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Tuningscene hält Polizei in Atem

Symbolbild
Die Polizei musste am Samstagabend wieder »verkehrsleitend« eingreifen, wie es im Polizeibericht heißt, weil eine große Zahl an getunten Fahrzeugen in Singen, Stockach und Konstanz unterwegs war. swb-Bild: Archiv

Laut Polizeibericht rund 300 Fahrzeuge im Landkreis unterwegs

Singen/ Stockach/ Konstanz. Im Landkreis Konstanz kam es am Samstagabend laut einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Konstanz an insgesamt drei örtlichen Schwerpunkten zu Einsatzmaßnahmen gegen die massiv auftretende »Tuning- und Poserszene«. Das führte dazu, dass zahlreiche Einsatzkräfte mit der Lagebewältigung gebunden waren. Ab 20.15 Uhr fiel die Szene erstmalig im Stadtgebiet von Singen auf und trat massiv im Bereich des EKZ auf dem dortigen Parkplatz in Erscheinung. »Über 300 Fahrzeuge, ein großer Anteil davon mit Schweizer Zulassung, störten den Betrieb der dortigen Geschäfte, da für Einkaufskunden keine Parkplätze mehr frei waren. Die Fahrzeuginsassen versammelten sich größtenteils auf dem Parkplatz, mittels Campingausrüstung, Grills und Shisha-Pfeifen ließ man sich nieder«, heißt es im Polizeibericht. Der Aufforderung, den Parkplatz zu räumen, sei nur zögerlich Folge geleistet worden.

Die Szene verlegte daraufhin über die B 33 und die A 98 in den Bereich Stockach. Ab 22.15 Uhr kam es aus diesem Grund zu Einsatzmaßnahmen im Bereich Stockach / Industriegebiet an der Anschlussstelle Stockach Ost. »Durch die Szenenfahrzeuge war innerhalb kürzester Zeit das dortige Industriegebiet komplett blockiert, sodass weitere anfahrende Fahrzeuge für ein Staugeschehen im Bereich der Anschlussstelle Stockach Ost / A 98 sorgten. Das Stauende lag zeitweise einen Kilometer vor der Anschlussstelle, im Stau ausschließlich Fahrzeuge der Tuningszene, deren Anzahl auf etwa 100 geschätzt wurde«, so der Bericht der Beamten weiter. Die eingesetzten Polizeikräfte mussten verkehrsregelnd eingreifen.

Nach Sperrung der Anschlussstelle Stockach Ost wurde ein Teil der Fahrzeuge in Richtung Überlingen weitergeleitet. Gegen 23 Uhr löste sich die Ansammlung in Stockach auf und verlegte sich »augenscheinlich«, wie es im Bericht heißt, über den Bodanrück ins Stadtgebiet von Konstanz. Ab 23 Uhr seien hier erste Fahrzeugkolonnen im Stadtgebiet aufgetaucht. Zunächst sei der Uni-Parkplatz belegt worden, im Anschluss wurden große Fahrzeugkolonnen in den Stadtteilen Wollmatingen und Fürstenberg gemeldet. Auf der B 33 im Bereich Hegne/ Waldsiedlung kam es zu einem Staugeschehen mit Fahrzeugen aus der Szene.

»Die Fahrzeugkolonnen befuhren im Stadtgebiet Konstanz alle bekannten größeren Ausfallstraßen und machten durch entsprechendes Fahrverhalten auf sich aufmerksam. Es gingen zahlreiche Anrufe von verärgerten Anwohnern ein, die sich über den Lärm und das Fahrverhalten beschwerten«, heißt es in dem Schreiben aus dem Polizeipräsidium Konstanz. Auch hier mussten die Polizeikräfte verkehrslenkend eingreifen, durch Straßensperrungen wurde versucht den Verkehr zu kanalisieren. Ab 00.30 Uhr fuhr ein Großteil der Fahrzeuge über die städtischen Grenzübergänge in die Schweiz aus, sodass sich die Lage in Konstanz bis gegen 2 Uhr merklich beruhigt habe.

Wochenblatt @: Dominique Hahn