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"Unsere Kinder sind systemrelevant"

Petition
Annika Klotz, Katrin Fuchs und Verena Röhm informierten am Samstag bei einem Trauerzug für die Bildung im Land über ihre Petition zur Rückkehr zum Unterricht und Kinderbetreuung für alle nach dem Corona-Lock Down. swb-Bild: of

Singener Kinder und Elternvertreter tragen die Bildung zu Grabe

Singen.  Das Wochenblatt hatte schon in seiner letzten Ausgabe das Thema »Zukunft unserer Kinder« in den Mittelpunkt gestellt, angesichts der zögerlichen Öffnung von Schulen und Kitas gewidmet, doch der Protest musste noch verstärkt werden.
Drei Mütter aus Singen hatten sehr kurzfristig eine Online-Petition unter chng.it/sRsjHmc2zV gestartet, in der die sofortige Öffnung der Kindertagesstätten wie auch der Grundschulen für alle Kinder gefordert wird. Gegen die aktuelle Regelung, nach der bis auf weiteres nur 50 Prozent der Kinder in eine Notbetreuung aufgenommen werden könnten seit Montag, gibt es Protest im dem ganzen Land und auch scharfe Kritik an der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, die hier den Schwarzen Peter letztlich den Kommunen zuschiebe.

Bildung zu Grabe getragen

Am Samstag wurde dazu mit einer spektakulären Aktion an der Singener Waldeckschule Zeichen gesetzt. Die drei Mütter Annika Klotz, Katrin Fuchs und Verena Röhm machten im Rahmen eines kleinen Trauerzugs dabei nochmals deutlich, dass Kinder systemrelevant sind und dass alle ein Recht auf Bildung haben.
Sie fordern in ihrer Petition zudem, dass Schulen bis in einem Jahr so digital ausgestattet sein müssen, dass tatsächlich ein Homeschooling durchgeführt werden könnte, denn das habe eindeutig gefehlt. Da wäre ein Jahr »Probelauf« vertane Zeit, mahnen sie zur Eile.

Schweiz als Vorbild

Die Initiatoren verwiesen bei ihrer Kundgebung auf schon viel früher erfolgte Schul- und Kitaöffnungen zum Beispiel in Dänemark oder der Schweiz, die deutlich gemacht hätten, dass dadurch das Infektionsgeschehen mit dem Corona-Virus, das die abrupte Schließung vor neun Wochen ausgelöst hatte, nicht negativ beeinflusst werde. In der Schweiz sei die Öffnung auch nach einem länger zuvor öffentlich gesetzten Plan angekündigt worden.
Sie fordern zudem, dem Beispiel des Bundeslands Sachsen zu folgen, wo es schon erprobt sei, alle Kinder aufnehmen zu können. Dort werden die Gruppen und Klassen voneinander getrennt um so das Infektionsrisiko einkreisen zu können. Es müsse, wenn hier die Räume von Kitas und Schulen nicht ausreichten, auch Möglichkeiten zu kreativen Lösungen geben, zum Beispiel mit Außengruppen auf Spielplätzen oder temporärem Unterricht im Wald, nur dass eben alle Kinder wieder zurück in die Schulen und Kitas können, von denen nach der ab Montag in den Kommunen greifenden Regeln, derzeit noch die Hälfte ausgeschlossen ist.

Bildung beerdigt

»Kultusministerin Eisenmann trägt die Bildung in Baden-Württemberg zu Grabe«, ist ihre Kritik, der in der Petition schon mehrere tausend Personen gefolgt sind. Bei dem Trauerzug waren sowohl OB Bernd Häusler wie Bürgermeisterin Ute Seifried anwesend, um die Aktion zu unterstützen. Ute Seifried unterstützte die Elternvertreterinnen auch mit einer Botschaft für WOCHENBLATT-TV, denn jeden Tag werde spürbarer, wie sehr den Kindern Tagesstrukturen und soziale Kontakte fehlen würden, die sie nicht nur unter dem Aspekt »Entwicklung« bräuchten.


Wochenblatt @: Oliver Fiedler