gewässer durch die Wasserverbindung zum Gewächshaus gefährdet, das in der ersten Baustufe eine Fläche von 1,6 Hektar benötigt. Dr. Ulrich Hedtstück zweifelt die Privilegierung des Bauprojekts an, die es eben erlaube, hier im Außenbereich zu bauen. Um das zu klären, erwäge man auch eine Petition zu starten. Wolfram Renner unterstrich im Gespräch mit dem WOCHENBLATT zum Start der Aktion, dass man keineswegs gegen das Gewächshaus sei, nur nicht an dieser Stelle. Es gäbe alternative Standorte, die besser verträglich seien.

Inwieweit mit dem neuerlichen Protest gegen das Gewächshaus noch Wirkung erzielt werden kann, bleibt freilich offen. Die Baugesuche wurden schon Anfang des Jahres im Ortschaftsrat wie folgend im Planungsausschuss des Stockacher Gemeinderats abgelehnt, »auch mit meiner Stimme", sagte Bürgermeister Rainer Stolz auf Anfrage. Wegen der Pivilegierung habe freilich das Baurechtsamt hier das Baurecht herstellen müssen, vor rund einem Monat, so Stolz.

Auch seitens es Pestalozzi-Kinderdorf wird bekräftigt das man Bauen wolle, und zwar bald. Die gemeinnützige GmbH hatte in diesen Tagen zu mehreren Infoterminen eingeladen und damit auf die ablehnenden Stimmen aus dem Dorf zu reagieren. Der die Resonanz sei aber bis auf die Auftaktveranstaltung »sehr überschaubar« gewesen. Am Freitag wollen hier nun die Vertreter der Gärtnerei direkt mit Vertretern der Bürgerinitiative sprechen um Argumente auszutauschen. Der Standort sei alternativlos, es gehe da auch um mögliche Erweiterungen.

Die Frage, ob solche Gewächshäuser noch privilegierte Landwirtschaft oder bereits Industriebetriebe sind, wurde auch in Singen Anfang 2019 von der SPD Fraktion gestellt, wo es freilich um eine Vergrößerung der Gewächshaussiedlung der Reichenau auf inzwischen über 30 Hektar ging. Ohne Erfolg.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler