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„Sprechende Kunstwerke“

Kunstmuseum Singen Rosenthal
Singens Ob Bernd Häusler, Andreas Rosenthal und Museumleiter Christoph Bauer bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntag. swb-Bild: of

Großes Interesse an Drucken von Andreas Rosenthal

Singen (of). Mit dem Thema Druckgraphik ist das Kunstmuseum ins neue Jahr gestartet und das mit einem beeindruckenden Auftritt. Denn mit Andreas Rosenthal kann das Museum hier einen großen Erneuerer des Holzdrucks präsentieren, der hier im Museum die Entwicklung seines Werks der letzten 25 Jahre vorstellt, eine Ausstellung die zudem ab März noch durch einen weiteren Rückblick mit seinen „schwarzen“ Arbeiten im Freiburger Morat-Institut ergänzt wird, wie Singens OB Bernd Häusler in seiner Begrüßung bei der Vernissage am Sonntag informierte. Über diese Ausstellung hinaus kann das Museum im oberen Stockwerk des Museum bis zum 1. April zudem so manchen Holzdruck-Schatz aus der eigenen Sammlung präsentieren, und das ist ganz schön beeindruckend.

Andreas Rosenthal hat seine Ausstellung hier in Singen selbst gehängt und sich auch das Untergeschoss für seinen Auftritt ausgesucht. Dass  der geborene Düsseldorfer, der inzwischen in Münster lebt, durchaus schon lange seinen Wirkungskreis auch hier im Südwesten hat, machen Ausstellungen in Schaffhausen, Tuttlingen oder Reutlingen deutlich. Aus Schaffhausen stammen auch die „Schaffhauser Horizonte“, ein monumentales Werk von 1996, das wie ein Herz das Zentrum dieser Ausstellung bildet, freilich „nur“ ein Druckstock ist, der niemals benutzt wurde und deshalb als Zeichnung eingeordnet wird. Wer die Bilder, die aus den hölzernen Druckstöcken ansieht, muss sich schon von gängigen Erwartungen lösen, denn Rosenthal ist ein Meister der Abstraktion und Geste. Und. Seine Drucke sind durchweg auch Unikate. Sie entstehen als vielen verschiedenen Druckstöcken sozusagen wie die Komposition einer Idee zum Teil in bis zu sieben Schichten in einer beeindruckenden Farbigkeit, zum Teil werden diese Platten immer wieder verwendet und sorgen dadurch für immer neue Auftritte. Es entstehen komplexe Bildräume, wie Museumsleiter Christoph Bauer in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung ausführte. Die Idee des Holzdrucks wird hier aus sehr spannende Weise erweitert. Und zum Teil können diese Bilder sogar sprechen, denn Rosenthal benutzt gerade in neueren Arbeiten Hände in der Gebärdensprache als Element in den Bildern. Jedes Bild wird da sozusagen für den Künstler selbst zur Entdeckung und den Werken ist gut abzulesen, welche Lust diese Entdeckungen machen, denen die Museumsbesucher nun folgen können. Vor allem Dingen wenn Rosenthal mit weißer Farbe arbeitet. Die Ausstellung ist bis zum 1. April zu sehen. Am 18. März wird Andreas Rostenthal um 11 Uhr ins Museum kommen, um mit Interessierten über seine Bilder zu sprechen.

Mehr Bilder von der Vernissage gibt es in der Galerie.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler