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Stadt Singen als Hotspot für Kinderarmut

Aktionswoche Kinderarmut
Renate Weißhaar (Bürgerstiftung Singen), Reinhard Zedler (Arbeiterwohlfahrt), Wolfgang Heintschel (Caritas und Kinderchancen), Bärbel Wagner (Diakonisches Werk) und Udo Engelhardt (Singener Tafel und Kinderchancen Singen e.V.). swb-Bild: Engelhardt

Aktionswoche Kinderarmut bis 26. Oktober

Singen. Armut belastet nicht nur Kinder, sondern die ganze Gesellschaft. Die Wohlfahrtsverbände im Landkreis und die Tafel in Singen beteiligen sich daher auch in diesem Jahr an der landesweiten Aktionswoche »Armut bedroht alle«.

Mit dem Motto »Arme Kinder = Arme Gesellschaft« ist in diesem Jahr die Kinderarmut das Schwerpunktthema der diesjährigen Aktionswoche. Am letzten Donnerstag wurde dazu eine Installation auf dem Heinrich-Weber-Platz aufgestellt, die mit klaren Bildern und Worten auf die schwierige Situation von Kindern hinweisen, die in Armut aufwachsen.

Kinderarmut ist in Singen deutlich stärker verbreitet als im Rest des Landkreises. Die Wohlfahrtsverbände, Kinderchancen Singen, die Tafel und die Bürgerstiftung Singen haben bei der Eröffnung der Aktionswoche hervorgehoben, dass Kinderarmut die Chancen auf ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben deutlich verringert, besonders, wenn die Armut jahrelang andauert. In Singen ist das für jedes 6. Kind der Fall.

Weitere Botschaften der Akteure sind, dass Corona die Lebenssituation dieser Kinder noch zusätzlich verschlechtert, dass die negativen Folgen von Kinderarmut nicht nur die betroffenen Kinder und Familien belasten, sondern auch in den Kitas, Schulen und Wohnquartieren sichtbar werden. Wie grausam Kinderarmut sein kann, soll über die Banner auf dem Heinrich-Weber-Platz verdeutlicht werden. Ein Eis mit drei Kugeln ein Hamburger oder ein Getränk in der Fußgängerzone kosten mehr als einem Kind unter sechs Jahren für einen Tag zum Essen und Trinken über Hartz IV zuerkannt bekommt. Aktuell sind das nur 2,88 Euro.

Mit der Installation, die noch bis Montag, 26. Oktober, auf dem Platz zu sehen ist, soll deutlich gemacht werden, dass eine so hohe Kinderarmut in einem so reichen Land mehr als ein Skandal ist und dies dringend geändert werden muss.

Wochenblatt @: Graziella Verchio


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