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Stadthalle startet ihre Comeback-Saison nun auf Oktober

Stadthalle Leo
Die mehrfach ausgezeichnete Show „Leo” von und mit Tobias Wegner – am Donnerstag, 15. Oktober in der Stadthalle Singen – scheint die Schwerkraft aufzuheben. swb-Bild: Andy Phillipson

Vorrang für bisherige Abonnenten / Kinderaufführungen entfallen vorerst

Singen. Dank städtischem Zuschuss und einer speziellen Bundesförderung kann Kultur und Tourismus Singen (KTS) nach einer langen Corona-Pause ab Oktober wieder ein abwechslungsreiches und hochkarätiges Theater- und Konzertprogramm in der Stadthalle Singen anbieten.

„Wir werden unseren schon vor Monaten gestalteten Spielplan weitgehend umsetzen. Wegen der Corona-Auflagen darf die Stadthalle allerdings pro Veranstaltung nur maximal 316 Besucher aufnehmen. Deshalb richten wir unser Angebot bevorzugt an unsere Abonnenten“, sagt KTS-Geschäftsführer Roland Frank. „Doch auch dabei fahren wir auf Sicht und machen erst einmal nur Buchungen bis in den Januar hinein möglich. Sollten nicht alle Plätze von den Abonnenten gebucht werden, können wir Karten jeweils 14 Tage vor der Veranstaltung im freien Verkauf anbieten.“

KTS hatte schon im Juli für die Saison 2020/2021 alle Abonnements ausgesetzt. Zu dem Zeitpunkt waren etliche der geplanten Gastspiele in Frage gestellt und es war klar absehbar, dass die Abonnenten nicht nach ihrer Wahl platziert werden konnten.

Die realisierbaren Aufführungen werden nun unter den gegebenen Hygiene- und Abstandsauflagen zunächst schrittweise bevorzugt den Abonnenten mit Vorkaufsrecht zum günstigen anteiligen Abo-Preis angeboten. Sie müssen in Kauf nehmen, dass ihnen KTS die Plätze zuweist. „Die Sicherheit und die Gesundheit unserer treuen Besucher hat für uns oberste Priorität“, betont Roland Frank. „Ganze Stuhlreihen müssen entfallen und es können nur maximal drei zusammengehörende Personen nebeneinander sitzen. Zu anderen Besuchern wird ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten.

Beim Einlass gilt eine Maskenpflicht, nicht aber während der Aufführungen. Wegen der besonderen Einlassregeln sollten sich die Gäste auch darauf einrichten, möglichst zeitig zu unseren Veranstaltungen zu kommen. Voraussichtlich wird im Oktober noch keine Bewirtung möglich sein.“  

Das Kulturprogramm der Stadthalle Singen startet am 3. Oktober mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. „Wegen der zahlreichen Abonnenten unserer Symphoniereihe führt das Orchester das Konzert an diesem Abend und auch das Neujahrskonzert am 9. Januar in unserem Haus zweimal hintereinander und jeweils ohne Pause auf -- um 17.30 Uhr und um 20 Uhr. Die Besetzung und das Programm wurden der Situation angepasst“, erklärt Roland Frank. Wie geplant bringt das Orchester mit seinem Chefdirigenten Ari Rasilainen am 3. Oktober als Solistin die junge aus Südkorea stammende Geigerin Sueye Park mit.

Die gravierendsten Programmänderungen gibt es laut Roland Frank im Musikalischen Ring der Stadthalle Singen. So können die australische „Company 2“ und die Jon Lehrer Dance Company aus den USA derzeit nicht auf Tournee gehen. „Für die ‚Company 2‘, die schon einmal zum zehnjährigen Bestehen der Stadthalle Singen zu Gast war, haben wir mit der verblüffenden akrobatischen Comedy-Show ‚Leo‘ zum gleichen Termin am 15. Oktober einen ausgezeichneten Ersatz gefunden.

Jon Lehrers getanzte Hommage an den Komponisten Leonard Bernstein am 22. November muss leider entfallen. »Wir hoffen, dass wir den Choreographen und sein Ensemble in der Spielzeit 2021/2022 wieder in der Stadthalle Singen begrüßen dürfen“, so Roland Frank. Dem Theater Pforzheim ist es unter Corona-Bedingungen nicht möglich, Giuseppe Verdis Oper „La Traviata“ als Tournee-Produktion zu inszenieren. Deshalb präsentiert KTS am 14. Januar als Nachklang zum Beethoven-Jahr die bereits in Pforzheim gespielte Inszenierung der Oper „Fidelio“.

Das Theater-Programm für Kinder ab sieben Jahre wird erst nächstes Jahr wieder starten. Dem Jungen Theater Bonn ist es derzeit nicht möglich, das zum Spielzeit-Auftakt vorgesehene ganz neue Stück „Die Schule der magischen Tiere“ zu inszenieren und damit auf Tournee zu gehen. Nächstes Jahr stehen dann aber das Stück „Meisterdetektiv Kalle Blomquist“ mit der Badischen Landesbühne Bruchsal und das Musical „Robin Hood“ in einer Aufführung des Theaters mit Horizont aus Wien auf dem Programm für diese Altersgruppe. Planmäßig wird dann „Der kleine Drache Kokosnuss“ am 16. November das Theaterprogramm für Kinder ab vier Jahre eröffnen.

Mit von der Partie beim Kulturprogramm unter Corona-Bedingungen ist auch der Verein Volksbühne Singen – zunächst mit der Aufführung der Komödie „Ungeheuer heiß“ am 14. Oktober. Das geplante Gastspiel mit dem Stück „Die Feuerzangenbowle“ am 9. Dezember findet nicht statt. Ein Ersatz wird aber gesucht. Die sonst von der Volksbühne getragenen Zusatzaufführungen für Kindergärten und Schulen im Kindertheater der Stadthalle Singen müssen in der Spielzeit 20/21 leider komplett entfallen.

Über den auch sonst nötigen Zuschuss der Stadt hinaus wird das Kulturprogramm in der Stadthalle Singen unter Corona-Bedingungen mit Bundesmitteln gefördert. Staatsministerin Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, hat Ende August im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ unter dem Titel „Theater in Bewegung“ eine spezielle Förderung für Gastspielhäuser auf den Weg gebracht. Der Bund hat die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (Inthega) zum Projektträger ernannt.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler