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"Tag des offenen Handwerks" unter besonderen Bedingungen

Tag des offenen Handwerks
Symbolisch präsentierten sich die 42 Mitmacher-Betriebe mit dem Organisatoren des »Tags des offenen Handwerks« am Montag in Singen. Im Bild Ives Graf (Ziegler & Dietrich), OB Bernd Häusler, Werner Gohl (Handwerkerrunde), Dr. Gerd Springe (Singen aktiv), Gesamtelternbeiratsvorsitzender Marc Neininger, Sieglinde Tomanski (Stadt Singen), Schulleiterin Anja Claßen, Karin Marxer (Bildungsakademie), Claudia Kessler-Franzen (Singen aktiv), Reto Hegnauer und Sharam Tajik (Ziegler und Dietrich). swb-Bild: of

Aktion kann aber am Freitag mit 42 Betrieben starten

Singen. Die Vorbereitungen hätten kaum ambitionierter sein können: »Im März kam Claudia-Kessler Franzen auf mich zu mit dem Vorschlag, in diesem Jahr doch wieder einen ›Tag des offenen Handwerks‹ zu planen. Trotz des aktuellen Lockdowns und angesichts der Tatsache, dass Berufsorientierung in dieser Zeit so gut wie gar nicht stattfinden konnte, war so viel Herzblut und Energie hinter dem Auftreten, dass ich zugesagt habe mitzumachen«, gestand Anja Claßen, Rektorin der Waldeckschule und geschäftsführende Schulleiterin in Singen bei der Medienkonferenz am Freitag.

Und trotz aller Widrigkeiten und Unsicherheiten bis zum Schluss wurde weitergeplant. Am Freitag, 22. Oktober, kann das Angebot, bei dem Singen aktiv als Standortmarketing, die Singener Handwerkerrunde, die Handwerkskammer, der Gesamtelternbeirat und die Stadt Singen kooperieren, nun wirklich stattfinden. 42 Betriebe stellen dabei an ihren Standorten ihre Ausbildungsangebote vor – viele Unternehmen haben ja auch mehr als einen Ausbildungsberuf zu bieten. Rund 500 Schüler, die in Zehnergruppen eingeteilt werden, zuvor natürlich getestet und mit Begleitperson, können an diesem Tag jeweils drei Betriebe ansteuern, um dort mit dem Thema Ausbildung direkt in Kontakt zu treten. Ein Thema, das zu unrecht immer noch vernachlässigt wird, so der Tenor auf der Medienkonferenz im Unternehmen Ziegler & Dietrich.

Ein ideales Beispiel für die »Durchgängigkeit« der Ausbildung war beim Pressetermin Gastgeber Yves Graf, der ursprünglich eine Ausbildung im Einzelhandel gemacht hatte, was ihn aber nicht befriedigte. Also startete er eine Ausbildung bei Ziegler und Dietich im Metallbau, ging auf Wunsch seines Chefs Wolfgang Dietrich dann wieder ins »Büro« für die Arbeitsorganisation und übernahm zusammen mit Reto Hegnauer das Unternehmen mit seinen 20 Mitarbeitern in 2019. Und die Handwerks-Ausbildung kann er nur wärmstens empfehlen, denn sie ist inzwischen in vielen Bereichen hochtechnisiert.

Im vom »Singen aktiv«-Vorstandsvorsitzenden Dr. Gerd Springe moderierten Medientermin machte Werner Gohl als Vorsitzender der Singener Handwerkerrunde deutlich, dass das Handwerk insgesamt 210 Ausbildungsberufe bietet, von denen eine ganze Menge bei den 42 Unternehmen zu finden sind, die dieses Jahr beim »Tag des offenen Handwerks« mit dabei sind. Wie Dr. Gerd Springe ergänzte, wurden dieses Jahr in der Stadt 256 neue Ausbildungen gestartet, 108 Stellen seien aktuell sogar noch offen. Auf der anderen Seite wären aber nur noch acht Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, also zum Teil auch noch auf der Suche nach »ihrem« Beruf. Karin Marxer von der Singener Bildungsakademie der Handwerkskammer verwies darauf, dass das Handwerk trotz der Lockdowns und Einschränkungen sein Ausbildungsangebot nochmals um zehn Prozent erhöht habe. Und dass das Handwerk ein sehr guter Start in eine weitere Karriere ist, habe sich auch bei den Abiturienten herumgesprochen: Ihr Anteil bei den neuen Ausbildungsverträgen ist in den letzten Jahren von zehn auf inzwischen 16 Prozent gestiegen. Singens OB Bernd Häusler verwies zudem darauf, dass die Arbeitsplätze im Handwerk so ziemlich die sichersten seien und Handwerk eben auch immer Konjunktur habe und Inhaber mit hohem Verantwortungsbewusstsein. Ein bewährtes System biete sichere Arbeitsplätze hier in der Region, so Häusler weiter. Marc Neininger hob indes heraus, dass man im Handwerk von Anfang an mehr Selbstständigkeit durch einen eigenen Verdienst habe – und studieren könne man auch nach der Ausbildung eben durch die viel beschworene Durchgängigkeit in der Handwerks-Arbeitswelt. Gerd Springe verwies noch auf den Bachelor-Status des Handwerksmeisters und darauf, dass sehr viele Unternehmen für eine Nachfolgeregelung Mitarbeiter suchen, die ihren Betrieb übernehmen könnten.

Die Schüler, die am Freitag unterwegs sein werden, wissen das natürlich, denn sie wurden von ihren LeherInnen gut auf diesen Chancentag vorbereitet. Allen anderen wird wärmstens empfohlen, doch mal auf den Handwerksseiten im Internet vorbeizuschauen und dort ein Licht aufgehen zu lassen, zum Beispiel unter www.edustories.de/handwerkskammern-bw

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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