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Tempo 30 von Ortsschild zu Ortsschild

Lärmaktion
Für die Fortschreibung des Lärmaktionsplan wurden die Hauptstraße nach einem mathematischen Modell untersucht. swb-Bild: Fichtner Water & Transportation

Fortschreibung des Lärmaktionsplan geht in die Offenlage

Rielasingen-Worblingen. „Es gibt eigentlich entlang der ganzen Ortsdurchfahrt eine Lärmbetroffenheit“, machte in der Sitzung des Gemeinderats in der Talwiesenhalle Gutachter Alexander Coloseus deutlich. Mit der nun nötigen Fortschreibung könne man freilich nun das umsetzen, was man vor drei Jahren schon gerne gehabt hätte, was damals aber nicht gestattet worden sei.

Das Unternehmen „Fichtner Water & Transportation“ aus Freiburg  war von der Gemeinde wie schon in der ersten Fassung mit der Erhebung von Daten und deren Auswertung beauftragt. Im letzten September wurde dazu auch nochmals der Verkehr in den Durchgangsstraße gezählt, der eine erneute Zunahme des Verkehrs bestätigte. Der Vorschlag ist einfach: Tempo 30 ganztags „von Ortsschild zu Ortsschild“ in Rielasingen mache insgesamt Sinn, weil es als klare Regel erkennbar sei. „Die Autofahrer sind auch lernfähig“, zeigte er sich optimistisch. Die erstellen Rechenmodelle hatten ergeben, dass in den Bereichen,  in denen bereits im Ortskern Tempo 30 angeordnet wurde, das Lärmaufkommen um errechnet 2,4 Dezibel abgenommen habe. 3,0 Dezibel würden eine Halbierung bedeuten. Auf Nachfrage von Gemeinderat Volkmar Brielmann ergänzte er, dass das auch den Bereich der Gottmadinger Straße bis zum Volksbank Kreisel betreffe. Einen größeren Zeitverlust sieht er nicht. Errechnet wurden theoretisch 30 Sekunden für die zusätzlichen Straßenabschnitte der Ortsdurchfahrt, was aber voraussetze, dass man dort durchgängig 50 fahren könne, was in der Praxis wohl gar nicht möglich sei.

Die Einschränkung seien allerdings dann nur in den Bereichen möglich, wo es auch Betroffenheit gebe. Gemeinderätin Jana Akyildiz würde gerne noch weiter gehen und gerne auch für die ganze Gemeinde, also auch in Worblingen und Arlen Tempo 30 durchgängig anordnen.di Bürgermeister Baumert verwies die Grüne Gemeinderätin ans Grün geführte Verkehrsministerium, das hier zwar eine größere Befugnis der Kommunen mal angekündigt habe, aber nichts mehr von sich hören lasse. Alexander Coloseus macht klar, dass eine solche Regelung nicht mehr durch die Daten des Lärmgutachtens begründet sei. Das sei dann eine politische Entscheidung.  Dr. Wieland Spur hätte lieber eine Beschränkung auf die die Nachtstunden wie in Singen. Wegen Tempobeschränkung fahre kein einziges Auto weniger. Volkmar Brielmann,  meinte, dass man jetzt vielleicht „nicht zu viel“ fordern solle und damit Gefahr laufe am Ende gar nichts zu bekommen. Bürgermeister Baumert verwies auch auf den Versuch, damals nach der Sanierung der Hardtstraße in Worblingen dort Tempo 30 zu bekommen, was seinerzeit von der Polizei wegen zu geringer Verkehrsdichte abgelehnt worden sei.  

Ralf Baumert machte eingangs der Sitzung auch deutlich, dass man mit der Verkehrsbelastung insgesamt in der Gemeinde noch sehr lange leben müsse. Nachdem man mit der geplanten Umgehungsstraße politisch schon mal sehr weit gekommen sei,  sei diese durch die neue Grün-Schwarze Landesregierung wieder aus der Priorität genommen worden. Eingangs der Sitzung machten Vertreter der Ramsener Straße noch einmal unmissverständlich deutlich, dass sie eine Beruhigung dringend erwarten.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler