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Stellungnahme zum Streuhau

Gröger
Simon Gröger, der bei der Radolfzeller OB-Wahl antritt sich am Freitag gegen eine Bebauung des Streuhau aus. swb-Bild: pr

Radolfzeller OB-Kandidat äußert sich zu umstrittenem Hotelprojekt

Radolfzell. Aktuell läuft über die Bürgerbeteiligungs-App der Radolfzeller Stadtverwaltung eine Umfrage zu einem möglichen Hotelprojekt im Bereich Herzen/ Streuhau. Nach der momentanen Rechtslage könnte das bestehende Bora-Hotel um einen weiteren Hotelbau und mehrere Ferienhäuschen im Gebiet Streuhau erweitert werden. Das Projekt wird in der Stadt heiß diskutiert, denn einige Bürgerinnen und Bürger wünschen sich, dass das Gebiet unangetastet bleiben soll. Statt touristischer Nutzung wollen sie ein Naturschutzgebiet. Nun meldet sich auch Simon Gröger zu Wort, der bei der Oberbürgermeisterwahl am 17. Oktober gegen Amtsinhaber Martin Staab kandidiert.

In den letzten Wochen habe er eine Vielzahl an Gesprächen zum Streuhau geführt, um sich ein umfassendes Bild über die Gesamtsituation zu verschaffen, schreibt er in einer Mitteilung an die Presse. Er habe hierbei sowohl das Gespräch zu den Naturschutzverbänden Nabu und BUND gesucht, wie auch zu der Fridays-for-Future Bewegung und dem Bürgerforum Bauen Radolfzell. Ebenso habe er aktiv das Gespräch mit dem Investor der geplanten Bebauung im Streuhau gesucht, teilt er am Freitagmittag mit. »Bei mehreren Begehungen des gesamten Areals, angefangen vom Bodenseereiter über das Streuhau, bis hin zur Bora Hotelanlage konnte ich mir vor Ort ein umfassendes Bild von dem Gebiet und der geplanten Bebauung machen«, so Gröger, der eigenen Aussagen zufolge inzwischen auch Gelegenheit hatte, mit vielen Radolfzellerinnen und Radolfzellern über das Thema zu sprechen.

»Radolfzell ist eine Stadt, die eine beeindruckende Natur sein eigen nennen kann und gleichzeitig auf den Tourismus als langfristige Einnahmequelle setzt. Dieser Zielkonflikt wird aus meiner Sicht bei dem Projekt im Streuhau besonders deutlich. Wir müssen uns daher einerseits die Frage stellen, wie wir in der Zukunft mit Flächen umgehen, die eine besondere Bedeutung für den Naturschutz haben. Andererseits muss diskutiert werden, wie Radolfzell den Tourismus als langfristige Einnahmequelle nutzen kann ohne dabei den Charakter Radolfzells nachhaltig zu verändern«, schreibt der OB-Kandidat. Im Hinblick auf eine Nutzung des Streuhau zeigt sich Gröger in seiner Stellungnahme besonders besorgt über die Hochwasserproblematik in dem Gebiet, welches Flächen mit HQ 100 bzw HQ 10 beinhalte. Statistisch gesehen kommt es dort also alle 100 bzw. in Teilen sogar alle 10 Jahre zu Überschwemmungen.

»Insbesondere im Hinblick auf den Aspekt des Hochwasserschutzes halte ich es für geboten, alternative Planungsszenarien ernsthaft in Erwägung zu ziehen, die eine vollständige Verlagerung der geplanten Bebauung vom Streuhau in Richtung östlich des bestehenden Bora Hotels vorsehen. Hierzu werde ich den Investor, die Naturschutzverbände Nabu und BUND sowie das Bürgerforum Bauen Radolfzellvor Ort zu einem zeitnahen gemeinsamen informellen Gespräch einladen«, kündigt Gröger an.

Wochenblatt @: Dominique Hahn


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