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Thurgau will Heumilch zum Exportschlager machen

Heumilch Thurgau
Silofrei erzugte Milch hat im Thurgau einen Anteil von 50 Prozent. Diese soll als "Heumilch« nun verstärkt positiv vermarktet werden. swb-Bild: tg.ch

Quote von 50 Prozent um Thurgau soll besser vermarktet werden / 70 Rappen pro Liter für die Bauern

Thurgau. Das BBZ Arenenberg hatte zusammen mit Agro Marketing Thurgau AG vor drei Jahren das Projekt »Heumilch« gestartet, welches nun bereits die nationale Ebene erreicht hat, so eine aktuelle Medienmitteilung vom Montag. Es soll nun über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht werden mit dem Ziel, eine für die Zukunft nachhaltige und tierfreundliche Milchwirtschaft mit angemessener Wertschöpfung für die Bauernfamilien zu sichern.

Gerade die silofreie Milchwirtschaft, welche in der Schweiz mit immer noch 31 Prozent gegenüber Europa mit nur noch 3 Prozent, sehr hoch ist, soll durch dieses Projekt erhalten werden. Im Thurgau könne sogar von einer Quote von etwa 50 Prozent silofreier Milch gesprochen werden.

Schon vor mehr als drei Jahren schaute das Team der Regionalen Entwicklung am BBZ Arenenberg aufmerksam auf das Geschehen auf dem deutschen Käsemarkt. Vermehrt wurde in den Käsetheken im süddeutschen Raum »Heumilch-Käse«, Käse aus silofreier Milch aus Österreich angeboten. Auch in der Schweiz soll der unattraktive Begriff »silofrei« nun durch Heumilch ersetzt werden. Dieses Thema ist auch in der Forschung schon länger präsent. Ein Thurgauer Student an der HAFL (Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften) hatte zum Beispiel im Auftrag vom BBZ Arenenberg eine Bachelorarbeit verfasst, welche die Österreicher Heumilch analysiert und mit der Schweiz vergleicht. Aber auch in anderen Teilen der Schweiz ist man auf die Vorarlberger Heumilch aufmerksam geworden, so zum Beispiel im Gebiet der Zentralschweizer Milchbauern (ZMP). Gemeinsam wurde im Juli vor einem Jahr der Verein »Heumilch Schweiz« gegründet, als Kooperation mit der ARGE Heumilch Österreich.

Die Heumilch erfüllt einen sehr hohen Standard, was das Tierwohl und das Menschenwohl betrifft. So steht im Reglement für die 100 Prozent silofreie Milch, dass alle Kühe im Sommer mindestens 26 Tage pro Monat Auslauf auf der Weide und im Winter mindestens 13 Tage pro Monat im Laufhof haben müssen.

Auch ist der präventive Einsatz von Antibiotika nicht erlaubt. Der Verein strebt eine angemessene Wertschöpfung für alle Stufen in der Wertschöpfungskette an, so auch für die Bauernfamilien. Dies garantiert einen Richtpreis von 0.70 Franken ab Hof, der im Markennutzungsreglement vom Verein verankert ist. Der Verein finanziert sich über Beiträge pro Liter Milch und Mitgliederbeiträge.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler